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Paul Schockemöhle - der letzte Herold der "Riders Tour" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Mittwoch, 12. Februar 2020 um 21:25

Neumünster. Die Riders Tour im Springen geht weiter, jedoch ziemlich abgespeckt. Auftakt ist Hagen mit „Horses and Dreams“ im April, nicht mehr dabei ist Paderborn. Das Finale der kommenden Tour 2020/ 21 findet wieder in Neumünster statt. Wie alles mal am 5. Mai 2001 begann – es blieb wenig übrig von der verfolgungswürdigen Idee.

 

An diesem Wochenende endet die Riders Tour der Springreiter 2019 in Neumünster, lautlos, fast heimlich, jedenfalls ohne Bohei. Und um die neue Tour der Springreiter herrschte bisher eher tiefgründiges Schweigen, „sie geht aber weiter“, wie Mitbegründer Ulrich Kasselmann sagt. Details wurden noch nicht bekanntgegeben, fest stehen nur die Austragungsorte: Hagen a.T.W. mit „Horses and Dreams“ (23. bis 26. April), dann folgen noch  Redefin (15. bis 17. Mai), Hamburg mit dem Deutschen Springderby (20. bis 24. Mai),  Münster mit dem „Turnier der Sieger“ (27. bis 30. August) und das Finale in Neumünster 2021 (18. bis 21. Februar). Geblieben ist von der großen Vorstellung einer vielleicht mal erdumspannenden Serie erschütternd wenig. Alles hatte begonnen im Mai 2001 in Mannheim beim tradionellen Maimarktturnier…

Die Anfänge vor bald 30 Jahren

1991 dachten der dreimalige Europameister Paul Schockemöhle (74) und der ehemalige Diamantenhändler Isaac Arguetty laut über eine Weltliga der Springreiter nach. Zwei Jahre danach wurde die „Professional Showjumping Association“ (PJA) gegründet und während des Herbst-Turniers in Donaueschingen vorgestellt. Der Amerikaner mit Wohnsitz in London und der mexikanische Milliardär und Turnierveranstalter Alfonso Romo als die Präsidenten hinterlegten bei einer Schweizer Bank für die Serie 6 Millionen US-Dollar. Nach Qualifikationen ähnlich dem Tennis in aller Welt sollte das erste Masters Finale 1994 in Frankfurt/ Main ausgetragen werden mit einem für damalige Verhältnisse unvorstellbarem Preisgeld von einer Million Dollar für den Gewinner. Doch der misstrauische Weltverband (FEI) vermutete die Gründung einer konkurrierenden Föderation und drohte, wer sich der PJA zuwende, habe das Recht auf Teilnahme an Olympischen Spielen, Championaten und Nationen-Preisen verwirkt. Denn bei solchen Events kann nur starten, der auch bei der FEI geführt wird. Darauf kuschten die Reiter,  keiner löste eine Lizenz, auch wenn sich PJA rasch in „Pro Show Jumping Alliance“ umbenannte. Es blieb bei Gedankenspielen, wobei Tennis-Fan Arguetty für einige nicht Unrecht hatte mit der Bemerkung: „Im Vergleich zu Tennis, Golf und in England gar zum Dartspiel kommt Springreiten im Fernsehen für den unbedarften Zuschauer wenig rüber, ist zu langweilig, weil praktisch nichts passiert. Der Zuschauer leidet nicht mit. PJA hätte einiges verändert.“

Paul Schockemöhle aus dem südoldenburgischen Mühlen hatte die Idee einer Serie im Springreiten nicht  irgendwo abgelegt. Der All-Zweck-Unternehmer,  der hartnäckig Ziele verfolgt, überredete ähnlich gesinnte Turnierbegeisterte zur Gründung der „Riders Tour“, dazu gehörten Hans-Werner Aufrecht, der Erfinder der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) und Mitbegründer des Tuning-Unternehmens für Automobile (AMG), Turnierorganisator, Züchter und Pferdehändler Ulrich Kasselmann, der Unternehmer Dietrich Walther, Fernsehproduzent Peter Geishecker, Dressur-Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff und Logistik-Unternehmer Detlef Hübner. Jeder zahlte eine Million Mark ein, der erste Tour-Sieger war 2001 Ludger Beerbaum, er kassierte unglaubliche 500.000 Mark an Extraprämie. Die nächstplatzierten erhielten 300.000, 200.000, 100.000, 70.000, 50.000, 40.000, 30.000, 20.000 und 10.000 DM der Zehnte. Austragungsorte waren bei der Premiere Mannheim, Hamburg, Hachenburg, Gera, Balve, Berlin, Donaueschingen, Wiesbaden und das südbadische Aach. Beerbaum war nicht nur Gesamtsieger, sondern nahm auch noch einen 150.000 DM teuren Masaratti aus Aach als Ehrenpreis mit. Die Tour selbst machte im ersten Jahr ein Minus von 2,5 Millionen Mark. Nach der ersten Tour verabschiedeten sich aus der Runde Mannheim, Berlin und Aach, dafür kamen das englische Hickstead sowie die beiden Hallenveranstaltungen Hannover und München hinzu.

Die vierte Tour 2005 kränkelnde bereits, die fünfte noch stärker. Veranstalter waren nur noch Hamburg mit dem Derby, Wiesbaden, Paderborn, Hannovernanover und München. Das Gesamtpreisgeld wurde ab 2006 halbiert, für den Titel „Riders of the Year“ gab es 250.000 €. Die gerade erst kreierte „Global Champions Tour“ des Niederländers Jan Tops legte sich schwer auf die Riders Tour und strangulierte sie langsam. Auf der Schockemöhle-Tour wurde  ab 2008 kein Extrapreisgeld mehr ausbezahlt, somit erlosch auch das Interesse ausländischer Teilnehmer. Die mit über 5 Millionen Euro Gewinngeld meist in Weltstädten organisierte „Global Champions Tour“ drückte gleich beim Start die rein deutsche Serie zusätzlich ins Abseits des öffentlichen Interesses, dazu kam, dass in Deutschland die Öffentlich-Rechtlichen TV-Anstalten der Tour die Kehrseite zeigten und nur noch von der Tour das Derby in Hamburg übertrugen. Und aus der Gründergemeinschaft hatten sich inzwischen auch einige zurückgezogen, dazu war Dietrich Walther plötzlich gestorben.

Paul Schockemöhle wollte mit der Riders Tour nach eigener Aussage zurück zum Sport und  vor allem weg von der immer mehr um sich greifenden Seuche der "Paycard", womit man sich selbst oder einen Reiter mittels Erwerb von VIP-Tischen, Logen, Bandenwerbung oder Prüfungen ins Turnier einkaufen kann, auch wenn die Leistung nicht reicht. Erstaunlich und bewundernswert, dass Paul Schockemöhle dennoch immer noch die Fahne der Riders Tour hoch hält.

 

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