Sie befinden sich hier: Home Magazin Gegen die Allmacht des Fußballs - aber im Reiten wird noch gedacht...

Wer ist Online

Wir haben 1062 Gäste online

Suche

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner
Banner

Anzeigenschaltung

Google Translate

German Chinese (Simplified) Chinese (Traditional) Czech Danish Dutch English French Galician Greek Hungarian Italian Japanese Norwegian Polish Portuguese Romanian Russian Spanish Swedish Turkish Ukrainian

Zugriffe seit 16.09.2009

Anzeige

Anzeige: Collagen von Olaf Rutschek

  Olaf Rutschek - mehr als
  ein Fotograf

Anmeldung



Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Fotoanfragen über KHFrieler@aol.com

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner
Gegen die Allmacht des Fußballs - aber im Reiten wird noch gedacht... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Freitag, 03. August 2018 um 15:19

Wassenberg. Nach den Wintersportlern wehren sich nun auch verschiedene Verbände mit Sommersportarten gegen die Allmacht des Fußballs. In den nächsten Tagen finden Europameisterschaften in sechs Sportarten statt - das Muster wurde vom Wintersport  abgespickt. Nur im  Reiten sind die Verbände noch weiter in der Denkphase…

 

 

Immer zum Jahreswechsel stand bei der Presse-Agentur Sport-Informations-Dienst (sid) für jeden einzelnen Ressortleiter die obligatorische Frage auf der Agenda: Rundruf bei den einzelnen Athleten: Was machen Sie an Weihnachten oder zu Silvester? Wer nicht weg fuhr von den Topathleten, gab oft als Antwort an: „Vierschanzen-Tournee Gucken.“ Die Serie begann 1953 erstmals ausgetragen, das Fernsehen lernte gerade das Laufen. 1956 übertrug der Bayerische Rundfunk das Neujahrsspringen aus Garmisch-Partenkircen erstmals, seither gehört die Tournee zum festen TV-Programm am Jahresende. Zwischendurch entdeckte auch RTL die Tournee, flockiger aufgemacht als bei den doch sehr konservativen Sendern ARD und ZDF. Die Zuchauer-Quoten stiegen, ARD und ZDF kehrten zurück und verfeinerten die Übertragungen, machten alles verständlicher durch andere Kameraeinstellungen oder Aufnahmetechnik. Nicht zuletzt war  Norbert Thielmann (77) vom ZDF als Regisseur daran beteiligt.

Er führte in seiner Zeit beim ZDF auch Regie beim CHIO von Deutschland in Aachen oder den Vielseitigkeitsveranstaltungen in Luhmühlen. Dem nordischen Skisport blieb er treu mit seiner Firma Tilly TV (http://www.tilly-tv.com), vom Reiten wandte er sich ab. Er sagt: „Das TV-Interesse am Reiten lässt immer mehr nach, obwohl doch die Zuschauer diesem Sport meist selbst näher stehen als Rodeln oder Bobfahren oder auch Skispringen zum Beispiel.“ Und er sagt: „Die Quoten für Reiten im TV sind wahrlich nicht überschäumend, das mag auch daherkommen, dass sich - bis auf die Kür in der Dressur - die Elemente im Pferdesport nicht verändern“. Und bisher ist zum Beispiel die Europäische Föderation des Reitsports nicht in der Lage, sich auf ein einziges Wochenende für die Austragung der nationalen Meisterschaften zu einigen, wenigstens bei den starken Nationen wie Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Irland, die Schweiz, Belgien und Deutschland - und dieses Datum auch zu schützen mit höchster Priorität. 

 

Warum die Wintersportarten von Dezember bis März oder gar April in Deutschland den Bildschirm belagern bei ARD oder ZDF, liegt nach Thielmann vornehmlich darin begründet, „dass die einzelnen Verbände sich vor Saisonbeginn mit ARD, ZDF und der Rechteinstitution namens Sport A absprechen, dabei geben Biathlon, alpiner Ski und Skispringen den Ton an“. Außerdem, so meint Thielmann, wäre die Zusammenarbeit zwischen dem Skiweltverband (FIS) und den TV-Leuten weitaus besser, aufgeschlossener, positiver als mit der Internationalen Reitsportföderation (FEI). Zweimal im Jahr treffen sich zum Beispiel in Zürich die verantwortlichen Redakteure der TV-Anstalten mit dem FIS-Präsidium, den Sponsoren und Veranstaltern, „dabei kommt alles zur Sprache.“ Zudem wären in den Redaktionsstuben der Zeitungen kaum noch Reitsport-Journalisten, somit würde auch kein Interesse mehr am Reitsport geweckt. Nicht viel besser sehe es aus in den TV-Redaktionen, wo sich jedoch dafür die Zahl der Programmverwalter, Marketingstrategen und Medienfachwarte ständig erhöhe. Vielleicht, so denkt er laut, „fehlen in Deutschland inzwischen aber außerdem jene Reitsport-Reporter, denen man gerne zuhört“, das falle in anderen Sportarten weniger auf, „weil die Bilder die Sprache ersetzen.“

 

Gegen die Dominanz des Fußballs kommen auch die Wintersportarten nicht an, aber sie stehen nicht mehr nur am Rande. Und das haben auch einige Sommersportarten erkannt und beherzigt. So schlossen sich Schwimmer, Ruderer, Radrennfahrer, Turner, Golfer, Triathleten und Leichathleten zusammen, sie tragen in den nächsten Tagen Europameisterschaften aus, die Leichtathleten in Berlin, die anderen in Glasgow. ARD und ZDF senden von den Titelkämpfen mehr als 100 Stunden, die Verantwortlichen rechnen mit über einer Milliarde Zuschauer an den Bildschirmen. Siegfried Kaidel, Sprecher der deutschen Spitzensportverbände, sieht darin einen guten Ansatz, um öffentliches Interesse zu wecken, „was uns ja der Wintersport vorgemacht hat“. Die Leichtathletik wird dabei als Zugpferd betrachtet.

 

Bei einem geglückten Debüt  sollen solche gebündelte Europameisterschaften alle vier Jahre organisiert werden – und mit noch mehr Sportarten. Einige denken bereits an Weltspiele dieser Art. Bis dahin dürften auch die Reiter die Phase des reinen Nachdenkens hinter sich gebracht haben…

Siehe auch Gästebuch Matthias Sprackties

 

Um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu verbessern, verwenden wir Cookies. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie hier weitere Informationen. Weitere Informationen >>> Cookie-Hinweis.

Hinweis >>>