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"Alleine kommt man nicht weiter..." PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hans-Georg Linsenmeyer/ DL   
Mittwoch, 25. Juli 2012 um 12:37

 

Gera. Andreas Kreuzer (21) gilt als eines der größten Talente des deutschen Springsports. Vier Jahre ritt er bei Paul Schockemöhle in Mühlen, seit 1.Juli 2012 gehört er zum Team des Ausbildungszentrums von Bundestrainer Otto Becker in Albersloh bei Münster. In Gera während des „Summer Meetings“ unterhielt sich Hans-Georg Linsenmeyer  mit dem Grand Prix-Dritten des letztjährigen CHIO in Aachen.

 

 

Andreas Kreuzer auf Can Win - Sieger in Gera im Youngster Cup

(Fotos: HG Linsenmeyer)

Wie viele andere Springreiter nutzte Andreas Kreuzer die dreiwöchige Turniermöglichkeit in Gera, um mit seinen Nachwuchspferden weitere Erfahrungen und auch Platzierungen zu sammeln. Mit seinem erst 7 jährigen Canabissohn Can Win war der Europameister der Junioren von 2008 u.a. im European Youngster Cup für Reiter unter 25 Jahren im Stechen erfolgreich.

 

Andreas Kreuzer, erzählen Sie uns bitte ein wenig über ihre reiterliche Station…

A.K. „Ich habe mit sieben Jahren angefangen zu reiten, zunächst bei Volker Kemper in der Nähe von Zuhause. Er hat mich während meiner Schulzeit über zehn Jahre reiterlich unterstützt. Als ich mit der Schule fertig war, bin ich für knapp vier Jahre zu Paul Schockemöhle nach Mühlern gegangen, und nun arbeite ich im Stall von Otto Becker.“.

 

Von vielen Reitern wurde die Zeit bei Paul Schockemöhle als Sprungbrett in den internationalen Sport genutzt. Was haben sie aus dieser Zeit mitgenommen?

A.K.: „Ich glaube das wichtigste, was ich dort gelernt habe, ist Disziplin und auch, eine gewisse Grundordnung zu halten. Das hat mir in den Jahren zuvor etwas gefehlt. Ich war zwar vorher auch schon erfolgreich, was vielleicht am Talent liegt, aber Begabung bringt einen irgendwann nicht mehr weiter. Das habe ich bei Paul Schockemöhle rasch verstanden. Ich musste mich weiter entwickeln und vieles verinnerlichen, wie Ordnung halten, das Pferdemanagement verfeinern, Pflege der Pferde oder die Planung von Turnieren. Ich habe kapiert, dass zum Reiten eine gewisse Grundausstattung gehört, daraus resultiert der Erfolg. Diese Schulung bei Paul Schockemöhle hat mich unglaublich weiter gebracht.“

 

Sie sind seit kurzen bei Otto Becker. Wie sieht dort das Konzept aus?

 

A.K.: „Unser Grundkonzept beruht auf der Zusammenarbeit mit Paul Schockemöhle, d.h. wir bekommen jedes Jahr aus seinem Gestüt etwa fünf Pferde aus jedem Jahrgang, die ich ausbilden und in den Sport bringen soll.  Diese Zusammenarbeit soll unser Grundbaustein sein. Dann hoffe ich, dass mir Besitzer Pferde für den Sport zur Verfügung stellen. Auch Otto Becker besitzt ebenfalls eigene Pferde, die mir ebenfalls in Beritt gegeben werden. So wollen wir etwas aufbauen – und im Sport erfolgreich sein.“

 

Susanne Behring, zweimalige deutsche Meisterin, die 16 Jahre lang im Turnierstall der Mannschafts-Olympia-Zweiten Christina Liebherr in der Schweiz angestellt war, arbeitet bekanntlich auch bei Otto Becker…

 

A.K.: „Grundsätzlich funktioniert unser ganzes Projekt nur dann, wenn wir alle zusammenarbeiten. Dabei ist Susanne ein wichtiger Baustein. Sie ist in erster Linie für unsere Kunden zuständig, die bei uns auch ihre Pferde stehen haben. Das heißt, sie übernimmt ebenfalls das Training der Kunden. Damit hält sie mir schon mal den Rücken frei. Susanne bringt natürlich unglaublich viel an Erfahrung mit, sie unterstützt auch mich in der täglichen Arbeit. Wenn ich Fragen habe, kann ich immer zu ihr kommen. Das ist mir sehr wichtig, denn an Erfahrung mangelt es noch bei mir. Wir helfen uns gegenseitig. Alleine kommt man im Reitsport nicht weiter. Wir sind in Albersloh wirklich ein gutes Team. Dieses Glück hatte ich auch bei Paul Schockemöhle in Mühlen, wo mir vor allem Norbert Nuxoll mit seinen Leuten zur Seite stand. Alleine ist man am Ende nichts in diesem Sport.“

 

Was muss für sie ein gutes Pferd mitbringen?

 

A.K.:  „Für mich ist das Wichtigste, dass ein Pferd die richtige Grundeinstellung zum Sport mitbringt. Unabhängig davon spielen Vorsichtigkeit und Vermögen  eine sehr wichtige Rolle. Nochmals: An erster Stelle steht die Grundeinstellung, denn mit der richtigen Einstellung kann man viele Schwächen eines Pferdes über Arbeit und Geduld ausmerzen. Aber wenn die Einstellung nicht vorhanden ist, kann man noch so viel reiten und sich noch so viele Gedanken machen, man kommt dann eben nicht weiter. Wenn es wirklich ans Eingemachte geht und darum, im Sport erfolgreich zu sein, muss die richtige Einstellung vorhanden sein. Das muss ich auch sagen, Paul Schockemöhle besitzt bewusst die entsprechenden Stuten bekannter Stämme, die sich bereits durch ihre Einstellung und Härte auszeichneten. Wenn durch die Zucht bereits die entsprechende Grundeinstellung vorhanden ist, fällt einem die Ausbildung bedeutend leichter, und im Sport hat man die Pferde dann auf seiner Seite. Ich glaube, dass wir in der Zucht und im Leistungsport noch mehr darauf achten müssen.“

 

Chacco-Blue war für Paul Schockemöhle der Lieblingshengst und sicher auch für Sie…

A.K.:  „Absolut, nicht nur, weil wir einiges sportlich zusammen erreicht und erlebt haben. Es war natürlich gewaltig für mich, ein solches Pferd zu reiten und die Chance gehabt zu haben,  an großen Turnieren teilzunehmen. Wir hatten auch noch dazu große Erfolge. Um ihn mit Charakteren von anderen Pferden zu vergleichen, Chacco-Blue war unglaublich gutmütig, er war eher wie ein Freund, eben ein ganz besonderes Pferd. Schade, dass er so rasch und so plötzlich starb.“

 

Bei der letzten Hengstvorstellung in Oldenburg war beeindruckend, wie Sie den Hengst in Szene gesetzt haben. Auch wie Sie seine Eigenschaften in lässiger und rhetorischer Weise herausgestellt und demonstriert haben. Jeder spürte, dass da eine besondere Beziehung zwischen Reiter und Pferd vorhanden war…

 

A.K.: „Genau, das ist es eben, wenn man Vertrauen und eine besondere Beziehung zum Pferd hat, dann fallen einem gewisse Dinge viel leichter, und man hat die notwendige Sicherheit, den Leuten dies rüberzubringen.So etwas geht nur, wenn eine bestimmte Verbindung vorhanden ist und Vertrauen besteht. Bei Chacco-Blue und mir war das gegenseitig.“

 

Sie waren die letzten Wochen hier in Gera. Wie waren Ihre Eindrücke und was nehmen Sie mit?

 

A.K.: „Also, ich muss sagen, dass ich rundum zufrieden bin. Die Bedingungen waren super, vor allem die Plätze. Die Pferde, die ich dabei habe, waren eher unerfahren und hatten noch keine solchen Turniere bestritten. So war es Spitze, jede Woche verschiedene Parcours reiten zu können. Die Pferde haben viel gelernt, sie gingen auf Rasen- und Sandplatz. Eine Woche in Gera brachte mehr als zwei Wochen Training zuhause. Ich muss sagen, ich bin echt von dieser Veranstaltung begeistert, vor allem darüber, wie sich alles entwickelt hat. Seit vier Jahren schon komme ich nach Gera, jedes Jahr wird alles besser, von der Atmosphäre und den Zuschauern her. Ich glaube, diese Veranstaltung kann sich  wirklich etablieren, ich hoffe, dass alles die nächsten Jahre so weiter gehen wird…“