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Springreiter-Equipe - gute Wahl als "Mannschaft des Jahres 2026" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Samstag, 22. August 2026 um 18:31

Seit 1947 wählen Deutschlands Sportjournalisten die „Sportler des Jahres“, seit 1957 auch die "Mannschaft des Jahres". Die Spring-Equipe der Reiter als Sieger der Weltmeisterschaften in Aachen sollte eigentlich mehr als eine gute Wahl sein. 

Bisher einzige „Sportler des Jahres“ von Deutschland waren die Springreiter Hans Günter Winkler (1955 und 1956) und Fritz Thiedemann (1958), einmal fiel das Votum auch auf die Springreiter-Equipe, nämlich 1969, das Quartett hatte den Preis der Nationen des Internationalen Offiziellen Turniers (CHIO) von Deutschland in Aachen gewonnen. Seither blendet die deutsche Journaille Reiten ziemlich aus. Noch einmal war Alwin Schockemöhle nach seinem grandiosen Goldritt bei Olympia auf Warwick Rex 1976 in Bromont fast „Sportler des Jahres“ geworden, doch am Ende hatte der Radrennfahrer Gregor Braun mehr Stimmen als er.

Nur Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) haben Stimmrecht, ihr gehören nicht gerade viele jener an, die dem Reitsport zugetan sind. Die Sportartart verlangt Zuneigung, Neugierde, Anerkennung von Leistung des Pferdes, aber auch des Reiters. Pferde werden nicht als Könner geboren, müssen erzogen, trainiert und herangeführt werden an immer größere Aufgaben, denen sie sich auch zu stellen haben. Pferde wissen es nicht, aber der Mensch, dass ohne Sport das Pferd längst verschwunden wäre aus der Gemeinschaft.

Das Pferd ist für das normale Leben nicht mehr unbedingt nutzbar, ganz simpel gesagt. Es wäre also nur noch im Zoo zu besichtigen, wenn überhaupt. Und ohne das Pferd und der damit verbundenen Wirtschaft wären Millionen Menschen arbeitslos, was wohl dem angeblich dem Tierwohl so verbundenen Wirtschaftsunternehmen PETA ziemlich egal erscheint.

Für den Sportjournalismus, bei dem KI inzwischen ebenfalls Einzug gehalten hat, wie an vielen Artikeln ersichtlich wird, festgestellt an Redewendungen, die in der speziellen Pferdesprache gar nicht existieren, wird somit Reiten auch immer mehr zu einer ungewollten Nebenrolle. Und wer selbst nie wirklich Sport betrieben hat, nie spürte diesen Moment, egal in Tennis oder Radfahren, nicht mehr zu können, sollte auch nicht über Sport schreiben oder am Mikro reden. Er würde auch nie von Blamage fabulieren, wenn ein Sportler nicht die erwartete Leistung zu erbringen vermochte.

„Jeden Tag ein bisschen weiterkommen mit meinem Pferd, das macht mich glücklich“, sagte mal Dr. Uwe Schulten-Baumer junior, Dressur-Vizeweltmeister 1980, auf die Frage, was ihn zufriedenstelle in seiner Sportart. Und die jetzt bei der Springreiter-Weltmeisterschaft in Aachen in der letzten Qualifikation wegen eines Risses des Hilfszügels Madrigal bei ihrem Wallach ESI Rocky – dadurch zwei Abwürfe - so unglücklich ausgeschiedene Anastasia Nielsen (20) sagt: „Man muss den Sport und das Pferd lieben, sonst wird das alles nichts.“ Und die jüngste Teilnehmerin ihrer Disziplin in Aachen sagt ebenfalls: „Mit Rückschlägen wird man stärker.“

Die Worte und das plötzliche WM-Ende der Anastasia Nielsen, die in der Schweiz geboren wurde, für Monaco startet und nur Reiten und Studium kennt, zeigen ein bisschen auf, welche Leistungen hinter jedem einzelnen Starter stecken, der in Aachen bei den Weltmeisterschaften bis ins Finale kam. Und im Springreiten schafften alle vier deutschen Teilnehmer nach dem Gewinn des Mannschaftstitels auch die beiden Finalrunden um Einzelgold am Schlusstag, nämlich Daniel Deußer auf dem belgischen Hengst Otello de Guldenboom, Marcus Ehning auf dem Wallach Coolio, Sophie Hinners auf dem Wallach Iron Dames Sinclair und Richard Vogel auf dem Hengst United Touch S.

Das Quartett siegte bisher einmalig in der Historie der Team-Weltmeisterschaft in drei Umläufen ohne einen einzigen Abwurf, das ist vergleichbar mit dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft ohne Gegentor. Die Springmannschaft von Aachen hätte es sicher verdient, als „Mannschaft des Jahres“ gewählt zu werden. Mit 449.000 Zuschauern hatte auch der WDR beim Teamfinale von Aachen eine mehr als gute Quote.....

 

 

 


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