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Athleten streben nach mehr Aufklärung zu Meinungsäußerungen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: DOSB/DL   
Samstag, 19. September 2020 um 13:49

Frankfurt/ Main. Immer stärker bekunden vor allem in der westlichen Welt Sportler ihren Unwillen lautstark oder durch Gesten zu Politikern und deren Haltung bzw. Entscheidungen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) holte nun Meinungen von Athletinnen und Athleten zu diesem Thema ein.

 

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um politische Demonstrationen im Weltsport hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bei den Athlet*innen des Team Deutschland ein allgemeines Stimmungsbild rund um die Thematik der Regel 50.2 der Olympischen Charta eingeholt. „Wir wollten allen betroffenen Athlet*innen die Möglichkeit geben, sich auch zu diesem Thema persönlich zu äußern, nachdem wir bereits im März im offenen und sehr wertvollen Austausch mit dem Team D zum Thema der Verschiebung der Olympischen Spiele waren“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Uns geht es darum, die Athlet*innen in alle wichtigen Themen aktiv einzubeziehen, um ihre Wünsche und Bedürfnisse auch über das rein Sportliche hinaus noch besser berücksichtigen zu können.“

Nach den Richtlinien der Regel 50.2 der Olympischen Charta ist die freie Meinungsäußerung bei Pressekonferenzen, in Mannschaftssitzungen, in Interviews oder über die eigenen sozialen Kanäle der Athlet*innen während Olympischer Spiele jederzeit möglich; nicht erlaubt sind Proteste oder Solidaritätsbekundungen derzeit an Sportstätten, auf dem Podium oder bei offiziellen Zeremonien.

 

Das sehr differenzierte Stimmungsbild zeigt, dass rund die Hälfte der antwortenden deutschen Sportler*innen sich noch nicht ausreichend über die Regel 50.2 der Olympischen Charta informiert fühlt und sich mehr Informationen dazu wünscht. Hierzu zählt u.a. der Wunsch nach einer deutlicheren Aufklärung sowie einer nachvollziehbaren Auflistung von Möglichkeiten der Meinungsäußerung, um künftig mehr Handlungssicherheit für die Athlet*innen zu schaffen. Der DOSB sieht dies als Auftrag an, die Athlet*innen künftig auch in diesem Thema noch intensiver zu informieren. 

Bei der Umfrage hat sich zudem herausgestellt, dass das Thema der Meinungsäußerung für rund 90 Prozent der teilnehmenden Athlet*innen eine wichtige Bedeutung hat, gut ein Drittel ihre privaten Ansichten allerdings bewusst nicht öffentlich zum Ausdruck bringt. Wenn Athlet*innen ihre Meinung äußern, dann vor allem durch Beiträge in den sozialen Medien (24%) und in Interviews (22%). Mit der geltenden Regelung zur Meinungsäußerung während der Olympischen bzw. Paralympischen Spiele sind mehr als die Hälfte der befragten Athlet*innen (54%) einverstanden. Auf der anderen Seite ist die Mehrheit der Befragten (58%) jedoch auch der Meinung, dass Athlet*innen künftig die Möglichkeit haben sollten, ihre Ansichten zu Politik, Religion, Sexualität, Rassismus, Geschlecht, Diskriminierung oder anderen Themen noch besser und breiter deutlich machen zu können. Eine knappe Mehrheit der Athlet*innen (53%) spricht sich deshalb für eine weitere Lockerung der Regel 50.2 aus. 

Vier von fünf Befragten geben an, kein konkretes Anliegen zu haben, das sie so stark bewegt, dass sie sich öffentlich dafür einsetzen möchten. Gleichzeitig würde sich weniger als ein Viertel der Befragten gestört fühlen, wenn andere Athlet*innen ihre Anliegen in den Wettkampfstätten vertreten würden.

Um eine methodisch valide Umsetzung zu garantieren, wurde die Befragung durch unabhängige Befragungsexpert*innen der Personal- und Managementberatung Kienbaum Consultants International begleitet. Die externe Unterstützung umfasste eine Überprüfung des Fragebogens auf Objektivität und methodische Validität sowie die Begleitung der Auswertung der Ergebnisse. Auch seitens der DOSB-Athletenkommission sind wertvolle Anregungen für den Fragebogen gegeben und berücksichtigt worden.

„Das nun vorliegende Ergebnis zeigt einmal mehr, wie vielschichtig und komplex solche Themen sind. Zugleich wird deutlich, dass die Vorstellungen und Wünsche der Team-D-Athlet*innen sehr unterschiedlich sind. Dieses neutral erhobene und sehr wertvolle Stimmungsbild gibt uns wichtige Anregungen für unsere Positionierung im nationalen und internationalen Sport und wird sicher auch auf IOC-Ebene zu einem guten Gesamtbild beitragen. Deshalb danken wir all den Teammitgliedern, die aktiv teilgenommen haben, und werden den offenen Dialog mit unseren Athlet*innen weiter fortsetzen, damit deren Wünsche weiterhin klar im Mittelpunkt unserer Aktivitäten stehen“, so DOSB-Präsident Alfons Hörmann. 

Befragt wurden im Zeitraum vom 12. bis 31. August 2020 insgesamt 1708 Athlet*innen, die möglichen Kandidat*innen für die Olympischen Spiele Tokio 2020 sowie die Angehörigen des Olympia- und Perspektivkaders aus dem Wintersport für das Team Deutschland Peking 2022. Insgesamt haben 335 Athlet*innen aus 44 verschiedenen Sportarten teilgenommen, also ca. 20 Prozent. Über die Gründe der Nichtteilnahme von 80 Prozent kann keine valide Aussage getroffen werden. 330 Personen haben alle Fragen inkl. der soziodemografischen Merkmale beantwortet.

Um eine Ergebnisverzerrung zu vermeiden, wurde die Befragung um die Fragebögen bereinigt, deren Fragestellungen (zum Ankreuzen) nicht vollständig beantwortet waren. Die Verteilung der Sportarten in den ausgewerteten Fragebögen wurde mit der Grundgesamtheit der angeschriebenen Athlet*innen abgeglichen und als repräsentativ bewertet. 

Hier finden Sie alle Ergebnisse und Auswertungen der Umfrage sowie eine Zusammenfassung

Hier finden Sie das Bekenntnis des DOSB zu Grundwerten, die in der Verbandssatzung an herausgehobener Stelle (Präambel, u.a. Absatz 6) sowie im Leitbild (Link) festgehalten sind und im Leitbild   

 


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