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Der Traum eines kleinen Mädchens (5) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uta Ludwig   
Mittwoch, 25. November 2009 um 10:12

Polly findet Anschluss

5. Kapitel

 

Zwei Kärtchen von der Zehnerkarte, die Polly von Oma und Opa zum siebenten Geburtstag bekommen hatte, waren schon verbraucht. Heute würde wieder ein Kärtchen im Reitstall bleiben. Aber diesen Mittwoch war es nicht Opa, wie bisher, sondern Pollys Vater Dietrich, der sie dorthin fuhr. Deswegen kam sie dort schon früher an, als sonst.

 

 

Wieder kam ihr als erstes der Stallgeruch entgegen. Aber das störte sie keineswegs. Im Gegenteil: sie hatte sich daran gewöhnt, es gefiel ihr sogar.

 

Sie lief zu Lisas Box, die sie daran erkannte, dass der Name des Ponys mit Kreide auf die Boxentür aus Holz geschrieben stand. So war das bei den meisten Ponys. Bei ganz wenigen hingen aber schönere oder sogar besonders elegante Namensschilder an den Boxen. Bei denen stand nicht nur der jeweilige Pferdename drauf, sondern noch einiges mehr. Polly fiel auf, dass „Besitzer“ und dahinter Vor- und Nachnamen von Leuten standen. Lisas Box war leer. Schnell lief Polly Richtung Reithalle und erkannte ihr Lieblingspony sofort. Es lief als zweites in einer Abteilung von vier Pferden. Als Polly das sah, fühlte sie etwas Neid in ihrer Brust: Sie war eifersüchtig auf das Mädchen, was ihre Lisa in der ersten Stunde reiten durfte. Außerdem ritt das Mädchen in der Abteilung und wurde nicht, wie Polly in ihren ersten zwei Reitstunden, am Strick geführt. Das alleine reichte, um dieses andere Mädchen nicht zu mögen.

 

Polly musste warten und stellte sich an die Bande. Sie hatte genügend Zeit, sich die anderen Ponys und deren Reiter anzuschauen. Das eine Schimmel-Pony erkannte sie auch. Es war Max, der heute auch wieder von Harald geritten wurde. Der Reitlehrer, von dem sie gehört hatte, dass er Herr van Hopps hieß, hatte so eine komische Beule am Kopf. Sie befand sich genau unter dem Rand seiner Schirmmütze an der Schläfe. Was das wohl war? Die Buele sah aus, als könne sie jeder Zeit platzen. Ekelig! Was dann wohl daraus hervor käme? Polly erschauderte bei dem Gedanken.

 

Während sie alles so genau beobachte, rannte Max wieder einfach los und an allen anderen vorbei. Wie letzte Woche. Er wurde immer schneller. Harald konnte sich nicht lange halten und fiel wieder herunter. Gott sei Dank, es war ihm nichts passiert. Er ärgerte sich zwar, als er sein Pony wieder einfing und aufstieg. Er motzte sogar richtig laut mit dem Pferdchen. Im selben Moment rannte Max schon wieder los. Jetzt wurde sogar Herr van Hopps sauer. Er brüllte ganz ärgerlich: “Nun halt ihn doch mal zurück. Du störst die Reitstunde! Alle müssen immer auf Dich warten“. Harald lag wieder im Sand. Polly hatte genau gesehen, was passiert war: Als Max in vollem Renngalopp war, nahm er den Kopf runter und schlug ganz schnell mit beiden Hinterbeinen aus, sodass der Reiter kopfüber über die Pferdeschulter flog. „Halt die Zügel kurz und pass auf, dass er nicht den Kopf zwischen die Vorderbeine streckt“, befahl der Reitlehrer und meinte Harald damit, der es auch fertig brachte, die Reitstunde ohne weitere Störungen zu beenden.


 

Die Reiter der ersten Abteilung saßen ab und Polly lief direkt auf Lisa zu, ohne auf die Einteilung durch den Reitlehrer zu warten. „Polly du solltest heute aber.....Na gut, Polly auf Lisa. Maria, kannst Du Polly führen, bitte?“ Herr van Hopps wandte sich an das kleine Mädchen, was vorher Lisa geritten hatte. Stimmt! Gabi war heute nicht zu sehen. Es war Polly gar nicht aufgefallen, dass Gabi nicht da war. Und jetzt soll das kleine Mädchen ihr helfen. Das ging Polly ziemlich gegen den Strich. Aber natürlich fügte sie sich. Das Aufsteigen war kein Problem, die Zügel richtig in die Hände zu nehmen schon. Es war peinlich, aber Polly musste die kleine Maria um Hilfe bitten.

 

Während dessen hatten die anderen drei Ponys schon eine Abteilung gebildet und liefen auf dem Hufschlag. Max war nicht mehr dabei. Dafür war ein dunkelbraunes Pony in die Halle gekommen, ein Stütchen namens Diana mit ihrer Reiterin Petra Dimmer.

 

Maria führte Lisa eine große Runde in der Bahn. Dann hielt sie an und erklärte Polly, dass die Zügel nicht einfach nur in einer bestimmten Art und Weise in die Hände genommen werden müssen, sondern auch in einer angemessenen Länge bis zu Pferdemaul. Die Zügel sollen nicht durchhängen, aber auch nicht zu stramm sein. Geradeso, dass man in den Händen spüren kann, wenn das Pferd auf dem Gebiss kaut und auf leichtes Ziehen reagiert.

 

Maria zog Lisa leicht am Strick, um sie im Schritt hinter sich herzuführen. Herr van Hopps gab der Abteilung das Kommando: „Abteilung im Arbeitstempo Teeeee-rab“ und alle auf einmal trabten an. Im selben Moment schlug Lisa den Kopf hoch, Vor Schreck ließ Maria den Führstrick los und Lisa trabte einfach mit an. Sie trabte hinter der Abteilung her. Polly wurde im Sattel erst nach rechts, dann nach links und wieder nach rechts geworfen. Sie verlor das Gleichgewicht, sie bekam Angst, ihre rechte Hand griff in die Mähne, sie hielt sich fest. Irgendwie. Plötzlich war es vorbei. Alle Pferdchen gingen wieder Schritt. Polly saß immer noch auf dem Pferd. Sie war nicht runtergefallen.

 

Der Reitlehrer hatte natürlich sofort die Situation erkannt und schnell das Kommando: „Durchparieren zum Schritt“ gegeben. Das war Pollys Rettung. Die Abteilung parierte durch und Lisa hinter den anderen fiel auch in den Schritt.

 

Als die Reitstunde zuende war, bedankte Polly sich nur bei Lisa. Mit einem Zückerchen. Maria schaute sie nicht einmal mehr an. Sie hatte ja von Anfang an gewusst, dass Maria nicht die Richtige war, um ihr zu helfen, obwohl das mit der richtigen Zügellänge nicht verkehrt gewesen war. Vielleicht hätte sie sonst Lisa nicht im Trab halten können. Aber sie reichte Maria die olle Reitkappe: sollte die sie doch aufräumen.


 

Polly jedenfalls hatte sich gut gehalten. Fand sie selbst. Sie war im Trab geritten und keiner hielt ihr Pony am Strick fest. Dass das Pferdchen sich hinten an der Abteilung anschloss, war ja schon wie in der Abteilung reiten. Das nächste Mal würde sie sich gar nicht mehr führen lassen! Polly wurde schon wieder mutig und gab als Besiegelung ihres Beschlusses Lisa noch ein paar Zückerchen und einen extra Knutscher zwischen die Nüstern.

 

(Fortsetzung folgt)