| Bekannter Reitlehrer Udo Nesch gestorben |
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| Geschrieben von: offz/ dl |
| Mittwoch, 09. September 2026 um 16:59 |
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Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der früher sehr bekannte Reitlehrer Udo Nesch am 25. August diesen Jahres im Alter von 95 Jahren nach langer Krankenzeit verstorben. Udo Nesch wurde als Sohn eines Gestütsleiters in Pommern geboren. Sein Vater war im Krieg gefallen, er selbst kam mit 14 Jahren in russische Gefangenschaft. Mit viel Glück und eisernem Willen gelang es ihm, über Polen nach Deutschland zu fliehen. Mit 19 Jahren landete er bei der Reit- und Fahrschule Verden, wo er eine Ausbildung zum Bereiter begann. Nach erfolgreichem Abschluss nahm er eine Anstellung bei Otto Meyer in Hoya an. 1954 übernahm Udo Nesch in Dortmund die Betreuung der Pferde des Mäzens Otto Schulte-Frohlinde, lange Jahre Springauausschussvorsitzender der deutschen FN und Gönner von Alwin Schockemöhle. Nachdem sich Nesch schnell einen Namen als Ausbilder junger Pferde gemacht hatte, holte ihn der damalige Präsident Günter Jucho zum Dortmunder Reiterverein an der Westfalenhalle. Dort wirkte er über 60 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung. Auch danach gab er sein Wissen bis ins hohe Alter weiter. Im Jahr 2000 wurde er mit dem goldenen Verdienstabzeichen der Bundesvereinigung der Berufsreiter im Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband ausgezeichnet. Udo Nesch war ein Reitlehrer „alter Schule“. Er achtete konsequent auf korrekten Sitz, präzise Einwirkung und den respektvollen Umgang mit dem Pferd. Disziplin und Achtung vor dem Geschöpf Pferd prägten seine Ausbildung ebenso wie seine fachliche Klarheit. Als einer der wohl bekanntesten Reitlehrer Dortmunds bildete er viele Reiterinnen und Reiter aus und begleitete sie über Jahre hinweg in ihrer Entwicklung. Zu seinen bekanntesten Schülerinnen und Schülern zählen Reitmeister Karl-Heinz „Kalli“ Streng sowie die Reiterin und Richterin Anke Frömming. In seinen letzten aktiven Jahren gab er sein Wissen unter anderem an die Para-Bayerische Meisterin Marieluise Heigl weiter. Seine große Zeit als Dressurreiter erlebte Udo Nesch in der Ära Dr. Reiner Klimke und Harry Boldt sowie des Ehepaares Inge und George Theodorescu. 1967 gewann er das Deutsche Dressurderby, das damals noch mit Pferdewechsel ausgetragen wurde. Auch im Springsattel war er erfolgreich: Mit Granat gewann er u.a. ein SB-Springen über zwei Meter, und im Großen Preis der Bundesrepublik in der Westfalenhalle erreichte er mit Smoky den dritten Platz. Somit gehörte Udo Nesch zu den vielseitigsten Reitern seiner Zeit. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Ausbildung von jungen Pferden bis zur schwersten Klasse. In Erinnerung bleibt besonders das Heranführen des Hannoveraner Wallachs Woyceck zur Olympiareife, der 1976 in Montreal zum Gewinn der Mannschafts-Gold- und Einzelsilber unter Harry Boldt beitrug. Auch an der Entdeckung und Ausbildung von Vayron, der 2024 in Paris zu Team-Olympiasilber unter dem dänischen Dressurreiter Daniel Bachmann Andersen ging, war Udo Nesch maßgeblich beteiligt.
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