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Tierarzt Dr. Peter Cronau und der Fall Julia Krajewski... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter Cronau/ DL   
Mittwoch, 27. Dezember 2017 um 15:38

Wangen/ Allgäu. Aufgrund eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung (23.12.2017), der sich mit dem Fall Julia Krajewski, der Medikation ihres Pferdes bei der Vielseitigkeits-Europameisterschaft und verlorenen Team-Silbermedaille beschäftigt, sah sich Tierarzt Dr. Peter Cronau zu einer Erwiderung veranlasst.

 

Am 23.12. erschien in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Ein Tierarztkoffer voller Rätsel“ ein Artikel zum weiter rätselhaften Medikationsfall des Pferdes Samourai du Thot von Julia Krajewski bei der Vielseitigkeits-Europameisterschaft Mitte August im polnischen Strzegom. Die deutsche Equipe hatte hinter Großbritannien Silber gewonnen, musste die Medaille doch später zurückgeben, da der Wallach der Warendorferin positiv auf das verbotene Mittel Equioxx getestet worden war. Die Autorin hielt dazu in der Süddeutschen fest, was wirklich passiert sei, werde man wohl nie erfahren, es bliebe auch offen, wie die verbotene Substanz in den Körper des Wallachs gelangt sei. Und weiter heißt es, der Medikationsfall werde ungelöst zu den Akten gelegt. … Am Ende schreibt die Journalistin, die in Equioxx enthaltene Substanz Firocoxib – schmerzlindernd, fiebersenkend, entzündungshemmend und 30 Tage nachweisbar – sei im Training erlaubt, aber im Wettkampf verboten. Es handele sich nicht um Doping, sondern um eine minderschwere verbotene Medikation… Die Reiterin hätte keine Erklärung gehabt, wie die Substanz in den Wallach gelangt wäre, sie habe die von der juristischen Kommission des Weltverbandes ausgesprochene administrative Strafe akzeptiert, dafür sei sie auch nicht gesperrt worden.

 

Dazu entgegnete am 26. Dezember 17 Dr. Peter Cronau:

 

Sehr geehrte Frau…,

 

Ihren Artikel „Rätsel im Tierarztkoffer“ in der Süddeutschen Zeitung habe ich mit Interesse studiert. Trotzdem scheinen auch Sie das Museumsschild vor dem DOKR: „Nicht berühren“ nur teilweise interpretiert zu haben. Das bedeutet nämlich: Bitte bleiben Sie in gebotenem Abstand zum Schauobjekt!.

 

Was meine ich damit? Das DOKR und seine Publikatoren publizieren nur die Hälfte von Tatsachen und meinen, dass „das Volk“ sich damit zufrieden gibt und Nachfragen damit sich erledigt haben. Tunlichst wird im vorliegenden Fall beispielsweise vermieden, dass die 3 x gefundene Substanz Firocoxib neben der Entzündungshemmung als Indikationsgrund „Lahmheit eines Pferdes“ besitzt. Wäre das nicht eine geeignete Indikation am letzten Tag einer Eventing-Prüfung?

 

Immer wieder wird betont, dass keiner weiß, wie die Substanz in den Tierkörper von „Samurai du Thot“ gelangt ist. Was das DOKR und auch der Kollege Dr. Carsten Rhode einvernehmlich publiziert haben, kann allenfalls für Außenstehende nur mit „gelesen, gelacht, gelocht“ interpretiert werden. Aus meiner mehr als 25-jährigen Erfahrung als Mannschaftstierarzt kann ich auch heute noch empfehlen, dass zu einem Championat alle verfügbaren Substanzen mitgeführt werden müssen, die unter Umständen zum Wohle des Pferdes eingesetzt werden können. Darunter fallen u.a. auch stark schmerzlindernde Substanzen, die beispielsweise bei Koliken eingesetzt werden müssen. Und wenn ein Pferd während des Wettbewerbs an einer Lahmheit leidet und konsequenterweise dann nicht mehr eingesetzt werden kann, hilft beispielshalber auch „Firocoxib“, sofern der Wettbewerb für das Pferd beendet ist. Wenn der Tierarzt das Mittel nicht dabei hat, müsste er dann nach Hause fahren, um die hilfreiche Substanz einzusetzen? Diesen Irrsinn kann nur das DOKR verbieten, wenn sie suggeriert, dass der Mannschaftstierarzt kein Equioxx® zur Verfügung haben darf, um ihm damit eine Schuld in die Schuhe schieben zu können. Sollte es dort vergessen worden sein, dass nur Ehrlichkeit und Transparenz permanente Nachfragen verhindern? Nichts wird unseren Lieblingen, unseren Sport-Adoptiv-Kindern, weniger verziehen, wenn sie am Ende einer langen und tränenreichen Siegstory uns das letzte Kapitel versauen.

 

Ich darf dem DOKR sozusagen aus der ex cathedra-Position heraus durchaus empfehlen, dass bei aller produzierten Schein-Transparenz es analytisch zumindest aus einem Dilemma in der Frage herauskäme, wie die Substanz in den Pferdekörper gelangt ist. Jeder einigermaßen erfahrener Analytiker ist in der Lage zu unterscheiden, welchen Weg, eine verabreichte Substanz bis zum Nachweis in Blut und/oder Urin einnimmt. Die oral eingegebene Substanz muss die Magen-Darm-Passage überschreiten, um in die Ausscheidungsorgane zu gelangen. Ganz im Gegenteil gilt das nicht für Substanzen, die nicht über den Magen-Darm-Trakt resorbiert werden müssen. Das trifft auf Equioxx® pro injectione zu. Die Substanz wird injiziert und wird über den Muskel bzw. dessen Blutversorgung unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts „verstoffwechselt“. Honi soit qui mal y pense. Die Chance, einen solchen Sachverhalt zu objektivieren, hat das DOKR vertan. Entweder wurde diese Differenzierung nicht ausgeführt oder sie wurde einfach nicht veröffentlicht. Beides ist verwerflich.

 

Mit freundlichen Grüßen…

 

 

 

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