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"Captain Canada" Ian Millar nun 70 Jahre alt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Samstag, 06. Januar 2018 um 15:43

"Captain Canada" - alias Ian Millar... und reitet und reitet...

(Foto: Offz/ Spruce Meadows)

Perth/ Kanada. Keiner war jemals älter als er bei Olympischen Spielen, und keiner hat jemals mit so vielen Jahren auf dem Buckel noch eine Medaille gewonnen, nun wurde er an diesem 6. Januar 70 Jahre alt - und reitet immer noch weiter wie in einem Film, in dem der Regisseur den Horizont nach eigenem Ermessen immer weiter weg schieben kann: Ian Millar.

 


Man nennt ihn „Captain Canada“. Ein Titel, den ihm Kanadas Sportwelt verlieh. Und er hat ihn sich auch verdient. Er dienst als Ausdruck für Achtung, Ehrerbietung, Siegeswillen, Gewinnerkönnen, Lob, Dankbarkeit und Freude darüber, so einen als Botschafter für das zweitgrößte Land der Erde zusätzlich in einen gewissen eigenen Adelsstand erheben zu können. Ian Millar ist wirklich ein Außergewöhnlicher, als Sportler und als Mensch.

 

Er hat nicht nur unzählige Siege im Sattel vorzuweisen, er füllt auch andere Kästchen in Statistiken aus. Er nahm zehnmal an Olympischen Spielen teil, keiner bisher mehr als er, er startete erstmals 1972 in München, dann 1976 in Montreal, 1984 in Los Angeles, 1988 in Seoul, 1992 in Barcelona, 1996 in Atlanta, 2000 in Sydney, 2004 in Athen, 2008 in Hongkong – Team-Silber - und 2012 in London, zehnmal, das sind 40 Jahre auf höchstem Niveau. Und wäre Moskau 1980 dem Boykott westlicher Nationen zum Opfer gefallen, stände sein Rekord auf el Olympia-Teilnahmen. Bei den extra organisierten Olympischen Ersatz-Springreiterspielen in Rotterdam im gleichen Jahr gewann er mit der Equipe die Goldmedaille. Das alles schafft nur einer, der wie ein Asket lebt, voller Disziplin und nur immer Ziele vor Augen hat.

 

Siebenmal startete er zwischen 1986 und 1994 bei Weltmeisterschaften, bei nicht weniger als 14 Weltcup-Finals wurde er vom Ansager in einen Parcours gerufen, auf dem Wallach Big Ben verließ er 1988 und 1989 die Arenen als Erster, und an den PanAmerikanischen Spielen – vergleichbar mit Europameisterschaften – nahm er zwischen 1979 und 2015 neunmal teil, er wurde dreimal mit Gold, dreimal mit Silber und zweimal mit Bronze dekoriert.

 

Seine festgeschriebenen Rekorde nochmals herausgehoben:  Rekordteilnehmer an Olympischen Spielen, 2000 in Sydney, in Athen 2004 und in in London 2012 jeweils der älteste Olympiastarter generell, 2008 in Hongkong der älteste Teilnehmer, der jemals eine Medaille gewann. Und beim Offiziellen Internationalen Turnier (CSIO) von Kanada in Spruce Meadows vor 18 Jahren durchbrach er – zusammen mit dem Briten Michael Whitaker – die pekuniäre Schallgrenze von einer Million Dollar als Gewinngeld in der Geschichte des Springreitens. Und 1996 wurden er und sein belgischer Wallach Big Ben gemeinsam in die „Hall of Fame“ des Sports von Kanada aufgenommen, in einem Land, wo Eishockey alles ist, und Reiten nur am Rande existiert.

 

Pferd mit eigenem Fan-Club…

 

Der lange Kanadier von 1,90 m wird allen Reitsportliebhabern immer in Erinnerung bleiben in Verbindung mit Big Ben, Stockmaß 1,80 m, wie einst der gewaltige Wallach Fire, mit dem Norbert Koof (Willich) 1982 in Dublin  Weltmeister wurde. Sie passten zunächst nicht zusammen, Big Ben war ängstlich, stur. Millar: „Mit Kraft ging nichts. Doch irgendwann hatte ich den Draht zu ihm gefunden.“ Aufmerksam auf den Wallach hatte den Kanadier der bekannte frühere holländische Springreiter, Pferdehändler und Turnierveranstalter Emile Hendrix gemacht.

 

Nach den zwei Weltcuperfolgen hatte Big Ben bald einen eigenen Fanclub - und seinen einzigen Schwachpunkt bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul, ähnlich wie der Schimmel Milton unter dem Briten John Whitaker bei Olympia 1992 in Barcelona. Wahrscheinlich wurde Big Ben zu spät nach Südkorea geflogen und hatte bei Beginn der Spiele die klimatische Umstellung noch nicht geschafft. Ian Millar und Big Ben, eine sonst fast perfekte Partnerschaft, belegten im Einzelspringen den 15. Rang. Mit Big Ben gewann er nicht weniger als 49 Große Preise, der Fuchs musste 1999 im Alter von 23 Jahren eingeschläfert werden.

 

Reiter ohne Stallgeruch…

 

Der neunmalige kanadische Landesmeister, der auch sechsmal das Derby des Landes in Calgary gewann, hatte Wirtschaftswissenschaft studiert, er war als Immobilien- und Börsenmakler erfolgreich, als Manager für Hotels und Restaurants, Reiten als Hobby wurde am Ende sein wahrer Beruf. In der kleinen Stadt Perth in der kanadischen Provinz Ontario südlich von Ottawa, unterhält er einen Ausbildungs- und Handelsstall, seine Frau Lynn starb 2008 an Krebs, 39 Jahren waren sie verheiratet. Sein Sohn Jonathan und Tochter Amy sind ebenfalls erfolgreich im Springreiten unterwegs. Mit weit über  zwei Millionen Euro Gewinngeld führt er auch die Prämienliste beim berühmten CSIO von Kanada auf dem Gelände von Spruce Meadows in Sichtweite von Calgary an.

 

Ian Millar war immer ein Reiter ohne Stallgeruch, wie Hans Günter Winkler aus Deutschland. Brillenträger Millar kann sich überall bewegen, in Sport- wie in Gesellschaftskreisen. Er gibt jeweils eine gute Figur ab.

 

Nach dem ersten Weltcupsieg 1988 in Göteborg flog er nicht zurück nach Hause, sondern nach Münster. Dort erfüllte er sich einen Traum, er durfte bei Dr. Reiner Klimke auf dem Goldross Ahlerich Lektionen der gehobenen Dressur reiten. Und er ließ sich auch unterrichten von seinem Idol. Millar: „In der Dressur wird bei der Ausbildung des Pferdes vor allem Wert auf den Schub aus der Hinterhand gelegt, und das ist ebenfalls wichtig und manchmal gar entscheidend im Springreiten. Pferde mit einer guten Galoppade springen leichter.“

 

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