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Fall McLain Ward: Schwere Vorwürfe gegen FEI, Richter und Tierärzte PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Max Ammann   
Mittwoch, 16. Juni 2010 um 09:43

 

Zürich. Max Amann, ehemals Direktor des Springreiter-Weltcups, erhebt in einer Kolumne in der Schweizer „Pferdewoche“ teils schwerwiegende Vorwürfe im Fall McLain Ward (USA) und dessen Stute Sapphire beim Weltpokal-Finale in Genf gegen die FEI, Tierärzte und Richter.

 

 

Beim Weltcup Final in Genf wurde das Pferd Sapphire von McLain Ward nach der zweiten Wertungsprüfung disqualifiziert, wegen Hypersensibilität am Kronrand des linken Vorderbeins. Dieses Verdikt soll in keiner Weise in Frage gestellt werden. Ein Pferd das leidet – und dieses Leiden wurde von drei Tierärzten bestätigt, darf nicht an den Start gebracht werden.

 

Nur Veterinäre können eine Überempfindlichkeit beurteilen. Ich bezweifle, dass dies Journalisten oder FEI Richter können. Wir vertrauen den Tierärzten, und da ist es fast absurd, dass bei FEI-Turnieren nicht die Tierärzte das abschliessende Urteil fällen, sondern die Richter. So bei der Pferde-Inspektion, so im Fall Sapphire.

 

Die FEI will sauberen Sport. Sie muss es wollen, denn sonst droht die Katastrophe. Sie hat neue Richtlinien erstellt und nach Anhang 11 wurde der Fall Sapphire korrekt abgehandelt. Es gab keine Verfahrensfehler.

 

Aber es gab Mängel, schwerwiegende Ablaufmängel: Bei der Bandagenkontrolle nach dem ersten Wertungsspringen am Donnerstagabend bat der Pferdepfleger von Sapphire den FEI- Steward, vorsichtig zu sein, das Vorderbein von Sapphire sei empfindlich. Der aufmerksam gewordene Steward entdeckte eine verdächtige Stelle und informierte, korrekterweise, das Richtergremium. Dieses leitete diesen vagen Verdacht an den FEI-Veterinär weiter.

 

Nun aber passierte - nichts. Keine offizielle Inspektion von Sapphire am Donnerstagabend, keine am Freitagvormittag, keine am Freitagnachmittag. Wir wissen nicht, was zu dieser Passivität geführt hat. War es Unerfahrenheit oder Überfordertsein, war es fehlende Zivilcourage der Richter und Tierärzte?

 

Am Freitagabend, um 19.30 Uhr kommt es zur Kontrolle von Sapphire durch zwei FEI- Tierärzte. Die zweite Wertungsprüfung läuft bereits. Das Pferd Sapphire ist in der Vorbereitungsphase für den Start ca. 21.00 Uhr. Die thermografischen Tests ergeben keine Auffälligkeiten, dagegen haben die manuellen Druck-Untersuchungen Anzeichen von Schmerzen aufgedeckt. Ein Startverbot, so einschneidend es auch erscheint, wäre wohl gerechtfertigt gewesen. (Anmerkung: Sapphire wurde dann vor dem Finale aus dem Wettbewerb genommen, McLain Ward lag mit der Stute nach zwei von drei Konkurrenzen in Führung um den Weltpokal).

 

Aber hier beginnt die Verirrung des FEI-Veterinärs. Er wusste: Nur die Richter durften eine Disqualifikation aussprechen. Aber er wollte die Richter nicht stören und sie bitten, die Prüfung zu unterbrechen, um eine Entscheidung zu fällen.

 

Ein Richterentscheid ist seit Jahrzehnten Praxis. Es ist auch anzunehmen, dass Paul Farrington als verantwortlicher Veterinär vor dem Testen wusste, dass er den Weg zu den Richtern nicht machen würde, dass er also das Pferd trotz eines positiven Befundes starten lassen würde. Warum hat er dann überhaupt vor dem Start von Sapphire getestet? Und auch noch in der Vorbereitungsphase des Pferdes?

 

Abgesehen davon, dass in der Vergangenheit wichtige FEI-Prüfungen aus banaleren Gründen unterbrochen worden sind, muss man dem Tierarzt die Frage stellen, warum ein Pferd, das er als leidend erkannt hat, trotzdem starten lässt.

 

Die FEI-Richter sind in richterlichen Fragen erfahrene und ehrenwerte Leute, und die Tierärzte sind geachtete Berufsleute. Aber beide, die Richter wie die Veterinäre, sind nicht vorbereitet auf Situationen, wie sie in Genf im Falle Sapphire auftauchten. Die 20 Stunden-Periode, die nötig waren, bis endlich eingeschritten wurde, und die Ablaufmängel zeigen auf, dass die FEI eigentlich nur für den Normalfall gerüstet ist.

 

Bleibt die Frage, ob die Affäre etwas mit dem Aachener Vorfall von McLain und der  Geschichte seines Vaters Barney Ward zu tun hatte.

 

Barney Ward, der Vater, ist ein schwieriger Mann: aufbegehrend, immer gegen vermeintliches gegen ihn gerichtetes Unrecht kämpfend. Nie wäre er, trotz eindrucksvollen Erfolgen, in die USA-Nationenpreis-Equipe aufgenommen worden. Als sich Barney Ward 1983 für das Weltcupfinale qualifizierte und in Wien die „Stars and Stripes“ auf der Jacke tragen durfte, war er stolz wie kaum ein anderer. Dann kam die Versicherungsbetrugsaffäre, die Tötung von Pferden. Barney Ward ging dafür für einige Jahre ins Gefängnis, und seither hat er Turnierverbot. Was er getan hat war ein Mehrfachverbrechen: gegen das Strafgesetz, gegen die Moral, gegen das Pferd.

 

Sein Sohn McLain war ein Frühtalent. Bereits als zwöf- und 13-Jähriger gewann er Große Preise. Als Mensch anders als sein Vater: Angenehm und freundlich, wenn auch etwas defensiv. Es war bald ein Eckpfeiler des Nationenpreis-Teams. Daran änderte sich nichts, als er 1999 in Aachen mit pyramidenförmigen Plastikteilchen in den Bandagen seines Pferdes erwischt wurde. Nach dem Absitzen der FEI Sperre kehrte er in die USA-Equipe zurück und wurde 2004 und 2008 jeweils Mannschafts-Olympiasieger.

 

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