| Weltcup für Kent Farrington - Daniel Deußer knapp geschlagen |
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| Geschrieben von: Dieter Ludwig/ FN-Pressestelle |
| Montag, 13. April 2026 um 10:07 |
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Daniel Deußer und Otello de Guldenboom von Tobago Z in Bilderbuchmanier (Foto: Stefan Lafrentz) Fort Worth/ USA. Erstmals nach neun Jahren gewann wieder ein US-Amerikaner den Springreiter-Weltcup: Kent Farrington. Nur um drei Fehlerpunkte dahinter der Deutsche Daniel Deußer nach drei Prüfungen, ausgezeichnete deutsche Bilanz. Das 46. Finale um den Springreiter-Weltcup seit 1979 ist Geschichte. Zum zwölften Mal gewann ein US-Amerikaner den Wanderpokal, nämlich Kent Farrington (45) auf den Stuten Toulayna (gegen die Uhr) und Greya. Er hatte die beiden ersten von drei Springen für sich entschieden und war im finalen Durchgang mit zwei Umläufen zum Abschluss der Veranstaltung Fünfter geworden, noch ein Abwurf – und er wäre auf den fünften Platz der Gesamtwertung zurückgefallen - und der Sieger hätte wie in Lyon 2014 Daniel Deußer (44) geheißen. Der Hesse, der vor allem durch feines Reiten auffällt, hatte wie schon so oft auch in Aachen beim deutschen CHIO eine großartige Vorstellung in der Dickies Arena abgeliefert. Und bis auf „Pechvogel“ Patrick Stühlmeyer (Mühlen) auf Baloutaire PS konnten die deutschen Springreiter stolz aus der Millionenstadt abreisen. Vor allem in der letzten Konkurrenz mit zwei Durchgängen ohne Stechen bei Fehlergleichheit glänzten sie. Europameister Richard Vogel auf Gangster Montdesir, Daniel Deußer auf Otello de Guldenboom neben der US-Amerikanerin Katherine Dinan auf Out of the Blue SCF blieben makellos und wurden als gemeinsame Sieger gefeiert. Dazu durfte sich fast auch Rene Dittmer (Stade) gesellen, der wegen eines Zeitfehlerpunktes im ersten Umlauf auf Cody das Podium verpasste und Vierter wurde. Er feierte für viele Beobachter geradezu eine sensationelle Premiere bei einem Weltcup-Finale. Fast wäre der 32-Jährige sogar auch noch zur Ehrung der besten Drei der Gesamtwertung gerufen worden, doch dafür fehlte am Ende eine Sekunde, die war die US-Amerikanerin Katherine Dinan auf Out of the Blue SCF auf der Schlussrunde schneller, was bei Fehlergleichheit und nach dem Reglement den Ausschlag über die Rangierung gab. Dinan wurde bei neun Strafpunkten wie Dittmer Dritte der Gesamtwertung, der Norddeutsche Vierter, was sich auch in der Prämie der Gesamtwertung niederschlug. Katherine Dinan erhielt 78.750 Euro, Dittmer 60.000. Die Bestverdiener des Finals waren Kent Farrington und Daniel Deußer. Der Sieger im Großen Preis von Aachen 2019 kam auf 248.500 Euro, Deußer auf 201.250 €.
Zwei haben gut lachen - Daniel Deußer (links) und Cupsieger Kent Farrington mit dem Weltpokal (Foto: Stefan Lafrentz)
Ebenfalls zwei Nullrunden gelangen dem 29 Jahre alten Richard Vogel mit dem noch vergleichsweise unerfahrenen zehnjährigen französischen Hengst Gangster Montdesir in der dritten Wertungskonkurrenz. Den Kannan-Sohn hat erst seit einigen Monaten in seinem Beritt und ist begeistert von seinem Talent: „Er versucht immer mehr als 100 Prozent zu geben. Ich habe ihn leider an den ersten beiden Tagen nicht besser geritten, sodass wir nicht weiter vorne stehen. Er hätte es verdient. Zum Glück ist es mir aber heute gelungen, zwei Nullrunden mit ihm zu zeigen. Was er alles kann, hat er heute auf diesem Top-Niveau unter Beweis gestellt.“ „Ich bin super happy mit drei Reitern in den Top Ten. Daniel Deußer hat sich den zweiten Platz hinter Kent Farrington mit sehr guten Leistungen mit Otello de Guldenboom mehr als verdient. Rene Dittmer ist überragend geritten und ist mit dem vierten Platz belohnt worden. Nur aufgrund der Zeit steht er nicht auf dem Treppchen. Und Richard Vogel hat sich durch starke Leistungen am Finaltag nach vorne in die Top Ten gebracht. Ich fahre rundum zufrieden von diesem Weltcup-Finale zurück. Es war ein sehr gutes Turnier mit sehr guten Bedingungen und einem sehr gut gebauten Parcours", lobte Bundestrainer Otto Becker die Leistung der deutschen Reiter und die der Veranstalter. Für Patrick Stühlmeyer und PS Baloutaire endete das Weltcup-Finale im ersten Umlauf überraschend am Einsprung der zweifachen Kombination. Nach zwei Verweigerungen schied das Paar, das sich ebenfalls in guter Verfassung an den Vortagen gezeigt hatte, leider aus In dem mit 750.000 Euro dotierten letzten Springen standen 28 Paare auf der Startliste für den ersten Umlauf. 13 Hindernisse warteten in dem 430 Meter langen Parcours auf die Pferd-Reiter-Paare, darunter eine zwei- und eine dreifache Kombination. Die Entscheidung im Finale war schlussendlich auch eine Kraft- und Konditionsfrage. Denn auch im letzten Durchgang stellte Parcourschef Anderson Lima (MEX) mit seinem Team den Reitern harte Aufgaben. Zwölf Hindernisse mit 15 Sprüngen auf 370 Metern galt es in maximal 60 Sekunden fehlerfrei zu überwinden, um vorne mitzumischen. Die 20 punktbesten Paare aus den beiden vorherigen Wertungsprüfungen und dem ersten Umlauf des Finals zogen in den zweiten Umlauf ein. Nur drei Paaren gelang es in beiden Umläufen fehlerfrei zu bleiben: Katherine A. Dinan und Out of the Blue SCF, Daniel Deußer und Otello de Guldenboom sowie Richard Vogel mit Gangster Montdesir. |