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Simone Blum Deutsche Meisterin der Springreiter - 14. Gold für Isabell Werth PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Sonntag, 11. Juni 2017 um 19:31

Balve. Simone Blum triumphiert als zweite Amazone um den Titel eines Deutschen Springreiter-Meisters, in der Dressur war Isabell Werth der Konkurrenz entrückt und holte sich in Balve zwei weitere mögliche Goldmedaillen.

 

 

TV-Reporter Carsten Sostmeier sagte zu Beginn des Finals um die deutsche Meisterschaft der Springreiter in Balve: „Auch wenn Ludger Beerbaum und Co nicht am Start sind, die Schwierigkeit einer Meisterschaft bleibt dennoch bestehen.“ Die zum gleichen Zeitpunkt um „Asche“ der Global Champions Tour ritten, die Namen Christian Ahlmann, Daniel Deußer, Ludger Beerbaum und Marcus Beerbaum wären sicher für das notwendige Ballyhoo im Vorfeld wichtig gewesen, weil man sie eben in der breiten Öffentlichkeit kennt, doch der Sport läuft in der Arena ab. Und Parcourschef Frank Rothenberger hängte wegen den Fernbleibern keine Latte niedriger. Und so wurde dem Publikum auf den Tribünen und am Bildschirm ausgezeichneter Sport geboten und dazu noch eine Siegerin in einer vor allem in Deutschland vom männlichen Geschlecht dominierten Disziplin: Simone Blum aus Zolling, 28 Jahre alt, im Vorjahr deutsche Meisterin der Springreiterinnen. Nun steht sie in der deutschen Springsportgeschichte neben Meredith Michaels-Beerbaum, die 2008 und 2010 über das angeblich stärkere Geschlecht dominierte.

 

Simone Blum, Enkelin des früheren Mitveranstalters der Vielseitigkeit in Achselschwang Gustav-Adolf Blum, Tochter des deutschen Military-Vizemeisters Jürgen Blum 1986, gewann auf der Stute Alice nach vier Runden ohne Abwurf, mit lediglich  0,25 Zeitfehlerpunkten als unwichtigem Schönheitsfehler. Silber wurde wie schon vor zwei Jahren in Balve vor Schloss Wocklum wieder Holger Hetzel (57) aus Goch umgehängt, der mit seinem eigenen 13-jährigen Holsteiner Wallach Legioner wieder mal durch feines Reiten auffiel. Bronze ging an Rolf Moormann (Ahlhorn), der auf der Hannoveraner Stute Samba de Janeiro wie auch der frühere Olympiadritte und Doppel-Europameister Marco Kutscher (Bad Essen) auf Chaccorina ebenfalls vier Strafpunkte hatte, aber in der entscheidenden zweiten Runde des Finals 1,57 Sekunden schneller war. Und da sprach das Reglement für Moormann (42), der bereits vor fünf Jahren auf Acorte schon einmal Dritter war.

 

Tröstende Worte fand Simone Blum für den Verlierer der Meisterschaft, für Christian Kukuk (37). Für ihn war eigens sein Chef Ludger Beerbaum fast direkt von Cannes nach Balve angereist, denn sein Schüler führte fehlerfrei bis zur letzten Runde. Doch nach einem souveränen Beginn nahm der Westfalen-Hengst Colestus, der mit seiner Sprungtechnik in der Hinterhand dem legendären Ausnahmewallach Deister von Paul Schockemöhle ähnelt, zweimal die Stangen mit, und Kukuk (Riesenbeck) war am Ende „nur“ noch Zwölfter. Simone Blum: „Ich hätte Christian den Titel wirklich gegönnt, es ist schade, dass es nicht hingehauen hat.“ Sie selbst meinte, sie brauche noch ein bisschen Zeit, um alles zu begreifen.

 

Das zweite Wertungsspringen hatte natürlich einen Sieger und Platzierte. Gewinner war Holger Wulschner (Passin) auf dem Holsteiner Hengst Cha Cha Cha durch Bestzeit in der zweiten Runde, wofür ihm am „Toto“ 18.000 Euro ausbezahlt wurden. Dahinter folgten Moormann (14.000), Hetzel (12.000), Simone Blum (10.000) und Philip Rüping (Mühlen) mit Messenger (7.000).

 

Einsame Klasse Isabell Werth

 

Was Isabell Werth (Rheinberg) inzwischen in den Sand der Dressur-Vierecke zeichnet, muss den Zuschauer einfach verzaubern. Die sechsmalige Olympiasiegerin ist im sportlichen Augenblick, der kürzer ist als im normalen Leben, unantastbar. Und alle die von ihr immer selbst teils ausgebildeten oder in den ganz großen Sport gebrachten Pferde zeigen jene Leichtigkeit, die man sich vom Dressurreiten erhofft und auch wünscht. Die Arbeit, die dahinter steckt, wird nicht gesehen. Muss auch nicht. In Balve trat sie nicht mit einem ihrer ganz großen Pferde an, nicht mit Weihegold und nicht mit Bella Rose, dafür mit Emilio, einem westfälischen Wallach. Die Juristin gewann zunächst den Grand Prix, wo keine Medaillen verteilt werden, dann gab es Gold im Grand Prix Special und Gold in der Kür. Ihre Rekordzahl an Medaillen bei einer deutschen Meisterschaft erhöhte sie nun auf 14. Was sie in der Kür zeigte, angefangen bei der Choreografie, Wahl der Musik, bis zum Umsetzen in ein gelungenes Gesamtgemälde, ist einfach beispielhaft.

 

Wenn einige fragen, wie lange sie wohl noch reiten wolle, sie sei ja schließlich bereits 47, darauf kann man einfach antworten: Warum soll sie als Beste der Welt aufhören, sie als die wahre Botschafterin einer Sportart aus Talent, Disziplin, Ordnung, Fleiß und Passion? Solange sie das Gesicht der Dressur ist, sollten sich vor allem die Verantwortlichen in den verschiedenen Verbandsgremien um sie besonders bemühen…