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Die Chefin hat am Heiligen Abend Stalldienst... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Oliver Wehner/ "Die Rheinpfalz"/ DL   
Samstag, 17. Dezember 2016 um 13:37

Frankfurt/ Main. Olympiasiegerin Dorothee Schneider ist in Frankfurt mit zwei Nachwuchspferden beim Festhallenturnier in Frankfurt am Start. Sie hat eben  immer die Zukunft im Blick – nicht das Gewesene…

 

Typisch Dorothee Schneider: Selbst am Ende eines märchenhaften Jahres schwelgt die Olympiasiegerin von Rio, deutsche Meisterin und Dressur-Weltranglistendritte (noch) nicht in Erinnerungen, sondern arbeitet gewohnt emsig an den Erfolgen der Zukunft. Bester Beweis: Beim Frankfurter Festhallen-Reitturnier hat sie in beiden bedeutenden Jungpferde-Finalprüfungen Eisen im Feuer.

 

Die Rückkehr in den Alltag nach den mit Mannschaftsgold gekrönten Tagen von Rio de Janeiro fiel der passionierten Pferdefrau leicht. Schon eine Woche nach ihrer Heimkehr im Spätsommer ritt sie im rheinhessischen Albig, nahe ihrer Heimat Framersheim, beim kleinen, aber feinen Jungpferdeturnier schon wieder munter und siegreich ihre vierbeinigen Talente. Starallüren sind Dorothee Schneider ohnehin fremd. Auf die Frage, ob sie sich nun wenigstens über Weihnachten mal eine Auszeit samt kleiner Reise gönnt, muss sie lachen. „An Heiligabend möchten alle frei haben. Also werde ich den Stalldienst machen. Die Pferde wollen jeden Tag essen und ins Freie“, sagt sie und erfüllt ihren Angestellten im Gestüt St. Stephan den Wunsch gern, schließlich hielten jene ihrer Chefin den Rücken frei, als die im fernen Brasilien weilte und sorgenfrei zu Teamgold ritt.

 

Emotional geriet auch vor einer Woche in Salzburg das Comeback ihres Rio-Partners Showtime, der seit Olympia eine Turnierpause genossen hatte. „Ich hatte etwas Anspannung, wenngleich schöner Art“, gesteht Dorothee Schneider, „denn meine Kolleginnen hatten ja gute Scores und Leistungen vorgelegt.“ Da stand sie mit dem ja erst zehnjährigen Hannoveraner Wallach in nichts nach: „Er hat gleich seinen Fuß in die 80er-Tür reingekriegt.“ Dressurreitersprech, der übersetzt werden will: über 80 Prozent aller Punkte im Grand Prix, über 85 in der Weltcup-Kür – absolute Weltklasse. Und das, obwohl Showtime in der Halle manchmal etwas „heißer“ und dann schwerer zu steuern ist als draußen.

 

„Dorothee wollte natürlich an das Championat anknüpfen und stellt an sich die höchsten Anforderungen“, sagt Assistenz-Bundestrainer Jonny Hilberath, der sie in Salzburg betreute. Die deutsche Teamleitung um Monica Theodorescu weiß, was sie an der erfahrenen und fleißigen Ausbilderin hat. Möglich, dass Schneider in diesem Winter noch mal im Weltcup auftritt, wobei das Finale der Serie in den USA nicht ihr primäres Ziel wäre. Das ist die EM 2017 in Göteborg. Und mit Blick darauf sieht sie bei Showtime, „der ja im letzten halben Jahr so um die Ecke kam“, wie sie den steilen Aufstieg des Sandro-Hit-Sohnes aus einer Rotspon-Mutter umschreibt, noch Steigerungspotenzial. Für seine Passagen hamsterte „Showi“ in Salzburg mehrfach die Traumnote zehn, „aber zu Hause piaffiert er noch besser“, weiß Dorothee Schneider. Auch die Übergänge zwischen Passage, Piaffe und wieder heraus – das geht noch runder: „Beim Raus stampft er manchmal noch, anstatt klein zu bleiben. Aber das bringt die Reife.“

 

In Frankfurt platzierte die 47-Jährige gestern ihren Bayernhengst Sammy Davis jr. in der Einlaufprüfung für den Louisdor-Preis der acht- bis zehnjährigen Nachwuchs-Grand-Prix-Pferde mit über 75 Prozent auf Rang zwei. Nur gegen A-Kaderkollegin Anabel Balkenhol, die diese Prüfung mit dem Trakehner Heuberger gewann und zuvor bereits mit Dablino im Grand Prix gesiegt hatte, war einfach kein Kraut gewachsen.

 

„Wenn er reinkommt, ist er erstmal schön. Und wenn er sich in Bewegung setzt, ist er noch mal schön“, beschreibt Schneider lachend ihren vierbeinigen Beau. Nur der knappe Schritt verriet, dass auch der Hengst von der Festhallenkulisse etwas beeindruckt war. Deutlich weniger allerdings als am Donnerstag die Stute Chocolat in der Einlaufprüfung für den Nürnberger Burg-Pokal: „Die guckte in jede Ecke, da war ich ein bißchen der Beifahrer.“ Im Finale der deutschen Meisterschaft für Sieben- bis Neunjährige ist „Titelverteidigerin“ Schneider also nicht favorisiert, das wusste sie aber vorher schon. Anders morgen im Louisdor-Finale mit Sammy Davis jr. So oder so: Wenn an Heiligabend ihr Stalldienst beendet ist, wird sie dann doch mal in der Erinnerung an ein märchenhaftes Jahr schwelgen dürfen …