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Julia Krajewski - oder: Ihr erfolgreichstes Jahr... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Alexandra Koch/ DL   
Freitag, 09. Dezember 2016 um 16:58

Warendorf. Der Auftritt der deutschen Vielseitigkeitsreiterin Julia Krajewski (29) bei Olympia in Rio verlief sicherlich alles andere als überaus glücklich. Ihr Ziel für 2017 liegt vor allem auf dem Sektor Trainer-Job im Nachwuchsbereich…

 

Zugegeben: Die Olympischen Spiele und ihren Auftritt in Rio hätte sich Julia Krajewski mit Sicherheit ein wenig anders vorgestellt. Wohl allen sind die Bilder noch im Gedächtnis, als die junge Frau nach sehr solider Dressurleistung im Gelände nach Verweigerungen eliminiert wurde. Bei allen negativen Kommentaren, welche dies hervorrief, muss die Situation davor immer im Gedächtnis behalten werden: Andreas Ostholt war aufgrund einer leichten, bereits genesenen Verletzung seines Pferdes aus dem Olympia-Team genommen worden. Krajewski rückte nach und stand von jetzt auf gleich ihrer Olympia-Premiere gegenüber…

Krajewskis Olympia-Premiere lief nicht optimal, doch sie zeigt mit ihrem noch jungen Pferd Samourai du Thot viel Potential für die Zukunft. In Strzegom zum Saisonabschluss konnte sie dies erneut unter Beweis stellen: Sieg mit „Sam“ und mit ihrem Nachwuchspferd Chipmunk. Im kommenden Jahr wird Julia Krajewski nach ihrer Ausbildung bei der deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zudem das Traineramt bei den Junioren-Vielseitigkeitsreitern übernehmen.

Dieses Trainerdasein machte Julia Krajewski während der vergangenen Jahre immer mehr Spaß. „Ich bin seit vier Jahren in der Abteilung Ausbildung und Wissenschaft bei der FN angestellt. Davor machte ich zunächst meinen Schein als Diplomtrainer in Köln an der Deutschen Sporthochschule. Nach dem Abitur wollte ich studieren und spielte zunächst auch mit dem Gedanken, Tiermedizin als mein Fach zu wählen. Doch dies wäre neben dem Sport dann für mich doch zu zeitaufwändig gewesen. Nach meiner Meisterprüfung als Pferdewirtin entschied ich mich darum, den Diplom-Trainer dranzuhängen, was in etwa einem Bachelorstudium entspricht. Besonders haben mich dabei die vielen sportwissenschaftlichen Inhalte fasziniert, die man in der normalen Reitausbildung so nicht mitbekommt.“ Seit 2010 begleitet sie Rüdiger Schwarz und Fritz Lutter auf die Championate der Nachwuchsreiter, das weckte ihre Leidenschaft für einen Trainerjob. Der Schwerpunkt ihrer Bürotätigkeit lag in erster Linie auf  Neugestaltung von Aufgabenheften, Prüfungsordnung (APO) oder Aufgabenstellung von Prüfungen. Zum Ende des Jahres möchte sie die  Trainertätigkeit zudem noch einmal ausweiten, „dann sollte meine Arbeit etwa aus Dreiviertel Trainerdasein und Einviertel Reiten bestehen. Ich habe früh beschlossen, dass ich mein Leben nicht nur auf Reiten aufbauen möchte. Es ist mir wichtig, ein zusätzliches Standbein nebenbei zu haben. Das war nicht von Anfang an der Plan, aber hat sich, wie es oft ist, über die Jahre immer weiterentwickelt. Ich bin wirklich in der glücklichen Lage, am Deutschen Olympiadekomitee für Reiterei meine reiterliche und Trainerlaufbahn parallel umsetzen zu können. Und 15 Pferde am Tag reiten, ist nicht unbedingt mein Ding, also zahle ich meine Tierarztrechnungen nun auf diese Art und Weise.“

Doch für ihre Spitzen- und Nachwuchspferde hat Julia Krajewski selbstverständlich immer Zeit. Momentan sind Samourai du Thot und Chipmunk ihre beiden Spitzensportler: „Ich reite Samourai du Thot nun, seit er fünf Jahre alt ist, also seit 2011. Sam ist ein sehr lustiges Pferd, er macht viel Quatsch. Als er noch jünger war, hat er oft gebockt, und man musste schon recht sattelfest sein. Er hat sich damals immer noch mal vom Drumherum ablenken lassen. Aber er war immer schon ein Leistungspferd und sehr motiviert. So mit sieben oder acht Jahren verstand er dann, wann es wirklich wichtig war. Von diesem Zeitpunkt an hat er sich auch im Gelände auf die entsprechenden Aufgaben konzentriert. Seitdem ist er ein sehr zuverlässiges Pferd, das selten einen schlechten Tag hat. Er arbeitet eigentlich immer mit Freude. Chipmunk ist etwa 15, 16 Zentimeter größer als Sam und auch deutlich länger und ein ganz anderes Pferd in seiner Art. Eher schüchtern und sehr menschenbezogen. Er braucht immer ein bisschen Sicherheit. Bei langen Reisen muss man immer auch Pausen einlegen. Chipmunk braucht sein geregeltes, stabiles Umfeld, seine Futterzeiten, wenn möglich dieselben Nachbarn und ähnliche Trainingszeiten. Im Training würde er alles machen. Aber dadurch, dass er alles anbietet, muss man darauf achten, ihn nicht zu überfordern. Er ist sehr gutmütig, aber eine hektische Turnieratmosphäre kann ihn auch mal verunsichern. In dieser Hinsicht muss ich ihn ein bisschen an die Hand nehmen und ihm praktisch sagen, wir machen das zusammen und dann geht das auch.“ Chipmunk könne Häuser springen, wie Springreiter gerne über Kracks sagen. „Wenn ich mit ihm in einen S-Parcours reiten würde, hätte ich keinen Zweifel, dass er das schafft. Er ist mit seinen erst acht Jahren ja schon sehr weit gekommen.“

Viel Zeit bleibt Julia Krajewski neben dem Hobby als kommenden Beruf wenig. Sie ist gerne unter Menschen, mag Kinogehen und versucht, vor allem im Winter, „meine Familie öfter zu sehen“. Sollte Zeit für Urlaub sein, „ist Skifahren traditionell meine erste Wahl!“