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Erfolg für Deutschlands Springreiter-Equipe in Aachen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niels Knippertz/ Offz/ DL   
Freitag, 21. Juli 2017 um 08:23

Die deustche Gewinnermannschaft im Preis der Nationen in Aachen (von links) Maurice Tebbel, Marco Kutscher, Marcus Ehning und Philipp Weishaupt, vorne in der Mitte Teamchef Otto Becker mit der Trophäe

(Foto: CHIO Aachen)

Aachen. Wie im Vorjahr gewann Deutschland beim deutschen CHIO in Aachen den Preis der Nationen, der jedoch in der Nationen-Preisserie der höchsten Liga nicht gewertet wird, da Aachen sich für Sponsor Rolex entschieden hat und nicht für Longines, der die Mannschafts-Serie begleitet…

 

 

In Aachen werden immer Geschichten geschrieben. So wie am Donnerstagabend unter Flutlicht beim mit 350.000 Euro dotierten Nationenpreis des 102. Internationalen Offiziellen Turnier (CHIO) von Deutschland, als Deutschlands Springreiter zum zweiten Mal hintereinander diese Traditionsprüfung gewinnen konnten. Und wie! Keinen einzigen Fehlerpunkt musste sich die Equipe von Bundestrainer Otto Becker anrechnen lassen.

 

Becker hatte auf drei erfahrene Paare gesetzt – Marcus Ehning mit Pret a Tout, Philipp Weishaupt und LB Convall, Marco Kutscher mit Clenur – sowie einen Youngster: Maurice Tebbel, 23 Jahre jung. Sein Pferd: Chacco‘s Son, auch erst zehnjährig. Diese beiden avancierten dann zu den sportlichen „Helden von Aachen“. Doppelnull beim ersten Nationenpreis-Auftritt in der Soers und dem erst dritten in einem Nationenpreis für Deutschland insgesamt! Nicht mal in die Nähe einer Stange kamen sie. Es war, als wüsste Chacco‘s Son, worum es geht. Die Rechnung des Bundestrainers war aufgegangen. „Es ist einfach unglaublich!“, sagte er danach, „ich bin so stolz auf die Truppe! Hier in Aachen zu gewinnen, ist einfach etwas Besonderes. Und Maurice – als er zum zweiten Mal null durchs Ziel ritt, musste ich mir fast ein Tränchen wegwischen.“

 

Es war ein emotionaler Abend in Aachen. Vor allem auch für Maurice Tebbel. Schon im ersten Umlauf riss er nach dem letzten Hindernis die Arme jubelnd in die Luft und anschließend seinem Chacco‘s Son um den Hals. „Man träumt natürlich davon, aber wenn es dann so gut läuft, das ist einfach unbeschreiblich.“ Maurice konnte es lange gar nicht so richtig glauben, was da  passiert war. Zumal er bei der Besichtigung des Parcours vor allem einen Gedanken hatte: „Hoch!“ Da sei man froh, ein Pferd wie Chacco‘s Son zu haben, zollte er seinem vierbeinigen Partner Respekt. Die beiden kennen sich in- und auswendig. Als Fohlen kam der Hengst zu Tebbels. Maurice hat ihn selbst bei der Körung vorgestellt und ihn über Jungpferdeprüfungen in den großen Sport gebracht. Schon im vergangenen Jahr waren sie in Aachen in der großen Tour am Start und wurden auf Anhieb Zweite im Preis von Nordrhein-Westfalen. Und nun saß er auf dem Podium der Pressekonferenz des Mercedes-Benz Nationenpreises, Seite an Seite mit seinem großen Vorbild Marcus Ehning. Als Sieger. Mehr geht nicht. Außer vielleicht am Sonntag. Denn dann wird er im  Großen Preis von Aachen der Grand Slam-Serie angreifen.

 

Der Borkener Marcus Ehning (77. Nationen-Preis) war nicht minder glücklich über seine zwei fehlerfreien Runden mit Pret a Tout. Aber er kennt diese Situation ja schon, 2016 lief es nämlich genau so. „Es ist eine Schande, dass Ludger Beerbaum nicht mehr dabei ist! Jetzt bin ich der älteste hier“, sagte er danach u.a. Der deutsche Rekord-Nationen-Preisstarter Ludger Beerbaum – 134 Einsätze mit dem Adler auf der Satteldecke -  hat sich bekanntlich nach Bronze bei Olympia aus dem National-Team im Vorjahr verabschiedet.

 

Ein „rundum perfekter Tag“ war dies vor allem auch für Philipp Weishaupt (32), der in die Equipe zum 24. Mal nominiert worden war. Der Allgäuer aus dem Stall Beerbaum in Riesenbeck feierte nämlich auch noch  Geburtstag und stellte fest: „Dieser Sieg ist das beste Geburtstagsgeschenk.“ Außerdem haben sicherlich noch nie 40.000 Menschen für ihn „Happy Birthday“ gesungen, so wie an diesem Abend, als er auch das letzte Hindernis im zweiten Umlauf fehlerfrei überwunden und damit den Sieg für Deutschland gesichert hatte. Darüber hinaus sah sein fantastischer Hengst L.B. Convall so aus, als könne er am Sonntag seinen Vorjahreserfolg im Grand Prix von Aachen definitiv noch einmal wiederholen.

 

Einzig bei Marco Kutscher (38. Preis der Nationen) und Clenur lief es nicht so richtig rund. Zu Abwürfen gesellte sich im ersten Umlauf auch noch eine Verweigerung am Wassergraben („kann ich mir nicht erklären“). Der frühere Doppel-Europameister und Team-Olympiadritte von Athen aus Bad Essen  nahm es mit Humor: „Ich muss mich bei meinen Teamkollegen bedanken. Mein Job war es heute, das Ganze spannend zu machen…“ Hinter Deutschland teilten sich zwei Teams, die USA und die Schweiz mit jeweils acht Fehlerpunkten den zweiten Rang, dafür gab es für jede Mannschaft jeweils 70.000 Euro, an die deutsche Mannschaft gingen 110.000 €.

 

Nachdem in Runde eins noch einige Teams mit fehlerfreien Ritten glänzten, häuften sich die Fehler im zweiten Umlauf. Allerdings waren die Reiter sich einig, dass der Parcours von Frank Rothenberger zwar knifflig, aber fair gebaut war. Für die Schweiz ritten Werner Muff auf Daimler (0/0), Martin Fuchs mit Clooney (4/8), Nadja Peter Steiner mit Saura de Fondcombe (0/8) sowie Steve Guerdat und Hannah (0/0). Equipechef Andy Kistler betonte, wie stolz er auf sein Team sei, vor allem die Quotenfrau im Team. Für sie war es nämlich der allererste Aachen-Start. „Klar wäre es super gewesen, zu gewinnen. Aber Platz zwei ist auch fantastisch!“, so Kistler.

 

Das sah auch Robert Ridland, der Equipechef der USA, so. Er hatte Kent Farrington aus Gazelle (8/0), Elizabeth Madden mit Coach (8/8), Laura Kraut auf Zeremonie (0/0) sowie McLain Ward mit HH Azur (0/0) an den Start gebracht. Sein Fazit stand für das, was 40.000 Zuschauer mit nach Hause genommen haben: „Was wir hier gesehen haben, war Sport auf dem allerhöchsten Niveau. Besser geht es nicht. Und wir sind dankbar, dabei sein zu können!“

 

Die restlichen Plätze im Preis der Nationen gingen an Belgien mit Equipechef Peter Weinberg (16 Fehlerpunkte), Weltmeister Niederlande (21), Italien (22), Großbritannien (54) und Olympiasieger Frankreich (10.000), das in der zwieten Runde keine zwei Reiter im Ziel hatte und eliminiert werden musste.