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Spitzensportler sind für Deutsche echte Vorbilder PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: DOSB/ DL   
Mittwoch, 01. Februar 2017 um 12:43

Frankfurt/ Main. Für die große Mehrheit der Deutschen haben Spitzensportler eine Vorbildfunktion. Sie stehen auch für Leistungsfähigkeit und Fairness.

 

 

„85,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland stimmen der Aussage zu, dass deutsche Athleten eine Vorbildfunktion in Sachen Leistungswille ausüben.“ Das ist ein Ergebnis einer Studie der Deutschen Sporthilfe und der Deutschen Sporthochschule Köln zur Akzeptanz des Spitzensports in Deutschland. Auch für die Vermittlung eines Gemeinschaftsgefühls (82,9 Prozent), in puncto Leistungsfähigkeit (80,7) und Fairness (79,1) haben deutsche Athleten nach wie vor eine Vorbildfunktion inne. Das geht aus einer Mitteilung der Sporthilfe vom 26. Januar hervor.

 

Spitzensport an sich übe auf die Menschen in Deutschland eine hohe Faszination aus, heißt es darin. Der Umfragewert sei in den vergangenen fünf Jahren angestiegen: von 57,1 auf 60,1 Prozent. Damit interessiere sich die Mehrheit der Bevölkerung für Spitzensport und sei zudem bei Medaillenerfolgen deutscher Athleten emotional bewegt. Dabei sei die Wertschätzung deutscher Athleten nach wie vor sehr hoch: „81,3 Prozent der Deutschen haben Vertrauen darin, dass deutsche Athleten moralisch integer handeln und die Einhaltung von Regeln sowie Fairplay und Unbestechlichkeit beachten“, besagt die Studie. Bei internationalen Athleten liege dieser Zustimmungswert lediglich bei 39,3 Prozent.

 

Gleichwohl zeige sich, dass negative Themen des Spitzensports wie Doping, Korruption und Match-Fixing Auswirkungen auf die gesellschaftliche Akzeptanz und Relevanz des Spitzensports hätten. Im Vergleich zu einer Studie aus dem Jahr 2011 ist die Vorbildfunktion von Athleten leicht gesunken (Leistungswille: 85,6 anstelle 90,9 Prozent; Vermittlung eines Gemeinschaftsgefühls: 82,9 anstelle 85,0 Prozent; Leistungsfähigkeit: 80,7  anstelle 84,0 Prozent; Fairness: 79,1 anstelle 87,2 Prozent). Nur noch 60,9 Prozent der Deutschen verbinden laut Studie mit Erfolg im Spitzensport einen individuellen oder nationalen Nutzen für Deutschland, 2011 waren dies noch  78,2 Prozent. Gleichzeitig zeige sich insbesondere ein geringes Vertrauen der deutschen Bevölkerung in die Integrität internationaler Athleten, internationaler Sportverbände und internationaler Sportfunktionäre.

 

„Wir konnten erstmals eine Kausalkette nachweisen, dass die Akzeptanz des Spitzensports in der deutschen Bevölkerung maßgeblich vom Vertrauen in die Integrität der Athleten, der Verbände und insbesondere der Funktionäre abhängt“, sagte Professor Christoph Breuer, der Chef des Instituts für Sportökonomie und Sportmanagement an der Deutschen Sporthochschule. Michael Ilgner, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Sporthilfe, erklärte, er sehe deshalb entsprechenden Handlungsbedarf.

 

„Die Sicherung der Integrität und der Werte des Sports ist von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung eines förderungswürdigen Spitzensports“, sagte er. „Die Deutsche Sporthilfe hat dies in den letzten Jahren in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt, das unterstützen und erwarten mittlerweile auch alle Partner und Förderer von uns. Leistung, Fairplay und Miteinander sind bei unserer Arbeit die entscheidenden Werte: auf der einen Seite über den Sporthilfe-Eid, den jeder geförderte Athlet unterschreiben muss und gegen dessen Zuwiderhandlung entsprechende Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus der Förderung folgen; auf der anderen Seite durch ein langfristig orientiertes Förderkonzept, das Leistung und Wagemut incentiviert, sich aber verstärkt auch an der persönlichen Entwicklung und Lebensperspektive der Sportler orientiert.“

Prof. Breuer ergänzte: „Schon aus einem gesunden Eigeninteresse des Sports sollte systematischen Maßnahmen zur Sicherung der Integrität mindestens die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt werden wie Maßnahmen zur Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen des Spitzensportsystems. Hierzu zählen unter anderem die systematische Umsetzung von Good-Governance-Standards auf allen Organisationsebenen des Sports, eine systematischere Umsetzung bzw. Intensivierung von Anti-Doping-Maßnahmen im nationalen und insbesondere internationalen Sport sowie eine darüber hinausreichende grundsätzliche und umsetzungsorientierte Programmatik wertorientierten Handelns im Spitzensport.“

 

Ein weiteres Ergebnis der Studie betreffe die Situation der durch die Sporthilfe geförderten Spitzenathleten, heißt es in der Mitteilung. Der persönliche Mehrwert von Athleten, im Leistungssport aktiv zu sein, und ihre persönliche Akzeptanz ihres Leistungssportengagements hingen maßgeblich von der gesellschaftlichen Akzeptanz, den finanziellen Möglichkeiten, dem erforderlichen Zeitaufwand sowie der familiären Situation ab. Eine Befragung der von der Stiftung Deutsche Sporthilfe geförderten Athleten habe ergeben, dass sie eher nicht der Meinung seien, dass ihre sportliche Leistung in der Öffentlichkeit hinreichend wert geschätzt werde. Ebenso sähen sie ihre finanzielle Zukunft als nicht abgesichert an.

 

Fast die Hälfte der Athleten habe bereits über ein vorzeitiges Karriereende nachgedacht, wobei auffällig sei, dass seit 2013 die entsprechenden Zahlen kontinuierlich anstiegen. Wenn man davon ausgehe, dass die Gesamtzahl an Talentjahren – verstanden als ein Lebensjahr eines sportlichen Talents, welches in Spitzensport investiert wird – den Erfolg eines Spitzensportsystems bestimme, so sei diese Zahl als eine zentrale Inputgröße für nationale Spitzensporterfolge anzusehen. Um den Rahmen an Talentjahren möglichst optimal auszuschöpfen, sei die Suche nach Ursachen vorzeitiger Karrierebeendigungen funktional. Die Studie zeige auf, dass der Hauptgrund beruflicher Natur sei: Wenn Athleten über ein vorzeitiges Karriereende nachdächten, dann in erster Linie aus beruflichen Gründen, zweitwichtigster Grund seien finanzielle Motive.

 

„Die Arbeit der Deutschen Sporthilfe zielt darauf ab, den größten Talenten bestmögliche  Entfaltungsmöglichkeiten für ihre Leistungssportkarriere zu bieten. Daher versuchen wir insbesondere auch die beiden Hauptgründe für ein vorzeitiges Karriereende zu minimieren“, sagte Michael Ilgner. So liege der Fokus neben der finanziellen Förderung der deutschen Nachwuchs- und Spitzenathleten bereits seit Jahren auf der Unterstützung rund um die Themen Ausbildung und Beruf. Mit der Initiative ‚Sprungbrett Zukunft‘ habe die Sporthilfe hier in den vergangenen Jahren wichtige Weichen gestellt „Die Athleten nehmen diese Angebote verstärkt an. Nichtsdestotrotz besteht – neben einem dringend erforderlichen Aufwuchs der finanziellen Mittel – auch hier in den kommenden Jahren noch entsprechendes Verbesserungspotential, das zeigen die Ergebnisse der Befragung“, so Illgner weiter. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck.“