Sie befinden sich hier: Home

Wer ist Online

Wir haben 710 Gäste online

Statistik

    Inhaltsaufrufe seit dem
    16.09.2009
: 9564539

Suche

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige



Anzeigenschaltung

Google Translate

German Chinese (Simplified) Chinese (Traditional) Czech Danish Dutch English French Galician Greek Hungarian Italian Japanese Norwegian Polish Portuguese Romanian Russian Spanish Swedish Turkish Ukrainian

Anzeige

Anzeige: Collagen von Olaf Rutschek

  Olaf Rutschek - mehr als
  ein Fotograf

Newsletter

Anmeldung



Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Banner

Anzeige

Deutschland fehlen die Siegreiter... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Freitag, 07. August 2009 um 00:02

Wassenberg. Jahrelang, falsch, jahrzehntelang beherrschten deutsche Spring- und Dressurreiter die Plätze der Welt. Die Vielseitigkeit ruhte in einer Nische, es gab sie, aber nur bei Olympia, und dann nur bei Medaillengewinn. Heute sind die aus dem "Busch", die ihre Pferde früher selbst zu Turnieren kutschierten, nicht im noblen Transporter, sonder noch in einem Hänger, in einfachen Pensionen übernachteten, oder gar auf Heu, alles selbst bezahlten, sie sind inzwischen die Stars nicht zuletzt durch Hongkong mit doppeltem olympischen Gold -  Dressur und Springen gerieten in die Schlagzeilen seit einigen Monaten durch Medikation oder Doping. Neue, andere Welt.

Als Winkler und Thiedemann noch bestimmten

 

Wenn sich Alfons Lütke-Westhues an früher erinnerte, dann erzählte der Mannschafts-Olympiasieger von 1956: „Das war so. Der Fritz Thiedemann und der Hans Günter Winkler guckten sich einen Guten aus und fragten, ob er mit ihnen in einer Equipe reiten möchte.“ Thiedemann, der Bauernsohn, und der „Künstler“ Winkler bestimmten damals, wo`es lang geht. Später kamen Alwin Schockemöhle, Olympiasieger mit Thiedemann und Winkler 1960 in Rom dazu Einzelgoldmedaillengewinner 1976 in Montreal, er, Hartwig Steenken, Gerd Wiltfang oder Hermann Schridde begehrten gegen diese fast gottgegebene Hierarchie auf, und vor allem Paul Schockemöhle, ihnen folgten Franke Sloothaak und zuletzt Ludger Beerbaum, vielleicht im Abstand auch Lars Nieberg und Otto Becker sowie Marcus Ehning.

Isabell Werth fehlt sehr

In der Dressur beherrschten Dr. Reiner Klimke, Hary Boldt, Josef Neckermann und Liselott Linsenhoff die Vierecke, wo gewonnen wurde. Auf ihrem Hufschlag ritten später Nicole Uphoff, Ulla Salzgeber und zuletzt Isabell Werth. Isabell Werth, angehende Mutter und wegen Dopings ihres Pferdes Whisper beim Pfingstturnier in Wiesbaden von allen Turnieren durch den Weltverband ausgeschlossen, erwartet in den nächsten Tagen die Verkündung über die Dauer einer Sperre. Und jetzt, so sagt die internationale deutsche Dressurrichterin Katrina Wüst, „merkt man erst, welche Lücke der Ausfall von Isabell Werth gerissen hat.“

Kein Tetereiter mehr in Sicht

Deutschland ist nur noch in der Breite gut aufgestellt. An der Tete reitet keiner mehr in Springen oder Dressur mitreißend vorneweg. Ohne Medaillen auch weniger Geld vom Bundesinnenministerium. Ludger Beerbaum, wegen seiner Sprüche über Anwendung von medizinischen Mitteln – ohne Eingeständnis auch einer entsprechenden Handlung – zunächst aus der Nationalmannschaft verbannt, fehlt dem Spring-Team natürlich. Auf einen wie ihn kann man nicht verzichten, allein schon nicht auf seine Erfahrung aus 105 Nationen-Preisen zum Beispiel. Beerbaum mit seinem wachen Verstand, bestens geschult auch bei Paul Schockemöhle im Management, sieht weiter als bis zum nächsten Oxer.  Das weiß natürlich auch der neue Bundestrainer Otto Becker, den nicht unbedingt Freundschaft mit dem viermaligen Olympiasieger verbindet. Aber der Wille zum Erfolg eint zwangsweise alle. Ob sie wollen oder nicht.

Beste Trainer für das Ausland

Die deutsche Dressur hat im Moment wenig zu bieten, Grund zum Jubeln herrscht keinerlei Orten. Kein Wunder also, dass Hollands Coach Sjef Janssen frechweg und nicht einmal zu Unrecht behaupten darf, man könnte zur Zeit zwei Equipen zur Europameisterschaft Ende des Monats nach Windsor schicken – und beide kämen mit Medaillen zurück. So war das auch mal in Deutschland. Deutschland hat inzwischen die besten Wettbewerbe angefangen vom Burgpokal, Piaffpreis, Mediencup, doch nirgendwo sieht man Lichtgestalten im Viereck. Deutschland darf zurecht auf die  beste Zucht deuten und die besten Ausbilder – aber die besten Pferde gehen ins Ausland, die besten Trainer arbeiten im Ausland, wo sie fürstlich honoriert werden.

Dressur-Weltcup nur Nebensache

Für viele deutsche Dressurreiter, nicht zuletzt dank falscher Verbandspolitik, ist der Weltcup nur Nebensache, für die Holländer zum Beispiel nicht. Und gerade im Weltcup hocken auf den Stühlen in den Richterbuden jene Juroren, die auch in der Freiluftsaison überall unterwegs sind und ihre Noten nicht nur verteilen, auch besprechen. So schließt sich ein Teufelskreis, die Verbandszentrale Warendorf  steht weiter etwas hilflos davor. Wer sich in der Hallensaison nicht zeigt, hat unter freiem Himmel weniger Chancen. Dazu meint auch Wolfram Wittig, Coach von Isabell Werth: „Die meisten stellen sich zu selten der Konkurrenz. Das gilt auch für die Jungen.“

Windsor in drei Wochen mit den Championaten des alten Kontinents in Springen und Dressur wird für die deutsche Reiterei zu einem Schlüsselerlebnis.