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Heftige Diskussion um Tod eines Ausnahme-Galoppers PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: ProPferd/ DL   
Montag, 13. Februar 2017 um 14:20

 

(Foto: Wikipedia/ Dan Heap)

Cheltenham/ England. Vor zwei Wochen brach der Grand National-Gewinner des Jahres 2015 – der irische Wallach Many Clouds – nach dem Sieg in einem Hindernisrennen in Cheltenham zusammen und ging ein. Um seinen Tod ist nun eine heftige Kontroverse entbrannt. Ganzer Artikel bei


Bei der Cotswold Chase, einem Hindernisrennen über eine Distanz von 3 1/4 Meilen am 28. Januar lag der zehnjährige Galopper Many Clouds mit Jockey Leighton Aspell am letzten Hindernis mit seinem großen Konkurrenten Thistlecrack gleichauf in Führung, doch der schien die größeren Kraftreserven zu haben und zog etwa 200 m vor dem Ziel unwiderstehlich an Many Clouds vorbei – das Rennen schien entschieden. Doch unter dem Jubel des Publikums hielt Many Clouds dagegen, kämpfte sich zurück und schob sich im Zieleinlauf noch um Nasenlänge an seinem Herausforderer vorbei. Welch ein Kämpferherz, welch ein Duell, welch ein Triumph – der Kommentator von ITV Racing sprach von einer „epischen Schlacht" und einem „Drama", dessen Zeuge man gerade geworden war.

 

Doch das wahre Drama folgte erst – und blieb den TV-Sehern verborgen: Kurz nach seinem heroischen Sieg kollabierte Many Clouds und ging ein, noch auf der Rennbahn, abgeschirmt von Planen, die Tierärzte konnten nichts mehr für ihn tun. Großbritanniens Rennsport-Industrie zeigte sich ebenso geschockt wie der Trainer von Many Clouds, Oliver Sherwood, der nach dem Drama seinen Emotionen freien Lauf ließ: „Ich habe immer gesagt, dass Many Clouds für einen sterben würde – und nun ist er tatsächlich für mich und für unser Team gestorben, indem er tat, was er am meisten liebte. Er wollte dieses Rennen gewinnen, bei Gott, er wollte es gewinnen. Er war beinahe schon geschlagen, aber er kämpfte auf den letzten Metern, um noch einmal aufzustehen und zu siegen. Pferde wie dieses sind Träume, wirkliche Träume. Ich bin sehr traurig für Trevor, den Besitzer, und mein ganzes Team. Ich bin seit 32 Jahren im Geschäft und trainiere Pferde – aber solche wie Many Clouds trifft man nicht oft."

 

In das Entsetzen und die Trauer mischten sich aber auch kritische Stimmen – allen voran jene der rennsport-kritischen Tierschutzorganisation Animal Aid: Sie sprach in einer Meldung… von einer „Tragödie, die nicht hätte passieren müssen". Animal Aid habe bereits vor zehn Monaten die britische Rennsportbehörde BHA (British Horseracing Authority) schriftlich davor gewarnt, dass Many Clouds bei einem Rennen kollabieren und verenden könnte. Nachdem er 2015 das Grand National gewinnen konnte, hatte Many Clouds bei mehreren darauffolgenden Rennen gesundheitliche Probleme und musste mit Sauerstoff versorgt werden. Sein Besitzer, der Milliardär Trevor Hemmings, wollte unbedingt das Grand National gewinnen – und dieses Ziel habe er mit Many Clouds auch vor zwei Jahren erreicht. Doch anstatt dem Pferd einen würdigen Ruhestand zu gewähren, zwang man es noch zwei Jahre lang Rennen zu laufen, so Animal Aid.

 

Dene Stansall, der Rennsport-Experte von Animal Aid, formulierte seine Vorwürfe unverhohlen: „Dass Many Clouds im Rennen zu Tode geritten wurde, ist ebenso tragisch wie absehbar gewesen. Alle im Umfeld dieses Pferdes haben vermutlich von seinem lebensbedrohlichen Zustand Kenntnis gehabt und haben es verabsäumt, im Interesse des Pferdes zu handeln. Der Besitzer…, der Trainer…, der Jockey, der Cheltenham-Veranstalter, die Renntierärzte und nicht zuletzt auch die britische Rennsport-Behörde. Diese Leute sollten…zur Verantwortung gezogen werden – nichts anderes ist akzeptabel, und wir werden alles dafür tun, um Antworten auf die Geschehnisse…zu bekommen."

 

Die britische Rennsport-Behörde BHA … sagte …eine gründliche Untersuchung des Todesfalls zu.

 

Seit dem 30. Januar liegen auch die Ergebnisse der Autopsie von Many Clouds vor. Die Todesursache sei eine „schwere Lungenblutung" gewesen, darüberhinaus hätte man jedoch keine wesentlichen gesundheitlichen Probleme („no significant underlying health issues") feststellen können. Tony Welsh, Chef-Veterinär der BHA, meinte dazu: „Vorfälle wie dieser sind extrem selten und können auch bei Pferden auftreten, die keine anderen gesundheitlichen Probleme haben – und das über alle pferdesportlichen Disziplinen hinweg. Obwohl derartige Fälle höchst ungewöhnlich sind, sind wir als Sportbehörde entschlossen, mehr über sie herauszufinden und zu lernen, wodurch diese Symptome verursacht werden – und ob man mehr tun kann, um sie zu vermeiden."

 

…In den letzten zehn Jahren sind mindestens 1.482 Pferde auf britischen Rennbahnen ums Leben gekommen. Die Namen und Details sind auf der Datenbank ,Racehorse Deathwatch' zu erfahren. Der Name von Many Clouds ist der jüngste Eintrag…