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"...Reiten ist ein ganz individueller Prozess" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Irmgard Peterek   
Mittwoch, 27. Januar 2010 um 10:36

 

 

Den Haag. Die Niederländer dominieren derzeit die internationale Dressurszene.  Das sind nicht nur Talent und Zufall, sondern das ist auch das Ergebnis einer systematischen Nachwuchsförderung. So heißt das Ziel des  RABO Talentenplans, junge Reiter mit Potenzial zeitig zu entdecken und ihre Entwicklung aktiv voranzutreiben. Als Trainer fungieren dabei unter anderem Größen des niederländischen Dressursports wie Tineke Bartels, Anky Van Grunsven oder Marlies Van Baalen, die selbst bereits vom RABO Talentenplan profitierte. Dabei wird Kommunikation ganz groß geschrieben. Ständige Auswertung und Austausch untereinander dienen der Fortentwicklung der Trainingsmethoden.

 

Ein Interview mit Edward Gal über Karrieren im Reitsport, Unterrichtsmethoden und den RABO Talentenplan.

 

Herr  Gal, als Sie sich entschlossen, Ihr Ökonomiestudium nach einem Jahr an den Nagel zu hängen und Berufsreiter zu werden – was haben Freunde und Eltern dazu gesagt?

 

Gal: „Naja, eine Laufbahn in der Wirtschaft entspricht sicher eher dem gängigen Karrieremuster. Reiten als Beruf  birgt schon hohe Risiken.“

 

Sie haben es ja nun an die Spitze geschafft. Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die vor der Entscheidung stehen, ob sie Reiten zum Beruf machen. Was sollten sie bedenken?

Gal: „An erster Stelle ist Spaß an der Sache wichtig. Aber auch ein kritischer Blick auf das eigene Talent kann nicht schaden. Denn wenn das nicht reicht, kommt man nicht weit. Darüber hinaus sind Ausdauer, Belastbarkeit und Kampfeswillen sowie die Bereitschaft, ständig hinzuzulernen in diesem Beruf von ganz hoher Bedeutung. Und nicht zu vergessen: Man muss auch lernen zu verlieren. Natürlich ist auch der Stall wichtig, in dem man seine Ausbildung macht. Ich empfehle, sich einen wirklich guten Stall zu suchen, in dem man sich dann aber auch wohl fühlen kann.“

 

Und das Geld? Junge talentierte Berufsreiter enden ja häufig in dem Hamsterrad „Unterrichten, um zu überleben“  und damit bleiben einfach kein Geld und keine Zeit für die eigene Entwicklung auf einem Pferd mit Potential. Oder sie sind aus finanziellen Gründen gezwungen, talentierte Pferde zu verkaufen, sobald sie Platzierungen bringen.  Damit wäre der Stillstand vorgezeichnet.

 

Gal: “Das stimmt. Ich denke, dass wirklich talentierte Nachwuchsreiter irgendwann in ihrer Karriere vor der Entscheidung stehen: „Geld oder Sport“. „Sport“ ist natürlich die interessantere, aber auch riskantere Variante. Ich selbst habe mich irgendwann für den Sport entschieden, das heißt, ich habe eigene Pferde mit Potential für den Grand Prix nicht mehr verkauft, sondern habe mich auf diesem Weg weiterentwickelt. Sponsoren waren zu dieser Zeit noch nicht in  Sicht. Deshalb hatte ich finanziell wenig, war aber zufrieden. In meinem Stall habe ich heute noch drei Oldies aus dieser Phase, die bei mir ihren Lebensabend verbringen. Aber ich gebe zu – ein Pferd zu finden, das hundertprozentig zu einem passt - das ist einfach Glück. Und vielleicht gibt es das auch nur einmal im Leben eines Reiters.“

 

Unterrichten Sie im Moment auch? Wie gestalten Sie Ihren Unterricht?

Gal: „Ich habe nur einige wenige Schüler, denn im Moment lege ich den Schwerpunkt auf mein eigenes Reiten. Ich arbeite nicht gerne mit unkritischen Schülern. Jemand, der die Einstellung hat: Das ist der Gal, und was der sagt, das mache ich ohne Wenn und Aber, denn der muss es ja wissen - solche Schüler sind für mich nicht interessant.  Ich mag Schüler, die gelegentlich auch zu mir sagen: `Das was Sie mir raten, fühlt sich für mich nicht richtig an. Ich brauche eine andere Lösung für das Problem.` Reiten ist ein ganz, ganz individueller Prozess. Da gibt es keine Standardmethode.

Sehr wichtig ist dagegen, dass Schüler selbstkritisch sind. Wer immer die Schuld auf andere oder gar das Pferd schiebt, der wird nicht weiter kommen.

Wer es Ernst meint, mit dem Reiten, der sollte im Laufe seiner Karriere ohnehin bei mehreren Trainern lernen. So wird man mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen vertraut.“

 

Die Niederländer sind in den vergangenen fünf Jahren sehr stark geworden. Und das nicht nur im Top Segment. Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach der RABO Talentenplan für den enormen Aufschwung, den die Reiterei in den vergangenen Jahren in den Niederlanden genommen hat?

Gal: “Der RABO Talentenplan ist eine feine Sache. Wir haben hier in den Niederlanden durch dieses System einen sehr guten Überblick. Das macht gezielte Förderung möglich – selbst bei begrenzten Mitteln. Außerdem trägt der RABO Talentenplan enorm zur Popularität des Reitsports bei. Viele Kinder wollen gern dazu gehören, und es ist es ein Anreiz für sie, sich mehr anzustrengen. Gut ist auch die Entwicklung und Erprobung neuer Wege beim Unterrichten. Und junge Talente können ihr Potential zeitig einschätzen – das ist insbesondere vor der Berufswahl wichtig.“

 

Ist der RABO Talentenplan Ihrer Meinung nach auf andere Länder übertragbar?

Gal: „Nur begrenzt. Die Niederlande sind ein sehr kleines Land und wir haben unsere ganz spezifische Mentalität.“

Herr Gal, ich danke Ihnen für das Interview.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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