Sie befinden sich hier: Home Magazin Isabell Werth: "Ein Dopingfall passiert mir nicht nochmals..."

Wer ist Online

Wir haben 1123 Gäste online

Suche

Anzeige

Banner
Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeigenschaltung

Google Translate

German Chinese (Simplified) Chinese (Traditional) Czech Danish Dutch English French Galician Greek Hungarian Italian Japanese Norwegian Polish Portuguese Romanian Russian Spanish Swedish Turkish Ukrainian

Zugriffe seit 16.09.2009

Anmeldung



Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Fotoanfragen über KHFrieler@aol.com

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner



Isabell Werth: "Ein Dopingfall passiert mir nicht nochmals..." PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Roland Kern   
Samstag, 22. Mai 2010 um 08:36

 

Mannheim. Das Jahr 2009 wird Isabell Werth, die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt, nie mehr vergessen: Sie durchlebte eine Doping-Hölle und mit der Geburt ihres Sohnes Frederik den Himmel auf Erden. Der „Mannheimer Maimarkt“ gehört zu den Lieblingsturnieren der 40-jährigen fünfmaligen Olympiasiegerin, mit der Roland Kern vom „Reiterjournal“ sprach.


Isabell Werth, man sagt, ein Kind verändert die Sicht auf die wesentlichen Dinge im Leben. Ist das bei Ihnen genauso?

Isabell Werth: „Ja, das stimmt. Vieles relativiert sich. Früher hat sich alles nur um die Pferde gedreht, jetzt dreht sich alles um Frederik – auch die Pferde. Aber es ist eine unglaubliche Lebensbereicherung, es ist einfach toll. Und er ist sehr pflegeleicht. Außerdem habe ich zuhause ein sehr gutes Team, das mich toll unterstützt.“

 

Gilt das auch im Bezug auf Ihren Sport? Sind Sie jetzt weniger ehrgeizig?

I.W.: „Das würde ich so nicht sagen, was ich mache, das will ich nach wie vor so gut machen, wie es geht. Diese Herausforderung spüre ich nach wie vor. Aber ich bin gelassener geworden, wenn mal etwas nicht sofort so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Dann steig’ ich manchmal vom Pferd ab und nehme meinen Sohn in den Arm. Dann weiß ich wieder, was das Wichtigste ist.“

 

Sehen Sie nun manche Ereignisse des letzten Jahres gelassener und distanzierter als damals?

I.W.: „Natürlich, die Zeit hilft mir dabei. Das Jahr 2009 war ja für mich die bislang tiefste Zäsur im Leben. Es hat mir Frederic beschert und es war gleichzeitig sportlich das schlimmste Jahr meiner Karriere. Aber so kann ich es heute als abgeschlossen betrachten. So soll es auch bleiben, es ist Vergangenheit, abgehakt. Ich blicke nach vorne.“

 

Man sagt, alles hat etwas Gutes. Gibt es so etwas bei Ihnen aus den Erfahrungen des letzten Jahres auch? Was ist geblieben von Fluphenazin und den Folgen?

I.W.: „Ein noch vorsichtigeres Stallmanagement, obwohl ich damals schon dachte, das sei optimal. Aber ich frage jetzt meine Tierärzte bei jeder Behandlung eines meiner Pferde nach einer Krankheit oder zum Wohlbefinden noch genauer und noch einmal mehr nach, welche Wirkstoffe vorhanden sind und wie lange sie wirken, zum Beispiel. Aber die Situation wird immer schwieriger, habe ich den Eindruck. Die nationalen und internationalen Regeln stimmen nicht überein, die Listen sind widersprüchlich. Die Tierärzte sind noch mehr verunsichert als zuvor. Fragt man drei, bekommt man drei verschiedene Antworten. Dadurch hat man ständig Angst, dass doch wieder etwas passieren könnte.“

 

Ein positiver Dopingfall wie bei Whisper und Fluphenazin in Wiesbaden 2009 könnte also jederzeit wieder passieren?

I.W.: „Nein, das passiert mir nicht nochmals. Heute wäre ich vorsichtiger, auch wenn ich mir eigentlich sicher bin, dass ein Medikament weder wirkt noch feststellbar ist, so würde ich das sicherheitshalber doch vom FEI-Tierarzt der Veranstaltung kontrollieren und bestätigen lassen.“

 

Geht Whisper wieder im Sport, damals gab es Stimmen, die ihn als sportuntauglich bezeichneten?

I.W.: „Das war blanker Unsinn, und die Personen, die das gesagt haben, wissen das auch. Dass Whisper dieses Medikament bekommen hat, hatte gar nichts mit dem Reiten zu tun. Ich reite ihn, er geht gut und ist einfach ein spektakuläres Pferd. Aber ich setze ihn im Moment sehr selten ein. Man sieht dieses Pferd mit anderen Augen und es fällt wohl auch schwer, ihn objektiv zu beurteilen.“

 

Im Verlauf des Verfahrens haben Sie auch schwer mit Ihrem Reiterverband FN gehadert, wie ist mittlerweile Ihr Verhältnis zu den Funktionären?

I.W.: „Auch das habe ich unter Vergangenheit abgehakt. Ich habe meine Erfahrungen gemacht und klar, da gab es auch Groll und Enttäuschung. Aber davon will ich mich heute nicht mehr irritieren lassen. Meine Pferde gehen gut, mein Kind ist gesund, es ist Frühling. Das ist jetzt.“

 

Jetzt müssten Sie eigentlich sportlich Ihre Antwort geben. Aber die Zeiten haben sich geändert. Selbst Sie kamen beim Weltcup-Finale über einen vierten Platz nicht hinaus. Wie können Sie mit dieser ungewohnten Situation umgehen?

I.W.: „Ich kann damit sehr gut leben, es trifft mich auch nicht unvorbereitet, denn die Entwicklung war schon eine Weile absehbar, wenn auch nicht so geballt und so extrem. Wie sich die Benotung nach oben entwickelt hat, finde ich manchmal ein bisschen überzogen.“

 

Nun gibt es eine holländische Übermacht, wie es 30 Jahre lang eine deutsche gab. Was muss geschehen, damit sich das wieder ändert? Oder ist es überhaupt zu ändern?

I.W.: „Ich möchte da mal lieber nur für mich reden. Ich denke an den Spruch meines alten Lehrmeisters Dr. Uwe Schulten-Baumer. Der sagt immer: man muss nur über eine gewisse Zeit besser reiten als die anderen, dann hat man seinen Spitzenplatz erkämpft. Darauf arbeite ich gerade hin. Satchmo ist noch nicht ganz in Topform, aber ich bin davon überzeugt, dass er wieder dauerhaft mehr als 75 Punkte erreichen kann. Damit wäre ich wieder in der Spitze drin. Es hat im Dressursport übrigens immer Ären von gewissen Reitern und Pferden gegeben, so wie jetzt bei Totilas und den Holländern. Neu ist allerdings, dass diese Reiterei in der Fachwelt doch zumindest nicht einheitlich beurteilt wird.“

 

Wie kommt die deutsche Dressurreiterei aus der Misere heraus?

I.W.: „Wir brauchen einfach neue Top-Paare, neue Pferde und neue Kombinationen. Wir haben die beste Pferdezucht und die besten Ausbilder, das System in der deutschen Reiterei ist in Ordnung. Ich finde es problematisch, dass nur wenige Spitzenreiter selbst Pferde bis in die Spitze ausbilden. Deshalb fehlt manchmal die Nachhaltigkeit. Mein Stall ist so aufgebaut, dass wir drei- und vierjährige Pferde kaufen und selbst bis zum Grand Prix ausbilden. Das ist die Philosophie. Dressur heißt Ausbildung.“

 

Wie sieht nun Ihre Saisonplanung aus in Hinblick auf die Weltreiterspiele in Kentucky? Wahrscheinlich setzen Sie nochmals auf Satchmo? Ist der Wallach in der Saison noch steigerungsfähig?

I.W.: „Er ist absolut noch steigerungsfähig. Satchmo ritt ich in Mannheim auf dem Abreiteplatz reiten, damit er frische Luft schnuppern konnte, bevor er an Pfingsten in Wiesbaden seinen ersten Freiluft-Start hat. Ich werde wieder versuchen, meine beiden Spitzenpferde Satchmo und Warum Nicht, der ja bekanntlich Hannes genannt wird, für die WM zu qualifizieren. Auch Hannes ist in diesem Jahr schon Grand-Prix-Prüfungen mit 78 Prozent gegangen. Wer dann eingesetzt wird, entscheidet die Form.“

 

 

 

 



>>> < Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. > 21.05.2010 14:37 >>>

 

 

 

Um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu verbessern, verwenden wir Cookies. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie hier weitere Informationen. Weitere Informationen >>> Cookie-Hinweis.

Hinweis >>>