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Der Reiter soll sich mal "verpferdlichen"... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Oliver Wehner/ "Die Rheinpfalz"/ DL   
Dienstag, 07. Februar 2017 um 12:55

Altleiningen. Ein großes Projekt eines kleinen Regionalverbandes, realisiert mit Erfolg in der Pfalz: Ausbildungsqualität zum Wohle des Pferdes.

 

 

„Niemals ein Pferd im Zorn zu behandeln“, verlangte schon der antike Reitkunstgelehrte Xenophon. Ausbildung auch zum Wohl des Sportpartners vermittelte die zweite Burgtagung des pfälzischen Verbandes in Altleiningen.

Manchmal bedarf es eben drastischer Worte. „In den sozialen Medien sind unglaublich viele unterwegs, die einen Schwachsinn verzapfen, dass es weh tut“, befand Britta Schöffmann im Prinzip allgemeingültig. Die Buchautorin, Trainerin sowie Grand-Prix-Dressurreiterin bezog dies aber auf eher virtuelle Tipps zur Pferde- und Reiterausbildung. Umso wertvoller, wenn leibhaftige und anerkannte Experten den – im besten Wortsinne – Amateuren helfen können. Wenn das in einem stimmungsvollen Ambiente passiert, in Seminaren und praktischen Workshops an einem Wochenende, dann ist Burgtagung des Pferdesportverbandes Pfalz in Altleiningen – diesmal zum zweiten Mal nach der bundesweit beachteten Premiere 2015. Ein hochambitioniertes Großprojekt für einen „eher kleinen, ehrenamtlichen Regionalverband“, wie Brigitte Seidler als dessen Vorsitzende weiß. Ein Dreivierteljahr intensiver Vorbereitung lag hinter den Macherinnen und Machern um Projektleiterin Stefanie Bassler. Die Grundidee für die zweite Ausbildungstagung auf der Burg Altleiningen hatte Seidler nach einem Besuch der FN-Tierschutztagung vor über einem Jahr „geboren“. „Ausbildungsqualität (auch) zum Wohle des Pferdes“, dies die Leitlinie an drei intensiven Tagen für 180 Teilnehmer. „150 davon pfälzische Ausbilder, das ist viel“, freute sich Seidler vor allem über jene Pferdemenschen der Region, die ihr neu erworbenes Wissen und ihre Erkenntnisgewinne direkt weitergeben an die Basis, in den Vereinen und Ställen.

 

Und das disziplinübergreifend. Martina Busch reitet freizeitmäßig Dressur, ihr Mann Ralf Klein bewegt Wallach „Daimy“ gern vom Boden aus, bildet sich im Horsemanship weiter. „Wir waren begeistert, es waren alle Referenten und Vorträge erstklassig“, schwärmte das Paar aus Ludwigshafen und schloss: „Wir sind voll motiviert!“

 

„Die Vielfalt des Reitens zu erleben, das ist schon etwas Besonderes“, staunte Dieter Noppenberger, der Präsident des Sportbundes Pfalz, als Gast auf der Burg. Und wirklich besonders waren die Referenten. Dass Olympiasieger, Reitmeister und Ausbilderlegende Klaus Balkenhol in die Pfalz kam, ist schon außergewöhnlich – und auch der Beharrlichkeit Stefanie Basslers zu verdanken, verriet Balkenhol der RHEINPFALZ. Zunächst habe er mit Verweis auf sehr viele Termine abgesagt, doch die Kaiserslautererin blieb hartnäckig, und so ließ sich der 77-Jährige doch vom Konzept überzeugen. Balkenhol zitierte den pfälzischen Dressurstar Uta Gräf, selbst als Referentin vor Ort: „Das mit dem ,Schlammkruste abkratzen und reiten’ belächeln ja einige, aber es steckt doch ein tieferer Sinn dahinter.“

 

Denn geht es um das Tierwohl, geht es eben auch um Haltungsfragen, und so plädierte Reitmeister Martin Plewa eindrücklich dafür, den Pferden möglichst viel Licht, Luft, Auslauf auf der Weide und uneingeschränkten Zugang zu Raufutter zu ermöglichen. Seine Grundthese bei der – nicht nur - sportlichen Ausbildung: „Man darf die Pferde nicht vermenschlichen – der Mensch muss sich verpferdlichen, um sie zu verstehen.“

 

Zu den vielen Promis gesellte sich dann am Samstag überraschend noch ein vierbeiniger Star. Im Workshop „Langzügel und Doppellonge“ ließ Stefan Schneider vom Gut Rothenkircherhof in der Reithalle des benachbarten RFV Leiningerland Uta Gräfs 2015 in den Ruhestand verabschiedeten Dressur-Bundeskaderhengst Le Noir vom Boden aus piaffieren wie zu besten Grand-Prix-Tagen. Die hohe Schule – leicht und locker, mit einem fair ausgebildeten, optimal gehaltenen und deshalb motivierten Pferd.