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Die Weltreiterspiele finden keine Veranstalter mehr PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Sonntag, 18. November 2018 um 16:32

Fritz O.Widmer - er trug die Idee der Weltreiterspiele Prinz Philip vor

(Foto: Werner Ernst)

Manama. Das Ende der Weltreiterspiele scheint nahe. Für 2022 hatte sich kein Kandidat gemeldet – nun sollen wie vor 1990 wieder Championate in den Einzeldisziplinen ausgetragen werden.

 

Nach den ziemlich fast permanenten Pannenveranstaltungen namens Weltreiterspiele scheint nun das logische Ende gekommen – Aus und vorbei. Nach dem Chaos der Spiele vor einigen Wochen im amerikanischen Tryon zieht auch der Weltverband (FEI) die Reißleine. Auf der Sitzung des Präsidiums in der Hauptstadt Manama im Königreich Bahrain ließ FEI-Chef Ingmar de Vos  (Belgien) verkünden, man werde für 2022 zu Welttitelkämpfen in den einzelnen Disziplinen zurückkehren, lediglich die Paradressur werde an die gewohnte Dressur angekoppelt. Alle Verbände könnten sich mit den entsprechenden Organisatoren um die Ausrichtung in den  bekannten Disziplinen – Springen, Dressur, Paradressur, Vielseitigkeit, Fahren, Voltigieren, Distanzreiten und Reining – bis Ende Februar 2019 bewerben. Die Entscheidung soll dann im November nächsten Jahres auf der FEI-Generalversammlung fallen. Die plötzliche Absage erfolgte zwangsläufig, weil sich keine echten und finanzstarken Bewerber mehr für 2022 fanden, und sicher auch im Nachgefühl auf die Chaos-Tage von Tryon, wo bis zuletzt die Veranstaltung auf einer Baustelle stattfand – und von den vielen Versprechungen nichts gehalten wurde.

Alles begann in Stockholm 1990

Der Schweizer Fritz Widmer darf zurecht  als Erfinder der Weltreiterspiele genannt werden. Für den  früheren Major der Schweizer Armee, der Springen, Dressur und Vielseitigkeit ritt, sollte diese Idee zunächst für 1990 in Stockholm „ein einmaliges Ereignis ohne Fortsetzung bleiben“. Die Veranstaltung in der schwedischen Hauptstadt galt als Erinnerung an die Olympischen Reiterspiele von 1956, die wegen der strengen Quarantänebestimmungen für Pferde vom eigentlichen australischen Olympiaort Melbourne nach Schweden ausgelagert werden mussten. Die Skandinavier waren von sich aus mit einer solchen Anfrage an Fritz Widmer herangetreten, der gab die Bitte an den damaligen FEI-Präsidenten Prinz Philip weiter, und der Königin-Gemahl nickte ab.

Danach wurden die Weltreiterspiele ein fester Bestandteil im Kalender des Weltverbandes, vor allem zum Abkassieren. Die FEI verdiente, die Veranstalter hatten jahrelang die Schulden abzutragen. Sämliche acht bisherigen Titelkämpfe  – bis auf Aachen - endeten in bitteren Miesen für die Gastgeber, in Stockholm beglich der Staat aus Steuermitteln das Defizit in Höhe von umgerechnet fünf Millionen Euro, 1994 meldete das Organisationskomitee in Den Haag Konkurs an, die Schulden bezifferten sich auf 3,5 Millionen €, in Rom 1998 sprang ein Sponsor ein, von Jerez de la Frontera war vier Jahre später wenig zu vernehmen, ein Plus hätte man sicher hinausposaunt, die WM in Kentucky 2010 endete mit einem Defizit, die Normandie 2014 hatte keinen Grund zum Jubeln, und in Tryon wird noch geschwiegen. Nur Aachen 2006 erzielte nach eigenen Angaben eine „schwarze Null“, sicherlich auch deshalb, weil ordentlich Steuergelder in die Kaiserstadt flossen und die Politik voll dahinter stand. Genaue Zahlen wurden nie ausgelegt.

Vorbild FIFA – aber nicht FIFA werden…

Der Schweizer mit dem aufrechten Gang und durchgedrücktem Kreuz, stets jeder Situation angemessen gewandet, hatte die FEI zu einer der größten Sportverbände der Welt nach oben gewuchtet, ohne unfaire Methoden. Vorbild war für ihn immer der Weltfußball-Verband, FIFA, gewesen, „doch ich wollte aus der FEI nie eine FIFA machen“.

Seine Vorstellung im Weltverband war immer „eine gute Teamarbeit zwischen dem Präsidenten oder der Präsidentin und den nationalen Föderationen, dafür aber müssen der Generalsekretär und auch die Verbandsspitze eng zusammen arbeiten“. Er setzte dabei immer voraus „Kenntnis einer modernen Sportführung und Kommerzialisierung, Wissen um die Sportpolitik und die Eigenheiten unseres komplexen Sports mit seinen verschiedenen Disziplinen, in deren Mittelpunkt aber immer das Pferd steht“. Die FEI, so sagte er oft, brauche Manager und Sponsoren. Die Manager sollten aus dem Sport selbst kommen, Geld müsste der Kommerz herbeischaffen. Fritz Widmer, der 2015 im Alter von 93 Jahren gestorben ist, wetterte stets dagegen, dass Mehrausgaben der FEI über Beitragserhöhungen beglichen wurden.

 

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