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Letztes öffentliches Dankeschön für Pferde-Ausnahmekönnerin Bella Rose PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niels Knippertz/ DL   
Freitag, 13. August 2021 um 16:20

Isabell Werth und Bella Rose in Stuttgart

(Foto: Kalle Frieler)

Aachen. Isabell Werth (Rheinberg) wird ihr Lieblingspferd Bella Rose beim kommenden 105. Internationalen Offiziellen Reit- und Fahrturnier (CHIO) von Deutschland in Aachen (10. bis 19. September) vom Leistungssport verabschieden. Wie, wurde nicht gesagt, jedenfalls voller Emotionen.

 

Für die beiden geht dann auf dem Turniergelände in der Aachener Soers eine außergewöhnliche Reise zu Ende. Und es wird ein sportlicher Abschied werden, „klar, wir greifen nochmals an, wollen bei unserem letzten Auftritt auf der großen internationalen Bühne erneut zeigen, was wir können“, sagt Isabell Werth. Dass die 17 Jahre alte Stute etwas kann, das war der 13maligen Siegerin im Deutsche Bank Preis beim CHIO Aachen gleich klar.

Vor 14 Jahren trafen sich Isabell und Bella Rose zum ersten Mal, und die Reiterin wusste sofort: Dieser Moment ist besonders. Und so machten sich die beiden auf eine ganz besondere Reise, die sie zu außergewöhnlichen Augenblicken auch immer wieder nach Aachen führte. Hier im Dressur-Stadion triumphierte das Paar nicht nur 2019, hier feierten die beiden auch ein Jahr zuvor ihr Comeback nach langer Leidenszeit. Dreieinhalb Jahre war die Fuchsstute verletzt, ehe sie mit Siegen beim CHIO Aachen 2018 auf die internationale Bühne zurückkehrten. Was folgte, ist Pferdesportgeschichte: Zwei Goldmedaillen bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon/ USA und eben 2019 der Sieg im Deutsche Bank Preis. Und nach Team-Gold und Einzel-Silber bei den Olympischen Spielen in Tokio entschied Isabell Werth, dass nun der richtige Zeitpunkt sei, Bella Rose aus dem Sport zu verabschieden.

Außergewöhnliches Temperament, außergewöhnliches Talent, außergewöhnliche Bewegungsabläufe, dazu Leistungsbereitschaft und das Ganze gepaart mit einer unglaublichen Power, das sei es, was das Pferd auszeichne, sagt die Reiterin. Und zwar von Beginn an. Selbst das entspannte Reiten auf der Rennbahn wurde da zur Herausforderung, die Kraft des Pferdes musste erst einmal kanalisiert werden. Bei der Erinnerung an diese Tage muss Isabell Werth (52) viel lachen. Einmal, so berichtet sie, habe sie Bella Rose, gerade vierjährig, zu einem Lehrgang mitgebracht: „Da hat sie nur ein paar Regentropfen auf den Popo bekommen und gleich mit dem Piaffieren losgelegt.“ Eine große Herausforderung sei es für das Pferd gewesen, geduldiger zu werden. „Und da haben sich ja zwei getroffen, naja, letztlich haben wir uns dann gegenseitig die Geduld beigebracht“, sagt die siebenmalige Olympiasiegerin bei der Erinnerung. Aachen, die Soers, das Deutsche Bank Stadion, sei für beide ein ganz besonderes Terrain: „Hier fühlen wir uns immer in ganz besonderem Maße verpflichtet, alles zu geben und diesem außergewöhnlichen Publikum, alles was geht, zurückzugeben.“ Bella Rose ist es dabei übrigens wurscht, ob sie vor 50, 500 oder eben wie in Aachen weit mehr als 6000 Zuschauern startet, „sie ist sich selbst genug“, so Werth.

Nun wollen die Beiden also noch einmal auf die legendäre Siegertafel des CHIO Aachen, ehe Bella Rose dann aus dem großen Sport verabschiedet wird. Wie dieser Abschied aussieht, verrät Turnierleiter Frank Kemperman nicht, „das soll eine Überraschung bleiben.“ Doch nicht nur Isabell Werth ist sich sicher: „Das wird noch einmal sehr, sehr emotional werden.“

Tickets für die Dressur beim CHIO Aachen gibt es im Online-Ticketshop.

 


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