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Leon Melchior - einst gar belächelt, inzwischen voll anerkannt... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter Wyrsch/ DL   
Freitag, 27. Januar 2012 um 13:18


Leon Melchior - hartnäckig und erfolgreich eine Idee verfolgt

(Foto: U.Ludwig)

 

Basel. Im Hinblick auf das höchstdotierte Hallenturnier der Welt in Basel unterhielt sich Peter Wyrsch mit Leon Melchior, dem Gründer des Springpferde-Gestüts „Zangersheide“ im belgischen Lanaken. Pferde mit dem Z-Brand reitet auch Christian Ahlmann, der auf dem Hengst Taloubet Z den Weltcup gewann und letzten Sonntag den Großen Preis in Leipzig. Anfangs war Leon Melchior für seine Überlegungen belächelt worden, doch er hat teilweise die Zucht revolutioniert.





Der Holländer Leon Melchior (85) ist der Gründer, Vater, Vorreiter und Trendsetter der Pferdezucht Zangersheide im belgischen Lanaken in der Nähe von Maastricht und unweit von Aachen. Der Suffix "Z" für Pferde aus dem Gestüt Zangersheide ist im Springreit-Spitzensport zu einem erstklassigen Gütezeichen geworden.

Die Zucht von Sport-Springpferden aus verschiedenenen Abstammungen und mittels fortschrittlichsten Fortpflanzungsmethoden ist das hippologische Lebenswerk des vermögenden holländischen Bauunternehmers Leon Melchior. Nach Jahren moralischen Bedenkens und behördlicher Konflikte ist seine Zucht anerkannt und salonfähig geworden. Der Buchstabe "Z", der letzte des Alphabets, bürgt für Qualität und wurde zum ersten Zeichen in der Zucht von Springpferden.

Pferde von der "singenden Heide"

Der inzwischen betagte Patron Leon Melchior war einst ein mittelmäßiger internationaler Springreiter, voller Ehrgeiz. Als er mal nach einem schweren Trainingssturz mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus lag, rief er noch von dort aus seinen damaligen Trainer Karl-Heinz Giebmanns an und fragte, wann der denn wieder kommen wolle…

Mit Komplettbauten (Straßen, Krankenhäuser und Flughäfen wie Köln-Bonn) machte sich der Bauunternehmer einen Namen, er scheffelte Millionen. Melchior war aber sowohl ein Horseman wie auch ein Tüftler. Er selbst, seine Forscher in Zusammenarbeit mit Tierarzt Dr. Leo De Backer in den hauseigenen Laboratorien, und erstklassige Bereiter für seine erlesenen Sportpferde-Produkte leisteten bahnbrechende Qualitätsverbesserungen und wurden zu Trendsettern modernster Springpferde-Zucht. Z-Pferde stehen an grossen Turnieren und Championaten immer mehr ganz vorne. An den Weltreiterspielen 2010 in Lexington/Kentucky stammten zehn Prozent aller Springpferde aus dem Studbook Zangersheide, was zu deutsch übersetzt, "singende Heide" heisst.

Leistungszucht und Spitzensport

Seine Visionen setzte Melchior hartnäckig und akribisch durch. Er erstellte in den 70er-Jahren auf seinem inzwischen auf 55 Hektaren angewachsenen Gut Zangersheide, inmitten von Wald und Wiesen, einen Springstall. Er kaufte erlesene Hannoveraner-Hengste und Stuten bewährter Springlinien und begann zu züchten. Er verfolgte fast fanatisch seine Idee, die Hufrollenentzündung – häufige Berufskrankheit der Springpferde – wegzüchten zu können, es gelang. Er ließ sich auch nicht entmutigen, als zunächst das Austragen von Embryos durch Leihmütter – er hatte dazu 100 Kaltblutstuten geholt – nicht gelang, weil die technischen Voraussetzungen noch fehlten.

Er ging von Anfang konsequent den direkten Weg zum erfolgreichen Zuchteinstieg als Neueinsteiger. Er holte sich auch sofort Pferdeleute als Berater, wie Olympiasieger Alwin Schockemöhle und dessen Bruder Werner, einen Zuchtexperten der Extraklasse. Und er ließ sich auch etwas sagen. Entscheidend für den Erwerb von Zuchtpferden waren sportliche Ergebnisse und Abstammung. So wurden 1976 auf seinem Gelände unweit der holländischen und deutschen Grenze die ersten Benelux-Meisterschaften ausgetragen unter dem Motto "Leistungszucht und Spitzensport".

Melchior wollte aber mehr und erkannte, dass er weiter gehen musste, um auf Dauer erfolgreiche Sportpferde zu züchten. Er führte erfolgreich Pferde verschiedenener Rassen zusammen, zunächst Selle Français mit Hannoveranern, danach auch Holsteiner mit Hannoveranern. Das ergab einige erfolgreiche Zucht- und Springpferde und brachte heftige Opposition von (neidischen) reinrassigen Gestüten.

Gefriersamen und Embryotransfers

1980 ging Melchior noch einen Schritt weiter und richtete ein "Stimulierungszentrum" ein. Hengste sprangen bei ihm nicht mehr auf Stuten, sondern auf ein Phantom. Das Sperma wurde von einem Tierarzt in einem Zylinder aufgefangen. Somit konnten mehrere Stuten gleichzeitig besamt werden, und Leihmütter konnten die Nachkommen austragen. Mit der Entwicklung von künstlicher Besamung und dem Einfrieren von Sperma ging Melchior erneut eigene Wege, die damals eine Revolution in der Pferdewelt auslösten. Erstmals in Europa wurde mit Embryotransfers experimentiert und man versuchte, Sperma zu trennen, um männliche oder weibliche Nachkommen zu garantieren. Befruchtung per Endoskopie wurde ebenfalls eingeführt.

Um die gezüchteten Nachkommen ideal auf den Springreit-Spitzensport vorzubereiten, stellte Melchior erstklassige Bereiter wie die späteren Europameister Johan Heins, Piet Raymakers sen. und später auch Jos Lansink ein. Der Welt- und Europameister Lansink, ein erstklassiger Ausbildner und Stilist, verdiente acht Jahre sein Brot auf der "singenden Heide".

Das eigene Studbook

1992 erfolgte der endgültige Durchbruch. Melchior gründete sein eigenes Stutbuch, das Studbook Zangersheide, nachdem die Z-Stute Ratina unter Piet Raymakers Olympia-Teamgold und -Einzelsilber gewonnen hatte. Eine Bronze-Statue vor dem Hauptgebäude erinnert noch heute an das Ausnahmepferd, das danach unter Ludger Beerbaum WM-, EM- und Olympiagold holte.     

Inzwischen sind auch Klon-Pferde auf der Zangersheide zu bestaunen. "Es sind deren sechs, drei Hengste und drei Stuten", verrät Judy-Ann Melchior, die Juniorchefin. Der älteste Klon auf Zangersheide ist der Schimmel Chellano Z Alpha. Er ist dreijährig, bald vier und wurde im September 2011 gekört.

Zucht-WM jeden September

Auf Zangersheide arbeiten rund 30 Angestellte, Laborwissenschafter, Forscher, Bereiter, Pferdepfleger und Bürokräfte für Auskünfte, Versand, den hauseigenen Z-Shop, den Z-Markt und das Z-Magazin. Sie organisieren jeweils im September auch die jährlich stattfindenden Weltmeisterschaften für Zuchtpferde. Auf dem riesigen Sandareal sind jeweils Prüfungen für fünf-, sechs- und siebenjährige Zuchtpferde ausgeschrieben, dazu Körungen, Versteigerungen, Tage der offenen Tür und - als Höhepunkt - zwei Hengstspringen für achtjährige und ältere Pferde. Judy-Ann Melchior ist stolz, mit Levisto Z auf den eigenen Anlagen selbst zweimal (2008 und 2009) den Sieg bei den "FEI Sires of the World" errungen zu haben. Der 15-jährige Schimmel-Hengst Levisto, Judy-Anns Lieblingspferd, leidet seit einem Jahr unter Arthrose, steht aber vor einem Comeback.

"Für Zucht, Aufzucht, Förderung und Pflege unternehmen wir alles. Qualität hat oberste Priorität. Kein Weg ist uns zu weit. Wir wollen auf Zangersheide Pioniere und Trendsetter bleiben", betont die erprobte Springreiterin. Das Gesamtkonzept basiert auf Forschungs- und Pionierarbeit, auf Sportmarketing und ausgewählten Zuchtprogrammen. Die Philosophie ist eine zielgerichtete Leistungszucht mit verschiedenen Techniken, die Zangersheide kultiviert und bis hin zur tagtäglichen Praxis gemacht hat. In Zangersheide ist man überzeugt, die Springpferdezucht in ein neues Zeitalter geführt zu haben.
 

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