Sie befinden sich hier: Home Magazin Fritz Widmer - der letzte echte Generalsekretär 88 Jahre alt

Wer ist Online

Wir haben 1280 Gäste online

Suche

Anzeige

Banner
Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeigenschaltung

Google Translate

German Chinese (Simplified) Chinese (Traditional) Czech Danish Dutch English French Galician Greek Hungarian Italian Japanese Norwegian Polish Portuguese Romanian Russian Spanish Swedish Turkish Ukrainian

Zugriffe seit 16.09.2009

Anmeldung



Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Fotoanfragen über KHFrieler@aol.com

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner



Fritz Widmer - der letzte echte Generalsekretär 88 Jahre alt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Mittwoch, 26. Mai 2010 um 18:07

 

Bern. Er war der letzte wahre Lenker als Generalsekretär des Weltverbandes, FEI, Fritz O. Widmer. Er stieg 1988 nach zwölf Jahren  aus dem Funktionärssattel. Seither werden auf diesem Posten die Figuren wie auf einem Schachbrett nur noch hin- und hergeschoben, oder so rasch entsorgt, dass man sich nicht einmal mehr die Namen merken konnte. Der Schweizer Fritz Widmer wurde an diesem Freitag – 28. Mai - 88 Jahre alt.

 

Vier Monate vor den 6. Weltreiterspielen in Lexington/ Kentucky darf an einen Mann erinnert werden, der dieses Großereignis ersann und umsetzte: Fritz O. Widmer. Für den  früheren Major der Schweizer Armee, der Springen, Dressur und Vielseitigkeit ritt, sollte diese Idee für 1990 in Stockholm „ein einmaliges Ereignis ohne Fortsetzung bleiben“. Die ersten gesammelten Weltmeisterschaften in Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Fahren, Distanzreiten und Voltigieren standen als Erinnerung an die Olympischen Reiterspiele von 1956, die wegen der strengen Quarantänebestimmungen für Pferde vom eigentlichen Olympia in Melbourne nach Schweden ausgelagert wurden. Inzwischen sind die Weltreiterspiele ein fester Bestandteil vor allem zum Geldeinnehmen der FEI. Die ersten Veranstaltungen endeten in bitteren Miesen für die Gastgeber, in Stockholm beglich der Staat aus Steuermitteln das Defizit in Höhe von umgerechnet fünf Millionen Euro, 1994 meldete das Organisationskomitee in Den Haag Konkurs an, die Schulden bezifferten sich auf 3,5 Millionen €, in Rom 1998 sprang ein Sponsor ein, von Jerez de la Frontera war vier Jahre später wenig zu vernehmen, nur Aachen 2006 machte Plus. Doch da war Fritz Widmer längst nur noch Zuschauer aus der Ferne.

 

Der Schweizer mit dem unglaublich aufrechten Gang und durchgedrücktem Kreuz hatte die FEI zu einer der größten Sportverbände der Welt hochgestemmt. Vorbild war für ihn immer der Weltfußball-Verband, FIFA, gewesen, „doch ich wollte aus der FEI nie eine FIFA machen“.

 

Seine Vorstellung im Weltverband war immer „eine gute Teamarbeit zwischen dem Präsidenten oder der Präsidentin und den nationalen Föderationen, dafür aber müssten der Generalsekretär und auch die Verbandsspitze eng zusammen arbeiten“. Er setzte dabei immer voraus „Kenntnis einer modernen Sportführung und Kommerzialisierung, Wissen um die Sportpolitik und die Eigenheiten unseres komplexen Sports mit seinen verschiedenen Disziplinen, in deren Mittelpunkt aber immer das Pferd steht“. Die FEI, so sagte er, brauche Manager und Sponsoren. Die Manager sollten aus dem Sport selbst kommen, Geld müsste der Kommerz herbeischaffen. Er wetterte dagegen, dass Mehrausgaben der FEI über Beitragserhöhungen beglichen wurden.

 

Fritz Widmer predigte nicht nur, er handelte auch. Für den damaligen Präsidenten-Cup der Nationen-Preise, heute vergleichbar mit der Superliga, gewann er zunächst das italienische Unternehmen Gucci, danach den koreanischen Weltkonzern Samsung als Titel-Sponsor.

 

Fritz Widmer, der sich mit Prinz Philip gut verstand, weniger mit dessen Nachfolgerin Prinzessin Anne auf dem Thron des Weltverbandes, steht für Kultur wie kein anderer in der FEI. Er hat die Weltreiterspiele ersonnen und ist auch Teil der Erfindung des Springreiter-Weltpokals, bei dessen Schaffung aber Widmer-Landsmann Max Ammann keine Götter neben sich gelten lässt.

 

Eines darf festgehalten werden: Mit einem Fritz Widmer hätte eine Prinzessin Haya als augenblickliche FEI-Chefin trotz ihrer finanziellen Möglichkeiten nie so umspringen können wie mit anderen auf dem Stuhl eines Generalsekretärs, der eigentlich wichtigsten Persönlichkeit in der FEI. Doch Persönlichkeiten wie Fritz O.Widmer sind im Weltverband ziemlich rar geworden.

 

Um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu verbessern, verwenden wir Cookies. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie hier weitere Informationen. Weitere Informationen >>> Cookie-Hinweis.

Hinweis >>>