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Die Weiden des Heinrich Werth... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uta Ludwig   
Dienstag, 27. April 2010 um 10:20

Rheinberg. Heinrich Werth (73) aus Rheinberg am Niederrhein ist Landwirt mit Leib und Seele. Immer schon, wird er auch immer bleiben. Seit 40 Jahren beschäftigt er sich  mit der Zucht und Aufzucht von Pferden; nicht nur von Pferden, sondern auch von Schweinen und Rindern. Aber vor allem ist er ein „Horseman“ durch und durch.  Der Vater der fünfmaligen Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth weiß, was ein Pferd braucht, um sich zu einem guten Sport- und Zuchtpferd zu entwickeln. Die Voraussetzungen erklärt er.

Heinrich Werth, Züchter und Aufzüchter

 

Ein Pferd braucht einen halben bis einen ganzen Hektar Weideland. Zu beachten ist dabei, dass ein Pferd doppelt soviel wie beispielsweise eine Kuh frisst und auch fast ständig. Eine Kuh rupft das Gras mit der Zunge abnimmt, ein Pferd beißt die Halme mit den Lippen ab. Kühe schlucken alles herunter, auch Metalle. Man weiß, dass im Schlachthof ein extra Behälter steht, für die Eisenteile, die im Innern der Kühe gefunden werden. Pferde vermeiden Metalle. Heinrich Werth: „Eine beispielsweise möglicherweise im Futter liegende Nähnadel frisst ein Pferd nicht mit.“

 

 

 

Empfehlungen durch Landwirtschaftskammer

Die Bodenbeschaffenheit gibt die Bearbeitung vor. Zuerst sollte die Weide abgeschleppt werden, gewöhnlich im März. Der Boden hat trocken zu sein, mit einem Wiesenschlepper werden die Maulwurfhügel eingeebnet. Danach kommt ein Kratzer zum Einsatz. Mit einem Schneidemesser kann Samen mit einem Kreiselstreuer besser unter die Erde gebracht werden. Geeignete Grassamen gibt es z.B. in Raiffeisenmärkten. Hier sind Mischungen speziell für Pferdekoppeln erhältlich. Empfehlungen gibt die Landwirtschaftskammer heraus, welche Grassamen am besten passt. Manche Leute bevorzugen Mischungen mit hohem Kleeanteil, das müsse eben jeder Pferdehalter für sich selbst herausfinden“, meint Heinrich Werth.

 

 

Auflagen durch Umweltbehörde

Die Umweltbehörde gibt vor, dass ab einem bestimmten Datum eine Weide  nicht mehr geschleppt werden darf. Dies gilt z.B. zum Schutz der jungen Hasen. Wichtig deshalb, sich vorher bei der Umweltbehörde zu erkundigen, welche Gesetze in dem jeweiligen Landstrich gelten.

 

Das unerlässliche Düngen ist eine Wissenschaft für sich. Düngen mit Kalkstickstoff ist unbedingt ratsam, aber teuer. Dazu sollen Parasiten, die sich im und auf dem Boden befinden wirksam bekämpft werden. Man rechnet ca. 200 kg Dünger pro Hektar mit einem Stickstoffanteil von 22%.

 

Absolut auf der sicheren Seite ist man, wenn zunächst eine Bodenprobe vornehmen lässt und nach einer Analyse der Landwirtschaftskammer die Düngung vornimmt. Diese Analyse gibt dann auch vor, wie viel Phosphat, Kali und Magnesium dem Boden zugeführt werden sollen.

Eine Düngung sollte nach Bedarf erfolgen.

 

Entwurmung

Würmer spielen eine spezielle Rolle. Nicht die Regenwürmer, sondern die, die ein Pferd befallen können. Deswegen entwurmt man die Tiere vor dem Austrieb auf die Weide. Das ist wichtig, damit die Pferde, die sich eine Weide teilen, nicht gegenseitig mit Würmern anstecken.  Es ist sinnvoll, eine zweite Wurmkur dann zu verabreichen, wenn die Pferde im Herbst wieder in den Stall kommen. Auch hier ist man auf der sicheren Seite, wenn man eine Kotprobe dem Tierarzt zur Kontrolle gibt, weil die Pferde von verschiedenen Wurmarten befallen werden können.

 

Einzäumung

Zur guten Weide gehört eine pferdegerechte Einzäunung. Ein Zaun also, der möglichst unfallfrei ist:  Kein Stacheldraht, keine Drähte und, wenn’s geht, ohne Ecken und Kanten. Deswegen runden manche Pferdehalter ihre Weiden mit Querbalken in den Ecken ab, sodass sich die Tiere nicht in den Ecken festlaufen können. Spitze Winkel sind sehr gefährlich. Dabei sollte man beachten, dass Holz splittern kann. Spitze Splitter können in den Tierkörper eindringen und erhebliche Verletzungen verursachen. Am wenigsten gefährlich sind Gummibänder und Gummizäune. Normalerweise stehen die Pfähle drei Meter auseinander.

 

Als Alternative kann man einen Elektrozaun installieren. Hierbei besteht aber das Risiko, dass der Leitdraht zu schnell bricht und somit der Stromkreis unterbrochen ist. Kein Wunder deshalb, wenn ein Pferd auf ein Mal mitten im Hof steht - anstatt auf der Weide...

 

Am aller sichersten als Einzäumung sind Weißdornhecken. An ihnen kann sich kein Tier verletzen. Sie sehen gut aus und stellen außerdem einen Windschutz dar, den die Tiere gerne annehmen.

 

Bissschutz – Doping ?

Manche Pferdebesitzer wollen ihren Holzzaun schützen und streichen ihn mit einem chemischen Bissschutz ein. Sie müssen sich in dem Fall aber im klaren darüber sein, dass sich die chemische Substanz im Pferdekörper als Dopingmittel nachweisen lassen könnte. Also Vorsicht damit!

 

Zufütterung

Bei großer Trockenheit im Sommer kann die Weide nicht mehr ausreichend Futter hergeben. In einem solchen Fall muss zugefüttert werden.

Eine Zufütterung sollte nur bei Bedarf erfolgen. Hierzu eignen sich am besten Silage und Heu. Raufutter muss ein Pferd in jedem Fall haben. Das gleiche gilt für Wasser. Ein Pferd darf nie ohne Wasser sein.

 

Unterstand

Ob Pferde auf der Weide einen Unterstand brauchen, kann man diskutieren. Um die Kälte geht es dabei nicht. Kälte ist nicht schlimm für ein Pferd, Nässe dagegen gefährlich. Erkältungen können hervorgerufen werden, wenn das Pferd durch und durch nass ist. Manches Jahr können Pferde sogar bis Nikolaus draußen bleiben. Im Herbst entwickelt sich naturgemäß ein dichtes Fell. Ob Pferde wieder aufgestallt werden oder noch nicht, muss man im Gefühl haben. Wie alles, was sich um Tiere dreht.

(Alle Fotos: U.L.)

„Gefühl ist das Wichtigste“

„Das Allerwichtigste“, sagt Heinrich Werth, „ist das Gefühl.“ Die langjährige Erfahrung gepaart mit viel Gespür für die Tiere und die Sache lassen Pferde prächtig gedeihen, „man sieht es den Pferden an, ob es ihnen auf ihrer Weide gut geht und sie zufrieden sind.“

 

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