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Ein Uhrenkonzern übernimmt langsam die Macht im Reiter-Weltverband PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Mittwoch, 26. Februar 2020 um 20:38

Le Touquet/ Frankreich. Nach der festgelegten Regel kann jeder Verband seit 1955– bis auf jene von Kanada und den USA wegen der Größe der Länder – im Jahr nur ein Internationales Offizielles Turnier ausrichten, Frankreich organisiert erstmals im Mai nun ein zweites, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Ähnliches hatte nach der Wende der damalige deutsche Präsident Dieter Graf Landsberg-Velen vorgeschlagen, war aber abgeschmettert worden…

 

Seit 1909 werden Nationen-Preise im Springreiten veranstaltet, bis 1954 konnten die verschiedenen nationalen Föderationen jährlich mehrere dieser Mannschaftssspringen organisieren. So ließ die deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) zum Beispiel  1929 in Köln und 1954 in Dortmund wie in Aachen ein Concours Hippique International Officiel (CHIO) ausrichten, zwischen 1930 und 1939 in Aachen und in Berlin zeitlich unterschiedlich. Auf Beschluss des Reiter-Weltverbandes (FEI) durften ab 1955 die der FEI angeschlossenen nationalen Verbände nur noch ein CHIO durchführen, mit Ausnahme von Kanada und den USA, die wegen der Flächengröße und den damit verbundenen riesigen Entfernungen zwischen einzelnen Turnierorten jeweils zwei CHIO pro Jahr aufziehen dürfen.

Doch die FEI, teilweise eher eine geheimnisvolle Loge als ein offener Sportverband, der für den einzelnen Athleten da sein sollte und nicht dem eigenen Wohlbefinden mit allen nur möglichen Vergünstigungen, geht wieder einmal eigene seltsame Wege. Jetzt gaben die entscheidenden Pöstchenbesetzer  den Segen für eine ganz neu gestaltete Serie der Division 2 der Nationen-Preis-Reihe unter der Vorherrschaft des Europäischen Verbandes (EEF). In der zweithöchsten Liga Europas ritten bisher alle jene Nationen, deren Springreiter und Pferde nicht den geforderten Anforderungen der "Champions League" genügten, aber dennoch bei einem "O" starten wollten, die einen, weil sie wollten, andere, deren Reiter sich zu Prüfungen auf höchstem Niveau einkauften oder eingekauft wurden durch einen reichen Sponsor, der sich anderweitig zusätzlich spendabel zeigte, sei es, dass er für das Turnier eine Loge mietete oder eben Geld für Prüfungen offerierte. Ansonsten blieb man unter sich in der Division 2.     

Die EEF hat das reitsportliche Europa für die neue Reihe in vier Gruppen eingeteilt:

Zur Gruppe Süd gehören San Marino, Italien, die Türkei, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Serbien, Nordmazedonien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Zypern, Malta und die Ukraine.

Die Gruppe Zentral-Europa bilden: Deutschland, die Schweiz, Slowakei, Ungarn, Tschechien, Österreich, Slowenien, Kroatien und Liechtenstein.

Der Gruppe Nord angeschlossen sind: Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Polen, Israel, Estland, Lettland, Litauen und Island.

Die Gruppe West setzt sich zusammen aus: Andorra, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Portugal, Irland, Großbritannien und Montenegro.

Die Serie läuft ab wie bei einem Tennisturnier zum Beispiel mit Auftaktrunde, Viertelfinale, Halbfinale und Endturnier in Warschau (2. bis 5. September). Der Sieger steigt in die höchste Klasse – Division 1 – auf. Die ersten Turniere finden statt in Le Touquet/ Frankreich (7. bis 10. Mai), Drammen/ Norwegen (14. bis 17. Mai), Athen (4. bis 7. Juni) und Ebreichsdorf/ Österreich (25. bis 28. Juni). Die Viertelfinals werden organisiert in Lissabon (28. bis 31. Mai), Uggerhalne/ Dänemark (20, bis 24. Mai), Bojouriste/ Bulgarien (18. bis 21. Juni) und Budapest (2. bis 5. Juli), die Halbfinals folgen in Geesteren/ Niederlande (1. bis 5. Juli)  und Gorla/ Italien (16. bis 19.Juli). In Geesteren treffen die besten die je fünf besten Mannschaften der Gruppe Nord-West aufeinander, in Gorla die entsprechend besten Teams der Abteilung Süd und Zentral-Europa. Die insgesamt zehn besten Equipen reiten das Finale in Warschau (2. bis 5. September)  aus, das damit auch ein zweites CSIO ausrichtet neben Zoppot. Reiter-Pferde-Paare, die bei einem 5-Sterne-CSIO in der Saison gestartet sind, können an keinem der Turniere der Division 2 auf Drei-Sterne-Level teilnehmen.

Dass Frankreich neben La Baule und Polen mit Zoppot als Austragungsorte der höchsten Klasse nun zwei weitere offizielle Turniere, wenn auch nicht mit  höchstem Schwierigkeitsgrad, durchführt, durchlöchert die gewohnte und eingebürgerte Regel. Ähnliches hatte der damalige deutsche FN-Präsident Dieter Graf Landsberg-Velen nach der Wende geplant, nämlich ein zweites deutsches  CSIO in Gera zum Beispiel, das zur DDR-Zeit für den anderen deutschen Staat ebenfalls offizielle Turniere aufzog. Landsbergs Überlegung damals,  „die schwächeren Reitnationen, vor allem aus dem Osten, wo der Pferdesport nicht unbedingt groß gefördert wurde, an höhere Aufgaben heranzuführen“. Die FEI erteilte seinen Plänen eine Absage.

Titelsponsor ist inzwischen für alle Nationen-Preise – bis auf den Rolex- Grand Slam mit Aachen, Hertogenbosch, Calgary und Genf –  Uhrmacher Longines. Ein Insider schätzt, dass das Schweizer Unternehmen zwischen 30 und 40 Millionen Euro dafür hinlegt, nicht gerechnet, was Longines zusätzlich auch zu Jan Tops und seine Global Champions Tour hinüber schiebt. Damit hat Longines auch geheime oder direkte Macht über den Sport und nicht zuletzt auch über den Verband. Wer zahlt, bestimmt, mindestens mit. Auf die Frage, was sei, sollte Longines plötzlich keinen Spaß mehr am Reitsport haben und den Geldhahn abdrehen, sagte der frühere deutsche Europa-Präsident Dr. Hanfried Haring: „Das wäre dann eine Katastrophe…“

 

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