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Deutschland spielte Anfangs der Dressurturniere keine Rolle PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Max E.Ammann/ DL   
Donnerstag, 14. März 2019 um 14:38

Ittigen bei Bern. In seinen fundierten Hintergrundberichten aus der Geschichte des Pferdesports greift der Schweizer Publizist Max E.Ammann die Entwicklung der Dressur für die Pferdewoche auf. Deutschland spielte anfangs keine Rolle.

 

Die Dressur geht zurück auf die erste Beschäftigung des Menschen mit dem Pferd und fand, über Xenophon und die großen Reitmeister der Renaissance 1873, seine heutige Wettkampfform. Bevor es damals zur ers­ten Einzeldressurprüfung kam, hatten Gruppendressurvorführungen, wie die Karussells an den königlichen Höfen, die «Horse Ballets», Quadrillen und «Pas-de-Quatre» jahrhundertelang stattgefunden.

Wie in der Vielseitigkeit erkennt man auch in der Dressur vier Schlüsseljahre in der Entwicklung zum heutigen Sport. In der Vielseitigkeit sind es 1902, 1905, 1912 und 1927. In der Dressur sind es 1873 (erstes öffentliches Einzel-Preisreiten in der Donaumonarchie Österreich-Ungarn), 1902 (ers­te internationale Dressurprüfung in Turin) sowie 1912 (erstmals eine olympische Dressurprüfung) und 1927 (ers­tes FEI-Dressurchampionat). Erstaunlich, dass die heutige Dressur­groß­macht Deutschland in dieser Frühgeschichte keine Rolle spiel­te.


Dafür die Schweiz, die 1927 von der sechs Jahre zuvor gegründeten FEI nicht nur die erste FEI-Vielseitigkeit sondern auch die erste FEI-Dressurprüfung als Vorläufer der heutigen WM/EM zugesprochen erhalten hatte. Beide wurden im Rahmen des CHIO Luzern 1927 ausgetragen. Dabei gab es dank Adolphe Mercier mit Queen Mary gleich den ersten Podiumsplatz (als Zweiter hinter dem Bulgaren Stoytchev und vor dem Niederländer Van Reede). Es blieb die einzige Schweizer Spitzenplatzierung in den danach bis 1939 ausgetragenen Grossen Preisen der FEI und bei Olympischen Spielen.

Dominanz Österreichs

Über das Preisreiten der Cam­pag­nereiter-Gesellschaft vom 25. April 1873 im damaligen Press­burg (heute Bratislava in der Slowakei) habe ich vor einigen Jahren geschrieben. Deshalb nur kurz der Hinweis, dass bereits ein Jahr später der Wettkampf in die Krieau nach Wien umzog, wo das Preisreiten der Campagnereiter-Gesellschaft bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein gesellschaftlicher Höhepunkt des Jahres war. 1873 war auf dem Gelände der Krieau die Weltausstellung durchgeführt worden. 1878 wurde die noch heute betriebene Trabrennbahn eröffnet.

Dank dieser Förderung des Dressursports in der Donaumonarchie dominierten die österreichischen Reiter den Dressurwettbewerb des ersten großen Reitturniers von 1902 in Turin. An diesem ers­ten CSI/CDI nahmen Reiter aus Frankreich, Russland, Österreich, Deutschland, Belgien und Italien teil. Die Italiener vor den Belgiern und Franzosen dominierten die Springwettbewerbe, die Österreicher belegten die vier ersten Plätze in der Dressur. Unplatziert im Springen blieben die kaiserlichen Deutschen und die zaristischen Russen.

Revolution der russischen Reiterei

Interessant, wie die betreffenden Herrscher auf das schlechte Abschneiden reagierten. Der deutsche Kaiser verbot seinen Offizieren jegliche Auslandstarts – ein Verbot, das erst neun Jahre später für das Krönungsturnier von 1911 in London aufgehoben wurde. Der russische Zar ent­sandte seinen bes­ten Reiter, Ale­xander Rodzianko, zur Weiterbildung an die Kavallerieschulen von Saumur und Pinerolo. Nach seiner Rückkehr nach Russland wurde das Reiten in der russischen Armee revolutioniert – dies bedeutete das Ende des Einflusses von James Fillis.

Gruppen- und Einzelprüfung

24 Reiter bestritten in Turin 1902 die Dressurprüfung. Sie begann mit Gruppenvorführungen zu zweit, zu dritt und zu viert, und erst dann kam das Einzelreiten. Dabei muss­ten drei Hindernisse von 90 Zentimeter Höhe und bis 1.90 Meter Breite übersprungen werden. Es siegte der spätere General Mario Franz vor Rittmeister Arthur von Pongracz. Die beiden hatten zuvor in der Krieau die beiden Abteilungen des Preisreitens der Campagnereiter-Gesellschaft gewonnen. Von Pongracz wurde später ebenfalls General und bestritt 1936, als 72-Jähriger, die olympische Dressur in Berlin.

In Frankreich ist die erste öffentliche Dressurprüfung aus dem Jahre 1895 verbürgt, organisiert von der «Société Equestre de l’Et­rier». Wertungspunkte gab es damals auch für Exterieur und Verhalten des Pferdes. Es ist anzunehmen, dass in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in den Kavallerieschulen von Saumur, Hannover oder Strömsholm Dressurprüfungen durchgeführt wurden. Berichte darüber gab es in den Tageszeitungen keine. Über den Sport, im Speziellen über den Pferdesport, wurde nur spärlich berichtet, und wenn, dann im Gesellschaftsteil. Die ersten Fachzeitschriften, wie „Horse and
Hound“, „Le Sport Universel Illus­tré“ oder „Sankt Georg“, wurden erst kurz vor oder um die Jahrhundertwende gegründet.

Ab 1928 Team-Olympiagold

 

1912 wurde der Reitsport ins olympische Programm für Stockholm aufgenommen. In der Dressur gab es keine Mannschaftswertung, zu delikat war den Generälen und Obersten die Gefahr des subjektiven Bewertens ihres Landes. Erst 1928 wurde olympisch um Mannschaftsmedaillen geritten. Leider fehlten 1912 in Stockholm die Österreicher, und die Franzosen ritten in der Dressur ihre Springpferde. So dominierten die Schweden, die drei Medaillen gewannen und weiter die Plätze fünf und sechs belegten. Der «FEI Grand Prix de Dressage» von 1927 wurde noch als inoffiziell bezeichnet. Offiziell begann man mit jährlichen FEI-Dressur­championaten in allen nicht olympischen Jahren erst 1930. In Luzern 1927 ritten zwölf Teilnehmer aus fünf Ländern. Es siegte der bulgarische Hauptmann Stoytchev – in den 60er-Jahren als General Mitglied des FEI-Bureaus. Zweiter wurde Major Adolph Mercier von der Regie in Thun, damals der führende Dressurreiter der Schweiz.

 

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