







| Ursachen erkannt - doch den Worten haben auch Taten zu folgen... |
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| Geschrieben von: DOSB/DL |
| Dienstag, 13. Oktober 2026 um 16:39 |
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Frankfurt/ Main. Abgesehen vom Fußball genießen in Deutschland Trainer im Sport nicht gerade ein lobenswertes Ansehen, es fehlt an Achtung, der entsprechenden Bezahlung und auch an Dank, vor allem im Ehrenamtsbereich, wo viele Großes leisten, ohne auch oft entsprechend anerkannt zu werden. Daran soll nun tatkräftig entgegengewirkt werden, wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verlauten läßt. „Wir müssen für Trainerinnen und Trainer bessere Rahmenbedingungen schaffen“ - Gudrun Schwind-Gick, Ressortleiterin Bildung und Engagement, und Ruben Goebel, Leiter des Wissenschaftlichen Verbundsystems Leistungssport, sprechen über die Erwartungen an die Traineroffensive und ihre Ideen für eine Systemoptimierung. Ein Gespräch mit Björn Jensen vom DOSB. DOSB: In den vergangenen Monaten ist regelmäßig in politischen Statements von einer Traineroffensive die Rede. Was ist darunter zu verstehen? Ruben Goebel: „m DOSB gibt es zwei Bereiche, die dieses Thema umtreibt. Der Geschäftsbereich Leistungssport, dem ich zugehörig bin, betrachtet die Rahmenbedingungen für Arbeit des gesamten Leistungssportpersonals und die Qualifizierung von Fachkräften entlang des langfristigen Leistungsaufbaus, der Branche Leistungssport als Betätigungsfeld am nationalen Arbeitsmarkt. Die Traineroffensive bedeutet für uns im Idealfall, dass das Berufsbild Trainer am Standort Deutschland und die Beschäftigung für diese Personengruppe auf ein neues Niveau gehoben wird. Neben der Lizenzausbildung fehlt in Deutschland bisher eine formelle Ausbildung für insbesondere Trainer. Das zu ändern ist für uns ein maßgeblicher Teil einer Traineroffensive.“ Gudrun Schwind-Gick: „Im Geschäftsbereich Sportentwicklung schauen wir auf eine Traineroffensive bewusst breiter. Denn der Mangel an qualifizierten Trainerinnen betrifft nicht nur den Leistungssport, sondern ebenso den Breiten- und Vereinssport. Im Sportverein fehlen vielerorts Menschen, die Angebote verlässlich tragen, Kinder und Jugendliche begleiten und sportliche Entwicklung überhaupt erst ermöglichen. Gleichzeitig beginnt auch leistungssportliche Entwicklung in Deutschland in aller Regel im Verein – und damit bei den Vereinstrainern. Dort werden Talente entdeckt, entwickelt und über viele Jahre begleitet. Dafür verfügen der DOSB und seine Mitgliedsorganisationen über ein umfangreiches Aus- und Fortbildungssystem. Wenn wir also über eine Traineroffensive sprechen, müssen wir beide Ebenen zusammendenken: Die Sicherung und Stärkung qualifizierter Trainer im Breiten- und Vereinssport ebenso wie die Weiterentwicklung professioneller und gegebenenfalls akademischer Qualifizierungswege im Leistungssport. Die verbandliche DOSB-Lizenzausbildung ist dabei kein nachgelagerter Baustein, sondern Teil des Fundaments. Eine Traineroffensive darf somit nicht erst beim Bundestrainer beginnen. Sie beginnt im Verein.“ Wie funktioniert die Aus- und Fortbildung von Trainern im Leistungssport grundsätzlich, welche Angebote macht der DOSB in diesem Bereich? Gudrun: „Leistungssportliche Entwicklung beginnt in Deutschland in aller Regel im Verein – und damit bei den Vereinstrainern. Genau dort werden Talente entdeckt, entwickelt und über viele Jahre begleitet. Dafür verfügt der DOSB gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen über ein umfangreiches und bewährtes Aus- und Fortbildungssystem, das auf verschiedenen, aufeinander aufbauenden Lizenzstufen für die Arbeit im Verein Wissen vermittelt und fachliche, methodische, soziale und personale Kompetenzen aufbaut. Wenn wir über eine Traineroffensive sprechen, darf dieses System deshalb nicht nur mitgedacht werden, sondern muss ein zentraler Bestandteil sein. Eine Stärkung des Trainerberufs und eine Weiterentwicklung akademischer Qualifizierungswege sind wichtig – sie dürfen aber nicht losgelöst von der verbandlichen Trainer*innenausbildung und der Basisarbeit in den Vereinen betrachtet werden.“ Ruben: „Daran anschließend gibt es die Trainerakademie. Diese bietet ein sogenanntes Diplomstudium an und vermittelt darin weiterführende Inhalte. Das ist momentan die höchstmögliche fachpraktische Qualifizierung für die führenden Trainer im Leistungssport. Für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gibt es die Führungsakademie, die in diversen Bereichen Wissen vermittelt, jedoch nicht sportartspezifisch, sondern weniger sportpraktisch und mehr in Richtung Personalführung und Verbands- und Vereinsorganisation ausbildet.“ Was müsste optimiert werden, um mit diesem System bestmögliche Resultate zu erreichen? Ruben: „Was uns in Deutschland weiterhin fehlt, ist eine Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz für Trainer, vergleichbar mit Physiotherapeuten. Man kann an Universitäten zwar Sport studieren, aber nicht Trainer oder Sportdirektor. Das ist ein großes Handicap, denn dafür ist zweifelsohne ein Markt vorhanden, der aktuell nicht ausgebildet wird. Es gibt zwar Berufsfelder, die dem Bereich Leistungssport zugeordnet sind, aber denen können wir aktuell kein Ausbildungsangebot machen. Eine Erweiterung dieses Systems sollte unbedingt Teil einer Traineroffensive sein.“ Gudrun: „Vielleicht sollten wir einmal erklären, warum uns dieses Thema so wichtig ist. In Deutschland ist die Lage so, dass man ein Problem bekommt, wenn man keine anerkannte und geprüfte Ausbildung vorweisen kann. Im Ausland ist das teilweise anders, da geht viel mehr über „Training on the job“, das dort akzeptiert wird. Hierzulande ist ein formaler Abschluss unerlässlich, egal wie gut du bist, deshalb müssen wir in einem non-formalen Qualifizierungssystem wie dem unseren zu mehr Anerkennung für unsere Ausbildungen kommen.“ Ruben: „Völlige Zustimmung, und genau darauf zielt die Implementierung einer formellen Ausbildung ab. Wir haben in Deutschland das Problem, dass die gesellschaftliche Akzeptanz des Trainerberufs kaum vorhanden ist, weil er nicht das Level einer vollwertigen Ausbildung und damit eine berufliche Reife sowie einen durch berufliche Qualifizierung erworbenen Platz am Arbeitsmarkt genießt und auch unser Lizenzsystem diese Wertigkeit noch nicht erreicht hat. Das liegt überwiegend daran, dass die Rahmenbedingungen für das Leistungssportpersonal an vielen Stellen längst nicht so weit professionalisiert sind wie in anderen Branchen und Berufszweigen.“ DOSB-Präsident Thomas Weikert malt in fast jeder seiner Reden ein düsteres Bild von der Lage der Trainer*innen in Deutschland: zu schlecht bezahlt, zu viel und unregelmäßige Arbeit, zu wenig Anerkennung und Wertschätzung. In welcher Form trifft diese Analyse zu? Ruben: „Leider ist das Bild durchaus zutreffend. Viele Trainer gehen, wenn sie einen Zyklus mitgemacht haben, raus aus dem Bereich und werden vornehmlich Lehrer oder schlagen andere berufliche Wege ein. Das hat nichts damit zu tun, dass sie den Job lieber mögen, sondern dass man Rahmenbedingungen vorfindet, die lange nicht so geordnet sind wie in anderen Berufen und Branchen. Die Leistungssportebene ist dabei nicht vom Breitensport zu trennen, denn auch die Trainer im Leistungssport fangen ja irgendwann in ihrem Heimatverein an. Wir haben aktuell rund 29,6 Millionen Mitgliedschaften in Sportvereinen, aber nicht genügend Trainer. Im Spitzenbereich haben wir momentan rund 700 bundesfinanzierte Trainer. Einige dieser Stellen sind wegen der Möglichkeit der Teilnahme an Olympischen Spielen noch attraktiv, da kann man auch noch Personal aus dem Ausland rekrutieren. Aber wenn man nur eine Ebene darunter schaut, im Bereich der U-18- oder U-21-Bundestrainer, wird der Markt schon extrem dünn. Hier liegt aber der Kern der Arbeit, der Leistungsaufbau junger Athleten und von Talenten. Hier werden quantitativ am meisten Trainer benötigt, die die Athleten in ihren Sportarten flächendeckend in Deutschland begleiten und sportspezifisch ausbilden. Wichtig ist, dass diese Aufgabe professionalisiert und das Ehrenamt entlastet wird, damit jungen Menschen der Weg in den Leistungssport gut angeboten werden kann.“ Gudrun: „Wir sehen auch in den Vereinen, dass wir ein tiefgehendes Personalproblem haben. Es gibt in vielen Vereinen Wartelisten für Kinder und Jugendliche, die schlicht nicht betreut werden können, weil Trainer fehlen. Die Sportstätteninfrastruktur ist ein zusätzliches Problem. Wir verlieren dadurch potenzielle Talente in einem nicht unerheblichen Maß. Es ist eine Katastrophe, dass nicht alle Menschen, die organisiert Sport treiben wollen, aufgenommen werden können. Wir wollen wieder unter die besten fünf Nationen im Sommersport kommen, schaffen es aber nicht einmal, alle Talente zu betreuen, die es gibt. Zudem wissen wir aus dem Sportentwicklungsbericht, dass nur knapp zwei Drittel der Trainer in Vereinen eine Qualifizierung nachweisen können. Das ist einerseits ein Problem für die Qualität des Trainings. Andererseits ist es insofern ein Problem für die Quantität, als dass wir wissen, dass Trainer mit Qualifizierung im Schnitt zwölf Jahre in einem Verein tätig sind, die ohne Qualifizierung aber nur die Hälfte der Zeit.“ In vielen Ländern werden Trainer besser vergütet und haben ein höheres gesellschaftliches Ansehen. Warum fehlt es daran in Deutschland? Ruben: „Nicht das ganze Ausland zahlt bessere Honorare, aber viele Länder haben sich auf wenige Sportarten spezialisiert. Wir haben als bevölkerungsreiches Land Europas und als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt den Anspruch, mit größtmöglicher Vielfalt an der Weltspitze dabei zu sein. Diesen Anspruch teile ich, wir sollten ihn uns bewahren. Das bedeutet, dass wir viele Sportarten fördern, aber nicht die Rahmenbedingungen bieten können, die diejenigen bieten, die sich auf einzelne Sportarten konzentrieren. Es ist ein klarer Fakt, dass wir mit den Spitzennationen nicht mehr mithalten, und deshalb bekommen unsere besten Trainer auch deutlich bessere Angebote aus dem Ausland. Wenn ein Spitzenverband heute eine Bundestrainerstelle ausschreibt, bewerben sich darauf 50 Personen, von denen 48 nicht ausreichend qualifiziert für den Job sind. Denen fehlt es an Ausbildung, Erfahrung und einer entsprechenden Reputation.“ Gudrun: „Ich habe den Eindruck, dass es an der grundsätzlichen Bedeutung des Sports in Deutschland liegt. Es fehlt an der gesellschaftlichen Anerkennung, die dem Sport gebühren sollte. Studien zeigen, dass Sport vielerorts nicht als Bildungsangebot wahrgenommen wird, sondern als Freizeitbeschäftigung. Dabei ist das Erlernen einer Sportart ein vergleichbares Bildungsangebot wie beispielsweise das Erlernen eines Musikinstruments. Dazu kommt, dass wir auch deshalb Herausforderungen mit der Qualifizierung haben, weil Bildung in Deutschland Ländersache ist. Auf Bundesebene – also auch in den Spitzenverbänden, in denen die Ausbildung der Trainer der unterschiedlichen Sportarten verantwortet wird –, gibt es häufig weniger Unterstützung für Bildungsthemen. Es ist eigentlich unsere große Stärke, dass die Trainerausbildung auf Bundesebene in den Spitzenverbänden qualitativ verantwortet wird, diese dann aber auch dezentral durchführen und in den Ländern damit anfangen. Deswegen sagen wir ja gegenüber der Politik immer wieder, dass wir eine Bildungsoffensive brauchen, die Spitzenverbände, Landesfachverbände und Landessportbünde darin unterstützt, sich so aufzustellen, dass sie eine qualitativ hochwertige Qualifizierung anbieten können. Stattdessen haben wir sogar im Bereich der Ausbilder oftmals ehrenamtliche Tätigkeit, was natürlich nicht unser Anspruch sein kann, wenn man zu den besten fünf Nationen der Welt zählen möchte.“ Ruben: „Dazu passt, dass wir noch immer keine umfassend formelle Ausbildung anbieten. Da schließt sich der Kreis. Ein Physiotherapeut wird mit rund 3500, ein Master-Studiengang mit bis zu 5000 Unterrichtseinheiten grundständig ausgebildet und erhält einen staatlich anerkannten Abschluss! Das ist ein Unterschied in Wissen und Anerkennung, der frappierend ist. Nicht jeder Spitzenverband wird 5000 Einheiten brauchen, um einen Spitzentrainer zu entwickeln, der eine Goldmedaille erzielt. Aber wir bieten das aktuell überhaupt nicht an. Trainer spielen eine systemrelevante Rolle, und wir haben sie als solche bisher nicht ausreichend betrachtet. Neben Jürgen Klopp gibt es in Deutschland knapp 500 Bundestrainer in den Sportarten des organisierten Sports. Sie haben alle vergleichbare Anforderungsprofile. Wir sind noch nicht gut darin, alle unsere Trainerinnen und Trainer in den Mittelpunkt zu stellen. Spitzenleistungen werden auch außerhalb der bekannten Profisportarten erbracht, und wer dafür verantwortlich ist, das geht größtenteils unter. Die Namen und erbrachten Leistungen spielen nirgendwo eine Rolle, und das ist schlecht. Und damit sind wir wieder bei einem zentralen Punkt: der mangelnden Wertschätzung für eine Berufsgruppe, ohne die Leistungssport nicht funktionieren kann.“ Gudrun: „Auch hier zeigt sich wieder der Unterschied zwischen der Logik der non-formalen Qualifizierung und formalen Ausbildungen. In der DOSB-Lizenzausbildung scheint der Umfang zunächst nicht so hoch. Es gibt eine Mindestanforderung von 120 Lerneinheiten für die C-Lizenz, zuzüglich 60 für die B-Lizenz und zuzüglich 90 für die A-Lizenz. Nichtsdestotrotz sind die Anforderungen an die Kompetenzentwicklung sehr hoch, was durch die Ergänzung informeller Lernphasen umgesetzt wird. Die Trainer müssen das Gelernte mindestens ein Jahr anwenden und somit mit Praxiserfahrung anreichern, bevor sie zur nächsthöheren Lizenzstufe zugelassen werden. Viele Verbände begleiten diese Phasen auf den oberen Lizenzstufen durch Hospitationen oder ähnliches. Darüber hinaus müssen Lizenzen regelmäßig durch Fortbildungen gültig gehalten werden, was den Umfang am Ende auch erhöht.“ Neben der finanziellen Wertschätzung wird oftmals auch immaterielle Wertschätzung als ein wichtiger Hebel genannt, um Trainer in Deutschland zu halten. Welche Maßnahmen sind dafür denkbar? Gudrun: „Das A und O ist für mich die Anerkennung der Qualifikation, das ist der zentrale Hebel.“ Ruben: „Ich denke, dass wir in der gesamten Öffentlichkeitsarbeit mehr Wert darauf legen können, Trainerinnen und Trainer viel häufiger mitzudenken. Es geht dabei zum Beispiel um Ehrungen wie „Trainer des Jahres“, aber wichtiger noch um Prämien, Professionalisierung der Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitregelungen. Weiterhin würde es gut tun, dass die Trainer genannt werden, wenn ihre Athleten Erfolge erreicht haben. Und nicht nur die, die aktuell die Betreuung leiten, sondern auch der Heimtrainer oder die Jugendtrainerin. Das ist zwar erheblicher Aufwand, aber ich glaube, dass wir da mehr Empathie brauchen, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Trainer sind Fachkräfte und müssen auch als solche Beachtung finden.“ Langfristige Aufgaben im Leistungssport erfordern längerfristige Beschäftigungsmodelle. Diese sind aber im Berufsfeld Trainer*in im Leistungssport häufig nicht gegeben, stattdessen prägen zeitlich befristete Modelle das Bild. Wie ist dem Abhilfe zu schaffen? Ruben: „Befristete Modelle stehen in Verbindung mit dem Haushaltsrecht in Bund und Ländern und dem Charakter der Stelle im Spitzensport. Für die anstellende Organisation ist die Beschäftigung zur Zeit mit einem gewissen wirtschaftlichen Risiko verbunden. Aber es ist wichtig, dass wir zum Beispiel die Kriterien beachten, die für langfristigen Erfolg wichtig sind. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Situation für unsere Trainer verbessern. Dadurch kann die Attraktivität der Arbeit in einem Verband oder Verein gesteigert werden. Wir müssen uns dazu mit allen Stakeholdern tiefgehende Gedanken machen, wie das besser umzusetzen ist. Ein zukünftiger Weg kann sein, dass wir wirtschaftlicher denken, stärker in Vermarktung agieren und die Quote sowie das Potenzial für Eigenmittel bei den Arbeitgebern im Spitzensport erhöhen. Um es plakativ zu sagen: Am Ende müssen Trainer in der Lage sein, mit ihrem Arbeitsvertrag in eine Bank zu gehen und dort einen Hauskredit zu bekommen, so wie es in vielen anderen Berufen mit Festanstellung und Grundeinkommen auch funktioniert.“ Gudrun: „Auf Vereinsebene sind viele Vereine finanziell und organisatorisch gar nicht in der Lage, Trainer dauerhaft hauptberuflich anzustellen. Gleichzeitig liegt genau dort die große Stärke unseres Sportsystems: Menschen können bis in die kleinste Gemeinde hinein organisiert Sport treiben, Talente können entdeckt und entwickelt werden, Kinder und Jugendliche finden niedrigschwellige Zugänge. Diese Breite wird heute jedoch in hohem Maße durch ehrenamtliche Strukturen getragen – mit allen bekannten Herausforderungen bei Verfügbarkeit, Verlässlichkeit, Qualifizierung und langfristiger Bindung. Deshalb sollten wir auch über neue Beschäftigungsmodelle nachdenken. Eine Möglichkeit könnten kommunale oder regionale Trainerinnen-Pools sein, in denen qualifizierte Trainerinnen bei einem Träger angestellt sind und für mehrere Vereine tätig werden. So könnten Vereine professionelle Trainerleistung nutzen, ohne jeweils allein eine volle Stelle finanzieren zu müssen. Das würde die ehrenamtlichen Strukturen nicht ersetzen, sondern gezielt ergänzen und stabilisieren. Gerade für kleinere Vereine und ländliche Räume könnte ein solches Modell dazu beitragen, qualifizierte Angebote dauerhaft zu sichern und zugleich attraktive berufliche Perspektiven für Trainer zu schaffen. Damit würde sich die Traineroffensive nicht nur auf den Spitzensport beziehen, sondern die gesamte Entwicklungskette in den Blick nehmen – vom Verein vor Ort bis zur internationalen Spitze.“
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