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Wutrede von Olympiasieger Steve Guerdat PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sascha Dubach "PferdeWoche"/ DL   
Mittwoch, 14. Dezember 2016 um 18:12

 

Genf. Anlässlich des Internationalen Reitturniers in Genf tagte auch der Internationale Springreiter-Club (IJRC). Der laute und unverhohlene Unmut der Reiter richtete sich gegen den Weltverband (FEI) und dort vor allem gegen Präsident Ingemar de Vos, der ihnen als den Verband tragenden Akteuren keinen Respekt zolle…

 

Der Internationale Springreiterclub «IJRC» hat an seiner Generalversammlung im Rahmen des CHI Genf seinen Unmut über den Dachverband FEI kundgetan. Die flammende Eröffnungsrede hielt der Schweizer Weltcup-Gewinner und Olympiasieger von London, Steve Guerdat, der sich wahrlich nicht in Worten zurückhielt: „Das kann ich nicht mehr akzeptieren, dass die FEI den Hauptakteuren weder zuhört noch diesen Achtung schenkt. Es ist schon ein Mangel an Respekt, dass der FEI-Präsident Ingmar De Vos nicht hier ist, obwohl wir ihn vor Wochen schon eingeladen haben.“

 

Der Unmut der Reiter richtet sich noch immer gegen den vorgeschlagenen FEI-Beschluss, bei Olympischen Spielen die einzelnen Teams von vier auf drei Reiter zu verkleinern. „Es geht aber auch um die Formänderung bei kommenden Weltmeisterschaften, nämlich den Pferdewechsel abzuschaffen. Wieso erfahren wir erst aus der Presse davon?“ sagte der erzürnte Guerdat. Dies sei keine Demokratie, wie man es von einem modernen Sportverband erwarten könne. Und es stimme auch nicht, dass der Vorschlag des Springreiter-Clubs bei der FEI für die Generalversammlung zu spät eingereicht worden sei, „wir stehen da wie Clowns, wenn dies behauptet wird. Fakt ist, dass wir uns schon seit zwei Jahren gegen diese vorgeschlagene Regeländerungen aussprechen“, wetterte Guerdat weiter. „Ich denke, wir haben mehr Respekt verdient. Es gibt keinen Dachverband ohne uns Reiter. Sie sollten entsprechend genau zuhören, was wir zu sagen haben.“ Viel Applaus für den Redner von seinen Kollegen.

 

Ebenfalls in Frage gestellt wurde das Wahlsystem „Eine Nation, eine Stimme“. Der IJRC zeigte auf, dass von den 134 Nationen, die bei der letzten Generalversammlung vor wenigen Wochen in Tokio abstimmten, 60 Föderationen  gar keine Turniere organisieren, 17 nur als Verband existierten ohne Reiter, und 26 kein einziges eingetragenes Pferd vorweisen könnten…

 

Die ebenfalls anwesende FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibáñez hatte alle Hände voll zu tun, die getroffenen Entscheidungen zu verteidigen. Sie reagierte auf die Kritik mit dem Vorschlag, die Reiter mehr in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Dies wurde von den Anwesenden jedoch nur als weiteres Lippenbekenntnis ohne Wert deklariert. Frankreichs Team-Olympiasieger Kevin Staut (IJRC-Vizepräsident) rief am Schluss der Sitzung dazu auf, dass sich alle aktiv daran beteiligen sollten, dass die getroffenen Änderungsvorschläge seitens der FEI an das Internationale Olympische Komitee (IOC) rückgängig gemacht würden.

 

Die einzige Möglichkeit besteht jedoch lediglich darin, dass das IOC den Vorschlag der FEI bei seiner Sitzung im Sommer 2017 zurückweise bzw. ablehne. doch damit ist kaum zu rechnen, zumal ja sämtliche Änderungsvorschläge von der FEI unterbreitet wurden…

Steve Guerdat