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Reitmeister "Kalle" Giebmanns wird 70 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Freitag, 07. Oktober 2011 um 14:37

 

Karl-Heinz Giebmanns 70 Jahre alt - 1972 Sieger in fünf Großen Preisen, darunter um den Goldenen Käfer in Wolfsburg

(Foto: DL)

 

Krefeld. Reitmeister Karl-Heinz Giebmanns feiert am heutigen Montag, 10.10., seinen 70. Geburtstag. Er war immer echter Amateur und hielt dennoch erfolgreich im Springparcours mit den besten Profis mit.

 

Karl-Heinz Giebmanns ritt viele Jahre ständig nur gegen verkappte Profis, das hat immer noch eher  Seltensheitswert. Wer sich ganz oben tummelte, war im Grunde genommen Berufsreiter und somit von Olympischen Spielen ausgeschlossen, deshalb wurde jahrelang auch gnadenlos gelogen. Seit dem Kongress des Internationalen Olympischen Komitees 1981 in Baden-Baden wird nicht mehr zwischen Amateuren und Berufssportlern unterschieden, Olympia steht seither  den Besten des Sports offen. Bis dahin galten die deutschen Springreiter, meist Pferdehändler ohne erlernten Beruf, schlicht als Unternehmer. Karl-Heinz Giebmanns war immer im damaligen Sinne Amateur, „denn ich hatte einen Beruf.“ Nach einer Banklehre stieg er ins Geschäft mit Baustahlmatten zusammen mit Alwin Schockemöhle und dessen Schwager Ludwig Willenborg  ein, „bis ich aufgrund mangels Geldes bei der Expansion des Betriebes nicht mehr mithalten konnte und ausstieg.“

 

Pferde hatte man bei den Giebmanns in Lobberich am Niederrhein nie welche. Der Vater, Bankangestellter, war jedoch zweiter Vorsitzender des örtlichen Reitvereins. So entstand Kontakt zu Pferden. Mit 15 Jahren saß er erstmals auf einem Pferd, dass der Reitlehrer meinte, er hätte so viel Talent, dass er ihm kostenlos Unterricht erteilen werde. Nach sechs Wochen ritt Karl-Heinz Giebmanns sein erstes Turnier. Auch die Reiterzentrale Warendorf wurde auf den Rheinländer aufmerksam gemacht, er erhielt eine Einladung zu einem sechswöchigen Kursus. Seine großen Lehrmeister damals: Heinrich Boldt, Ostpreuße, Vater des späteren oftmaligen Mannschafts-Olympiasiegers und späteren Dressur-Bundestrainers Harry Boldt, Horst Niemack und  Hans-Heinrich Brinckmann sowie Hans Guenter Winkler. Zur Verfügung standen in Warendorf als Lehrpferde ausgediente ehemalige Weltklassepferde. Boldt ließ nur Schritt reiten, um den richtigen Sitz auf dem Pferd zu vermitteln, Ritterkreuzträger Niemack, später erster Vorsitzender der neu geschaffenen Dressurrichter-Vereinigung und danach oftmaliger Equipechef, und der in den 40-er Jahren weltbeste Springreiter „Micky“ Brinckmann sowie HGW erteilen Unterricht, wie Dressuren oder Springen unter Wettbewerbsbedingungen zu reiten seien. Dazu gesellte sich aus der Military General Wilhelm Viebig.

 

Aus der München-Equipe gedrückt

 

Giebmanns erhält Pferde in Beritt, mit 23 Jahren gewinnt er in Wiesbaden 1963 bei seinem ersten internationalen Start auf Sandro den Großen Preis, mit Scampolo wird er 1965 in Berlin Zweiter der deutschen Meisterschaft. Er fällt durch gutes Reiten überall auf, dass ihn Josef Neckermann als Bereiter in seinen Dressurstall verpflichten möchte. Giebmanns gibt seine Selbständigkeit nicht auf. Er hat inzwischen Sponsoren und Mäzene. 1966 in Rom auf der berühmten Piazza di Siena im Park der Villa Borghese reitet er auf Spritzer seinen ersten Preis der Nationen für Deutschland. Das ganz große Jahr hat „Kalle“ Giebmanns, leidenschaftlicher Jäger, am 5. Dezember 1996 zum „Reitmeister“ ernannt, im Olympischen Jahr 1972. Auf dem holländischen Wallach The Saint ist er vornominiert für München, er gewinnt mit dem „Halbtrakehner“ fünf Große Preise, darunter den Grand Prix in Wolfsburg um den Goldenen Käfer. In München ist er Ersatz, nach eigenen Worten aus der Equipe rausgedrückt, „weil ich ja angeblich zu amateurhaft sei“.

 

Als Trainer ist Karl-Heinz Giebmanns mit Wohnort Krefeld nach wie vor gefragt. Zwei Jahre lang unterrichtete er auch in Stockholm die schwedische Prinzessin Madeleine, 1977 legte er in Warendorf das Examen zum Reitlehrer ab, er war fünf Jahre lang bis 1982 Landestrainer in Berlin, und er gehörte Anfangs zum Kreis von Ausbildern des Weltverbandes, FEI, die in Entwicklungsländern Trainer schulten. Und er war der Ideengeber für die spätere Einführung von Stilspringen mit festgelegter Notengebung. Wahlspruch des Jubilars: „Ich habe den schönsten Sport zum schönsten Beruf gemacht...“