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Ludger Beerbaum zwischen Gold und nichts - vor 25 Jahren... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Dienstag, 08. August 2017 um 16:36

Ludger Beerbaum (53) auf Chaman - nach 134 Einsätzen in einem Preis der Nationen hat sich der erfolgreichste deutsche Springreiter aus der deutschen Nationen-Preis-Equipe freiwllig verabschiedet, nach Olympia-Bronze mit der Mannschaft in Rio de Janeiro. Auf die Frage, ob er das Adieu beeits bereut habe, sagt er: "Nein, noch kein einziges Mal."

(Foto: Kalle Frieler)

Wassenberg. Der Preis der Nationen bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 im Springreiten war alles andere als ein Sahneteilchen der deutschen Springreiter, und im Einzelspringen standen die Vorzeichen wahrlich nicht unbedingt auf Gold vor genau 25 Jahren…

 

 

Ludger Beerbaum stieg gerade aus dem Sattel, als ihn die wohl auch für manch anderen ziemlich seltsame Frage überraschte, immerhin war man nicht bei einem Polizei-Quiz: „Der 9. August, was weckt dieses Datum?“ Pause, er antwortet: „Habe ich gerade nicht auf dem Schirm.“ Doch dann bei der Jahreszahl sprudelt es aus ihm heraus, der Tag, als er in Barcelona 1992 Olympisches Gold im Einzelspringen gewann. Er erinnert sich, weiß alles noch:  „Das Wetter war alles andere als gut. Wir saßen im Polo-Club herum, Gewitter, der Platz wie ein See, wir wussten nicht, ob nun eine Pause kommt, wir hatten zu warten.“ Dann ging es doch weiter, er erzählt: „Jos Lansink galt als Favorit auf dem Wallach  Egano“, und Jos Lansink weiß im nachhinein, „ich war in der ersten Runde ohne Fehler.“ Und der damals noch für Holland reitende spätere Weltmeister sagt: „Wir saßen herum und wussten nicht, wie alles weiter gehen soll.“ Dann habe auch noch der Veranstalter gelogen und behauptet, das Fernsehen bestimme, wann wieder geritten werden könne, was Jos Lansink nun  kontert: „Stimmt gar nicht, das Fernsehen übertrug schon lange nicht mehr, aber das wussten wir erst später.“

 

Beerbaum: „Jos Lansink galt als klarer Favorit. Er und sein Egano waren auf den letzten Turnieren ohne Fehler geblieben, und auch beim Goldgewinn mit der Equipe in Barcelona gingen die beiden fehlerlos.“ Lansink: „Egano und ich hatten im Einzelspringen noch drei Sprünge vor uns, bis dahin fehlerlos, dann die Mauer, das viele Wasser, Egano stutzte und ging nicht mehr weiter.“ Ende vom doppelten Traum von Gold. Und auch der Schimmel Milton hatte nicht gerade einen guten Tag. Nach patzerfreiem ersten Durchgang verschätzten sich Milton und Whitaker beim Einsprung in den Doppeloxer, dann ein Steher, die gewohnte Sicherheit war passe, mit 19,25 Strafpunkten verließ die sonst so wunderbare Kombination den Parcours im Stadion des Real Club de Polo, später sagte der große britische Springreiter John Whitaker: „Milton hatte in seiner langen Laufbahn nur einmal einen schwachen Moment – ausgerechnet in Barcelona.“

 

Dann nahte an diesem Sonntagnachmittag die Entscheidung. Der Niederländer Piet Raijmakers, bereits mit Gold in der Teamwertung zusammen mit Jan Tops und Bert Romp dekoriert, kam mit der Stute Ratina Z mit nur insgesamt einem Viertelzeitfehlerpunkt belastet aus dem zweiten Umlauf zur Zielschranke zurück. Beerbaum und die Stute Classic Touch waren das letzte Paar. Der deutsche Rekordmeister: „Ich war mehr als aufgeregt, denn ich bewegte mich zwischen Gold und Nichts. Dann dachte ich nur noch von Hindernis zu Hindernis.“ Er und Classic Touch blieben fehlerlos – Gold am Schlusstag der Olympischen Spiele in der katalanischen Metropole.

 

Die Holsteiner Stute Classic Touch ging nach den Olympischen Spielen vertragsgemäß in Beritt an den Sohn Ralf seines Freundes und Hauptsponsors Rodo Schneider, der wiederum kaufte für Ludger Beerbaum danach im Gestüt Zangersheide von Leon Melchior für genau umgerechnet von Gulden auf D-Mark für 2.126.000 deutsche Mark die Ausnahme-Stute Ratina Z, die seit Jahren in Lebensgröße in  Bronze gegossen vor dem Hof von Ludger Beerbaum in Riesenbeck steht…