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Geklonter "ET" deckt in Frankreich auf einem Gestüt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Donnerstag, 01. Oktober 2009 um 17:02

 

Lanaken.  Vor einigen Wochen wurden aus einem Pferdetransporter im belgischen Lanaken fünf Fohlen entladen. Was nichts Besonderes wäre, doch sie kamen aus Texas/ USA und sind geklont. Die im Labor entwickelten Pferde – drei Stutfohlen von Ratina, der erfolgreichen Hannoveranerin unter Ludger Beerbaum, ein Hengstfohlen von Levisto und ein Hengstfohlen von Air Jordan – sollen die Gene ihrer Vorfahren erhalten und weitergeben. Und in der Nähe von Lyon deckt inzwischen ET Cryozootech – der Klon-Nachkomme des Wallachs ET...

 

Leo de Backer (Belgien) ist der Chefveterinär auf „Zangersheide“. Er zeigt sich begeistert von den Retorten-Pferden: „Was sich da getan hat in der Technik und Wissenschaft innerhalb weniger Jahre, ist unglaublich. Die jetzigen geklonten Fohlen kommen ganz anders daher als die früheren, man sieht ihnen schon eine gewisse Klasse an.“ Und weiter meint der Belgier (58): „Klonen ist auch im Pferdesport nicht mehr weg zu denken oder weg zu diskutieren.“   Der dreimalige Europameister und weltgrößte private Züchter Paul Schockemöhle sagt: „Wenn das Klonen leichter bezahlbar wird, schiebt man eher moralische Bedenken zur Seite.“ Anfangs kostete das Klonen 300.000 Euro, inzwischen sank der Preis unter 250.000.

ET-Klon bestand bei einer Ponystute den Test...

Als erstes geklontes Tier präsentierten Forscher aus Edinburgh am 5. Juli 1996 das Schaf Dolly. Bei den Versuchen im Labor mit 277 Eizellen wurden 29 Embryonen gewonnen, nur einer überlebte, eben Dolly. Das erste geklonte Pferd war 2003 ein Haflinger namens Prometea. Während sich die Warmblutzucht dem Klonen nicht verschließt, schotten sich die Vollblutgestüte gegen Galopper aus der Retorte – noch - ab.

Mehr als 20 geklonte Pferde sind bereits auf der Welt,  darunter Nachkommen von den großartigen Springpferden Ratina, Team-Gold und Einzel-Silber bei Olympia 1992 in Barcelona unter Piet Raymakers (Niederlande), danach unter Ludger Beerbaum Gold bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften, vom inzwischen berühmten Vererber Quidam de Revel, für vier Millionen Mark nach den Olympischen Spielen 1992 vom Olympia-Dritten Frederic Cottier (Frankreich) nach Dänemark an Flemming Velin verkauft, Top Gun , Hannoveraner Wallach, Mannschaftsgold bei Olympia in Barcelona 1992 unter Jan Tops (Niederlande) oder „ET“ von Hugo Simon. E.T. Cryozooch-Stallion ist jetzt dreijährig und soll in Kürze gekört werden. De Backer, der den „Sohn“ des Hannoveraner Wallachs  ET  – mit 3,2 Millionen Euro bisher gewinnreichstes Springpferd der Welt -  auf dem Z-Gestüt unweit von Aachen betreute: „Er sieht fast genauso aus wie der echte ET.“ Der  Hannoveraner-Hengst aus dem Reagenzglas war nach Lanaken geholt worden, „weil die Wissenschaftler ja nichts von Pferden verstehen und gar nicht wissen, dass ein Pferd beispielsweise auch bewegt werden muss“ (de Backer). In Lanaken wurde der Klon-Hengst nebenbei getestet, ob sein Samen tauge. Eine Ponystute nahm sofort auf.

„Klon ist die Kopie eines vorhandenen Pferdes“

Leo de Backer erklärt Klonen so: „Ein Klon ist die Kopie eines bereits vorhandenen Pferdes, genetisch identisch.“ In der Pferdezucht könnten dadurch oftmals begangene Fehleinschätzungen korrigiert werden, dann nämlich, „wenn ein Hengst kastriert wurde, sich aber als Wallach im Sport großartig entwickelte, wie eben ET zum Beispiel.“  Um von einem Wallach einen Klon zu erhalten, wird eine Kopie erstellt, um somit  Samen der Zucht zu erhalten. Nach de Backer ist der Vorgang relativ einfach. Wie schon beim Klonen des Schafes Dolly wird das Erbgut aus einer Körperzelle entnommen und in eine Eizelle gegeben, die wiederum wird dann in die Gebärmutter einer Trägerstute eingepflanzt.

Das französische Unternehmen Cryozootech aus der Nähe von Paris beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Klonen von Pferden. Erster Klon war „Pieraz-Cryozootech Z“,  „Sohn“ des Wallachs  „Pieraz Psar“, der 1994 in Den Haag die inzwischen 63 Jahre alte Valerie Kanavy (USA) zum Weltmeistertitel im Distanzreiten über 160 km trug, dann zwei Jahre danach in Fort Riley deren Tochter Danielle. Das Gestüt Zangersheide erkannte den ersten geklonten Hengst – gegen den Widerstand vieler Züchter europaweit – vor vier Jahren als Vererber dennoch an. Eric Palmer, Chef von Cryozootech: „„Wir nehmen nur Stuten, Hengste oder Wallache bester Abstammung oder Leistung, die bei Olympia oder Championaten auf höchstem Niveau vorgestellt wurden.“ Sein Werbeslogan: „Gestern kastriert – morgen der Vater Deiner Fohlen.“

Ein Quadratzentimeter Haut genügt

Leo de Backer: „Zum Klonen genügt ein Quadratzentimeter Haut von einem lebenden Pferd. Sobald genügend Zellen vorhanden sind, werden diese bis zu jenem Moment eingefroren, dass der Auftraggeber meint, jetzt hätte er gerne einen Klon.“ Dann werden der Zellkultur einzelne  Zellkerne entnommen und in eine Eizelle implantiert. Nach etwa fünf Tagen kann bei entsprechender Entwicklung die Eizelle in eine Amme eingepflanzt werden.

De Backer verkennt auch viele Probleme nicht. Zum Beispiel: Man benötige zum Klonen etwa 1.800 Eizellen, davon blieben vielleicht 850 gereifte zum Klonen geeignete Eizellen übrig. Am Ende vielleicht gerade mal 20, mit denen man weiterarbeiten könne. Soweit die bisherige Erfahrung. De Backer: „Aus 850 Eizellen entsteht so ein einziges Fohlen, dazu braucht man auch noch 22 Trägerstuten. Das macht alles am Ende eben sehr teuer.“

Kürzeres Leben – ja oder nein?

Schaf „Dolly“ musste 2004 nach einer Lungenentzündung achtjährig eingeschläfert werden. Wissenschaftler streiten sich inzwischen darüber, ob geklonte Tiere rascher reifen – und früher sterben. Wie der frühere Vorsitzende der Veterinärkommission im Reiter-Weltverband, Dr. Peter Cronau (67) notiert, gelte als gesichert, dass Klone rascher wachsen „und dadurch einen anderen Lebensrhythmus besitzen und einer anderen Lebenserwartung unterliegen“. Leo De Backer wiederum  behauptet, wissenschaftliche Untersuchungen an geklonten Mäusen hätten ergeben, „dass die Lebenserwartung nicht vom Klonen beeinflusst wird. Nicht anders sieht es bei den geklonten Pferden, die sich ganz normal wie andere Pferde entwickeln“.

 

 

 

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