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Ludger Beerbaum lag falsch - richtig dafür Ulli Kirchhoff PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Samstag, 09. Oktober 2010 um 17:38

 

Lexington/ USA. Das Finale um die Einzelweltmeisterschaft der Springreiter in Lexington ist bestückt mit drei Ausgebufften – und einem Außenseiter aus Saudi-Arabien, dem der deutsche Doppel-Olympiasieger Ulli Kirchhoff gar Silber zutraut. Um 0,17 Fehlerpunkte verpasste der dennoch zufriedene Holsteiner Carsten-Otto Nagel das Finale.

 

 

Beinahe hätte er Recht gehabt, aber eben nur beinahe. Der zweimalige Mannschafts-Weltmeister Ludger Beerbaum – erstmals bei Weltreiterspielen seit 1990 nur TV-Gucker - hatte den Holsteiner Carsten-Otto Nagel im Finale um die Springreiter-Weltmeisterschaft gesehen, doch ein Abwurf von Corradina in der entscheidenden Konkurrenz zum Einzug in den Wettbewerb mit Pferdewechsel verbaute dem Vize-Europameister die letzten drei Ritte. Der sympathische zweimalige Derbygewinner wurde Vierter, mit dem nicht messbaren Rückstand von 0,17 Fehlerpunkten auf den Saudi Abdullah Al Sharbatly (28), der zog als Vierter in die Entscheidung ein. Carsten-Otto Nagel: „Ich bin dennoch mehr als zufrieden. Schließlich kehre ich als Mannschafts-Weltmeister zurück nach Hause. Wir sind ja noch jung..“ Nagel ist bereits 48 Jahre alt, die Stute wirklich jung, gerademal 12. So souverän wie in den Springen zuvor wirkte das Paar nicht in der dritten Qualifikation. Der Patzer in der Kombination war fast vorhersehbar, doch ein Abwurf vernichtete auch Hoffnungen und vielleicht auch Ansprüche.   

 

Seldana – für 2,5 Millionen nach Saudi Arabien

 

Al Sharbatly, Sieger im Grand Prix von Göteborg im Februar, wird nicht gerade ein einfühlsames Wesen im Umgang mit Pferden nachgesagt. Er sicherte sich mit einem fehlerlosen Ritt den Einzug in das Endturnier auf der holländisch gezogenen Stute Seldana, die ihm der Italiener Natale Chiaudani (50) für 2,5 Millionen Euro verkaufte. Chiaudani gehörte auf Seldana im letzten Herbst in Windsor zum Silberteam bei der Europameisterschaft, danach gab er sie ab, getreu dem Spruch „am nächsten Morgen könnte das Pferd tot in der Box liegen“. Geld drängte da alles in den Hintergrund. Bei über zwei Millionen verständlich.

 

Auf  Seldana von Abdullah Al Sharbatly hatte Doppel-Olympiasieger Ulli Kirchhoff gesetzt, „denn ich hatte die Stute schon im Training. Wenn die mal in Fahrt ist, ist sie nicht zu stoppen.“ Er will sogar darauf wetten, „dass Abdullah eine Medaille gewinnt, wahrscheinlich Silber“.

 

Finale ohne deutsche Zuchtprodukte

 

Das Finale um die Weltmeisterschaft bestreiten der kanadische Olympiasieger Eric Lamaze (42), der wegen Kokain-Schnupfens schon gesperrt wurde, die Goldmedaille bei Reiter-Olympia in Hongkong 2008 gewann, als Erster seines Landes in diesem Jahr trotz gebrochenem Fuß den Großen Preis des CHIO von Deutschland in Aachen gewann, er war Bester in den einzelnen Prüfungen und erreichte ohne einen einzigen Abwurf auf dem Hengst Hickstead mit 3,39 Fehlerpunkten  die Entscheidung vor dem belgischen Altmeister Philippe Lejeune (50) auf Vigo d`Arsouilles (4,11) und Brasiliens Exweltmeister Rodrigo Pessoa auf Rebozo (6,8), kein Pferd im Finale – drei Hengste, eine Stute – stammt aus deutscher Zucht. Auch dies ein Novum bei Weltmeisterschaften.

 

Otto Becker: „Mehr erreicht als von vielen erwartet“

 

Die deutsche Equipe verlässt die USA als Weltmeister, erstmals wieder mit dem Titel seit 1998 in Rom. Equipechef Otto Becker (51): „Ich bin stolz auf diese Mannschaft, wir alle haben gut zusammengearbeitet. Mit der Goldmedaille hat sicher niemand gerechnet, deshalb darf ich behaupten: Wir haben mehr erreicht als erwartet.“

 

Nicht unbedingt seine Klasse erreichte der dreimalige Weltcupgewinner Marcus Ehning (Borken), bis auf die letzte Runde nahm der Handelskaufmann auf dem Hengst Plot Blue in jedem Parcours einmal eine Stange mit, „ich freue mich dennoch, als Mannschafts-Weltmeister heimfliegen zu können“. Er reitet schöner als jeder andere, nur nicht bei einem Championat. Team-Neuling Janne-Friederike Meyer (Schenefeld), ins deutsche Team hineingerutscht, weil Marco Kutscher wegen Verletzung seines Wallachs Cash nicht mitfliegen konnte, machte einen guten Job auf dem Wallach Lambrasco. Nach zwei Abwürfen in der vorletzten Runde verzichtete die kesse Norddeutsche, 29, auf einen weiteren Start, „gewinnen konnte ich sowieso nicht mehr, es hätte sowieso eh nichts gebracht“. Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen), nur noch im Sattel ohne Tochter zu besichtigen, „vermeterte“ sich beim Angehen der Dreifachen Kombination mit dem Hannoveraner Checkmate total, der Wallach konnte gar nicht anders als vor dem Aussprung zu verweigern., die Aufgabe war nichts weiter als korrekt.

 

Dressur und Springen: Deutsche Teams für Olympia qualifiziert

 

Die 6. Weltreiterspiele in Lexington waren gleichzeitig auch eine Qualifikation für die Olympischen Spiele in zwei Jahren in London. Die Teilnahmeberichtigung schafften in Dressur und Springen jeweils die drei Erstplatzierten. Im Springen sind 75 Reiter zugelassen, in der Dressur 50. Im Springen bilden vier Reiter eine Mannschaft, in der Dressur besteht eine Equipe aus drei Reitern, der Ersatzreiter kann als Einzelstarter teilnehmen.

 

In Dressur und Springen haben sich deutsche Mannschaften – im Gegensatz zur Vielseitigkeit -  in Lexington vorzeitig das Teilnahmerecht bei Olympia gesichert. Vorausgesetzt, das Nationale Olympische Komitee befürwortet eine Nennung. In Deutschland könnten auch noch Schwierigkeiten anderer Art auftreten. Wegen der Medikationsfälle von Olympia in Hongkong  im Springreiten fordert das Bundesinnenministerium (BMI) 17.100 Euro an Fördergelder zurück. Warendorf will nicht zurückgeben und zog vor Gericht. Doch Fördergelder sind Steuergelder, das hat man anscheinend in der Verbandszentrale noch nicht kapiert. Kaum damit zu rechnen, dass die „Verbandsreiter“ vor Gericht Recht erhalten.

 

Kaum Interesse an den Weltreiterspielen

 

Das nach den Olympischen Spielen wichtigste Ereignis im Reitsport ist in den USA ein Flop. Die Tageszeitungen bringen täglich ein paar Zeilen, im Fernsehen wird nur im Bezahl-TV berichtet. In Deutschland lagen die Quoten weit unterhalb von 5 Prozent, und den Wecker stellten sich auch nur die Reitsport-Verrückten. Meist wurde dann nicht einmal live gesendet. Wer normalerweise Schlafmittel benötigte, konnte zwei Wochen lang die Medikamente absetzen. Es reichte, sich die Kommentare oder Interviews der Öffentlich-Rechtlichen oder bei Eurosport anzuhören – hoffentlich sind einige nicht tatsächlich wirklich entschlafen...

 

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