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Von großen Pferden, die auch alt wurden... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Donnerstag, 08. Oktober 2009 um 16:25

 

 

Ermelo. Die Behauptung, Sportpferde würden jung verschlissen, rasch altern und früh sterben, stimmt zum Teil, aber auch wieder nicht, wie inzwischen immer mehr Beispiele belegen. Die Wunderstute Halla, der Hans Günter Winkler den Aufstieg in die bessere Gesellschaft verdankt, nicht zuletzt durch die beiden unter tierischen Schmerzen errittenen zwei Olympischen Goldmedaillen 1956 in Stockholm, wurde mit 16 Jahren aus dem Sport genommen und lebte noch 18 Jahre als „Rentnerin“. Nun hat wieder ein Pferd „Geburtstag“, der Oldenburger Wallach Bonfire, auf dem die Niederländerin Anky Van Grunsven die erste von insgesamt drei Olympischen Dressur-Goldmedaillen holte. Er wird nun 26 Jahre alt.

 

„Es geht ihm gut“, sagte Anky Van Grunsven beim zehnjährigen Jubiläum der NL-Talentschmiede am  holländischen Verbandssitz in Ermelo. Die dreimalige Dressur-Olympiasiegerin, Botschafterin für das einmalige niederländische Projekt im Aufspüren und Fördern von Sport-Talenten, nicht nur im Reiten, meinte den Wallach Bonfire. Auf Bonfire gewann das niederländische Sportidol bei Olympia in Barcelona 1992 und Atlanta 1996 drei silberne Plaketten, ehe sich nochmals Silber mit dem Team und Gold in der Einzelwertung in Sydney 2000 dazu gesellten, auf Bonfire wurde sie außerdem in Arnheim 1999 Europameisterin, dazu Weltmeisterin in der Kür 1994 in Den Haag.

 

ET möchte immer noch zum Turnier...

 

Vor einigen Tagen war Ratina Z, das erfolgreichste Springpferd der Welt, bei ihrem Reiter und Besitzer Ludger Beerbaum (Riesenbeck) 28 Jahre alt geworden. Und das mit 3,2 Millionen Euro gewinnreichste Springpferd der Welt, der Hannoveraner Wallach ET, ist inzwischen 22 Jahre alt „und rennt immer noch zum Transporter, als wollte er auf ein Turnier mitgenommen werden“, sagt der für Österreich startende Pfälzer Hugo Simon, der auch Besitzer war, ehe er den „Außerirdischen“ seiner Stallmanagerin Margit Herzau schenkte.

 

Deister wurde 29 Jahre alt

 

Kaum ein Springpferd ist den Deutschen vom Namen her so bekannt wie Deister, jener dunkelbraune Wallach, der den als Springreiter spätberufenen Paul Schockemöhle dreimal hintereinander zum Europatitel trug. Der Mühlener Multiunternehmer, größter privater Züchter der Welt mit inzwischen an die 5.000 Pferden, bei dem alles zu kaufen ist und war „nur Deister nicht. Der Wallach war für mich mehr als ein Pferd“, sagte Schockemöhle mal. Deister wurde 29 Jahre alt. Milton, dieser göttliche Schimmel unter seinem britischen Reiter John Whitaker, musste mit 20 Jahren erlöst werden, weil der Wallach an einem Gehirntumor litt.

 

Und For Pleasuer und "Remmi"...


Immer noch "Chef im Hause" auch als "Rentner" ist bei Marcus Ehning (Borken) der Hengst For Pleasure, jetzt 23 Jahre alt. Der Hannoveraner Fuchs sorgte nicht nur für großartige Nachkommen, er brachte auch sonst allerhand zuwege, zum Beispiel machte er in Atlanta 1996 Lars Nieberg und vier Jahre danach in Sydney Marcus Ehning zu Mannschafts-Olympiasiegern.  Und mit 1.836.983 Euro ist er das drittgewinnreichste Springpferd in deutschem Besitz nach Shutterfly (2.618.340) und Goldfever (1.841.788).

Der westfälische Wallach Rembrandt ("Remmi"), mit dem 1989 unter Nicole Uphoff eine neue Ära  begann, nämlich die Abkehr von den schweren Pferden in der Dressur, wurde 24. Der königliche Wallach verließ zweimal ein olympisches Viereck und einmal den Weltmeistersand 1990 in Stockholm als Sieger. Der international sehr bekannte Richter Heinz Schütte sagte mal: „Es war eine Ehre, ein solches Pferd beurteilen zu dürfen.“

 

Schlimme Stunden für Isabell Werth

 

An den 22. September 2009 wird sich Isabell Werth (Rheinberg) wohl für immer erinnern, und wahrlich nicht im Guten. An jenem Dienstag erhielt sie die Mitteilung, dass auf Empfehlung der Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die zunächst vom Weltverband auf sechs Monate festgelegte Sperre wegen des Dopingfalles beim Wallach Whisper während des Pfingstturniers in Wiesbaden um ein halbes Jahr verlängert werden soll, was die deutsche Föderation plötzlich auch befürwortete -  und dann musste auch noch Gigolo eingeschläfert werden. Auf dem Hannoveraner Fuchs, erfolgreichstes Dressurpferd der Welt, war Isabell Werth (40) selbst zur unbestrittenen Königin des Dressurvierecks geworden.

 

Ehe der Tierarzt dem 26 Jahre alten Wallach die tödliche Spritze setzte, war Isabell Werth nochmals ganz allein mit ihm in seiner Box. „Ich habe bitterlich geweint und mich von ihm verabschiedet. Menschen, die mit Tieren so eng leben wie ich mit Pferden, werden mich sicher verstehen können, dass ich unglaublich litt. Aber das war klar abgemacht: Gigolo sollte am Ende seines Lebens auf keinen Fall leiden Gigolo fraß plötzlich kaum noch, konnte nur noch mit Mühe in seiner Box aufstehen, das Pferd fiel regelrecht in sich zusammen. So war der Tod eine wirkliche Erlösung“, sagte die fünfmalige Olympiasiegerin.