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Ulli Kasselmann – Freigeist, Horseman und Macher nun 70 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Dienstag, 19. Dezember 2017 um 15:56



(Foto: Kalle Frieler)

Hagen a.T.W. Einer der weltweit bekanntesten Pferdemenschen wurde an diesem 20. Dezember 70 Jahre alt: Ullrich Kasselmann, Ulli gerufen, „der heilige Uli“ genannt. Spontane Antworten auf spontane Fragen…

 

Die Straße schlängelt sich aus dem Ort Hagen am Teutoburger Wald zum Borgberg hoch und mündet in das Gelände des Hofes Kasselmann wie in eine Burg ohne Mauern, hier herrscht Gastfreundschaft, grenzenlos. Und wer den Hausherrn Ullrich Kasselmann nur ein bisschen kennt,  würde sich sehr wundern, wäre das alles anders. Urkundlich belegt stammt der Hof aus dem Jahre 1322. Dahinter Wald, Wiesen, Pferdekoppeln, architektonisch in die Landschaft eingepasste Reithallen, Stallungen, nichts, was das Auge schmerzen könnte. Die Kasselmanns leben vom Pferdehandel, Ausbildung und vor allem von jener alljährlichen Auktionsoffenbarung, der „Performance Sales International“, kurz PSI, wo alljährlich in Ankum Reitpferde der Sonderklasse Millionen umgesetzt werden. Kasselmann ist für die Dressurpferde zuständig, der dreimalige Europameister Paul Schockemöhle (Mühlen) sucht die Springpferde aus.

 

Verheiratet ist Ulli Kasselmann mit Bianca, die bis 1976 Buthmann mit Nachnamen hieß. Die Buthmanns waren Viehändler, „mein Vater handelte mit allem, nicht nur mit Pferden, auch mit Gänsen, mit Hühnern und Schweinen“. Sie und ihre Schwester Miriam wuchsen mit Pferden auf. Bianca ritt früher alles, Dressur, Vielseitigkeit und war Deutsche Meisterin 1980 im Springen. Bei Hans-Joachim Köhler, dem Erfinder der modernen Sportpferdeauktionen, begann sie 1968 eine dreijährige Bereiterlehre. Sie hatte junge Auktionspferde zu reiten. Dort in Verden an der Aller lernte sie auch Ullrich Kasselmann kennen, einen gelernten Hufbeschlagschmied. Er ritt ebenfalls in Verden Auktionspferde.

 

Geschnackelt zwischen beiden hat`s an jenem Morgen, „als ich gerade von einem jungen Pferd gefallen war. Ich flugs wieder in den Sattel und dann volles Rohr“, sagt sie. Ulli Kasselmann: „Ich dachte: Oh, die ist ja nicht nur nett anzuschauen, die kann ja auch noch einen  Streifen reiten.“ Sohn Francois (36), Alleinerbe, verheiratet mit Diana, Springreiter, ehemaliger Deutscher Pony-Meister und Vize-Europameister mit der deutschen Equipe, wurde behutsam an seine zukünftige Aufgabe herangeführt, „ich bin jetzt nur noch Bauer“, sagt Vater Ulli, „aber ich unterstütze ihn natürlich…“ Wer hätte anderes gedacht…

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„Zuviel Harmonie schadet der Kreativität“ (Ulli Kasselmann)

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Auf dem Kasselmannhof und auf dem zugekauften Rittergut Osthoff stehen 220 Pferde, zur Zucht, zur Ausbildung, zum Verkauf und letzten Endes auch für die PSI-Auktion. Youngster bis hin zum Olympia- oder Championatspferd werden täglich trainiert, und nicht nur die Pferde, sondern auch viele Reiter aus verschiedenen Nationen fühlen sich im Team aufgenommen und bereiten sich auf große Aufgaben vor.

 

Die Besten dieser Youngstars gelangen in die PSI-Kollektion. Die PSI-Auktion in Ankum bei Osnabrück ist weltweit einmalig, wie die Kundschaft, wie das Ambiente und wie die Vorleistung von Ullrich Kasselmann und Paul Schockemöhle. Alle angebotenen Pferde sind in ihrem Besitz. Die Auktion ist vor allem auch ein Schaufenster der Zucht, ein Gütesiegel für Qualität.

 

Nach den gelungenen PSI-Auktionen, den gut organisierten internationalen Pony-Turnieren war der Sprung nicht mehr weit bis hin zu den inzwischen schon traditionellen „Horses and Dreams“ im Reitsport mit Springen und Dressur sowie allem anderen, was inzwischen ein ganz normaler Turnierbesucher verlangt, wenn er Eintritt zu zahlen hat, und er möchte nicht nur Pferde sehen, sich auch ein bisschen unterhalten lassen. Kasselmann bietet alles komplett, ob russichen Staatszirkus, chinesische Joungleure oder den österreichischen Alpenrocker Andreas Gabalier in Zusammenarbeit mit der Wiener Hofreitschule.

 

Inzwischen werden auf dem Borgberg alljährlich acht Turniere veranstaltet, im ebenfalls erworbenen Sportzentrum Ankum bei Osnabrück treffen sich Dressurreiter aus 35 Nationen von ganz unten bis oben, und sie reiten nicht um Preisgelder, nein, um Schleifen und Punkte auf der Weltrangliste. Und Ulli Kasselmann verwirklichte das, wovon einst der große Springreiter und spätere Bundestrainer und einmalige Parcoursbauer „Micky“ Brinkmann träumte, „ein Turnier zu veranstalten nicht um Geld – um lediglich einen Lorbeerzweig.“

 

Viele Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft gehen bei Kasselmanns ein und aus und genießen die beispiellose Gastfreundschaft. Jeder, egal welcher Herkunft, ob nichts oder viel im Geldbeutel., wird fürstlich bedient. Und manchmal, so erzählte oft und genüsslich der große Dressur-Trainer Dr. Uwe Schulten-Baumer aus eigenem Erleben, „dass manche nur bis zur Hausbar kamen, ein Pferd kauften – ohne es überhaupt gesehen zu haben“. In den USA hätte man wahrscheinlich seinen ganzen Werdegang längst verfilmt. Es ging auch beim deutschen Verband länger als gedacht, doch dann ehrte man ihn für seine  Verdienste mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold, dem höchsten Verbandsorden.

 

Spontane Antworten…

 

Auf spontane Fragen haben spontane Antworten zu folgen.

 

Was hat Sie am meisten berührt?

 

„Die Geburt meines Sohnes…“

 

Was war ein unvergesslicher Moment?

 

„Das war 1990, als wir in ganz Europa rund 120 Araberstuten und Araberhengste für den Sultan von Oman auftrieben und sie dorthin brachten. Der Sultan verschenkte sie anschließend an Beduinenfürsten und zitierte aus dem Koran: Wer Pferde züchtet – ist ein friedliebender Mensch…“

 

Was bedeutet Freundschaft für Sie?

 

„Freunde sind für mich Menschen, die ich immer anrufen kann, nicht nur dann, wenn es mir schlecht geht. Die einfach für mich da sind, ohne dass man ständigen Kontakt hat.“