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Reiterverband kritisiert einen WDR-Beitrag über Pferdesport PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: FN-Press/ DL   
Donnerstag, 11. Juli 2019 um 10:34

Warendorf.  Der WDR berichtete in seinem Beitrag „Pferde – Warum wir sie lieben und trotzdem quälen“ (9. Juli 2019) in seiner Sendung Quarks unter anderem über Turniersport, Pferdehaltung und Ausbildung von Sportpferden.  Die deutsche Reiterliche-Vereinigung (FN) nimmt dazu wie folgt Stellung:

 

Es werden Missstände in Teilen zwar zu Recht festgestellt. Wie diesen aber seitens des Weltreiterverbandes (FEI) und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) mit ihren Turnierveranstaltern begegnet wird, kommt nicht zur Sprache. Dies führt zu einer Einseitigkeit der Berichterstattung. Wir kritisieren, dass die Redaktion ein überwiegend negatives und unvollständiges Bild von den rund vier Millionen Pferdesportlern in Deutschland zeichnet. Dieses Bild teilen wir nicht, denn es entspricht nicht unserer Wahrnehmung. Wir sind uns sicher, dass der Großteil der Reiter, Fahrer und Voltigierer stets im Sinne der Pferde handelt und sich an die Regeln hält. Die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd ist so einzigartig wie komplex. Es liegt in der Natur der Sache, dass es auch zu Missverständnissen kommen kann.

Die Bilder, die der WDR beim CHIO Aachen 2018 aufgenommen hat, hatten wir bereits im vergangenen Jahr kommentiert und bestätigt, dass nicht in allen Szenen pferdegerechtes Reiten zu sehen ist. Es ist richtig und wichtig, dass Missstände aufgezeigt werden. Denn nicht in allen Betrieben, Vereinen und auf allen Vorbereitungsplätzen wird nach unseren Regelwerken, Leit- und Richtlinien gehandelt, sei es aus Unwissenheit oder Unvermögen. Die FN steht für Fairness und Verantwortung. Regelverstöße im Turniersport werden von uns nicht nur abgelehnt, sondern auch aktiv verfolgt. Dabei ist uns sehr wohl bewusst, dass wir in der Durchsetzung unserer Regeln und Richtlinien noch besser werden müssen. Dies ist ein Prozess, an dem wir gemeinsam mit vielen Pferdefreunden täglich arbeiten.

Unabhängig davon werden schon heute große Anstrengungen unternommen. Auf einem Turnier sorgen qualifizierte Aufsichtspersonen durch Kontrollen dafür, dass nicht-pferdegerechter Umgang erkannt und geahndet wird. Dadurch soll das Wohl der Pferde sichergestellt werden. Allein beim CHIO Aachen sind mehr als 70 Aufsichtspersonen im Einsatz. Jedes Pferd muss vor dem Start eine Verfassungsprüfung absolvieren, während des Turniers werden Zäumungen und Beinschutz kontrolliert. Es werden Medikationskontrollen durchgeführt und natürlich auch die Art des Reitens auf den Vorbereitungsplätzen überprüft.

In diesem Jahr werden erstmals sogenannte „Info-Stewards“ am Dressur-Vorbereitungsplatz in Aachen stehen. Sie sind Ansprechpartner für Zuschauer und Journalisten, die Fragen zum Trainingsgeschehen haben. Mit den beiden Pferdewirtschaftsmeistern Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung, sowie Wolfgang Egbers, Mitglied des FN-Vorstandes Sport, stehen dort zwei absolute Experten auf dem Gebiet der Ausbildung von Pferd und Reiter zur Verfügung. Wir haben die Quarks-Redaktion eingeladen, mit den beiden ins Gespräch zu kommen und sich ein erneutes Bild vom Geschehen auf dem Vorbereitungsplatz zu machen.

Reiten geht auch pferdefreundlich, genauso sagt es der Moderator im Quarks-Beitrag. Es gibt viele Beispiele von Spitzenpferden, die ein langes gesundes Leben haben, wie die Serie „Alte Helden“ zeigt: www.youtube.com/watch?v=w9JANOjWN-M Auch Pferde, die auf absolutem Weltklasse-Niveau starten, werden pferdegerecht gehalten, wie dieser Film über die Pferdehaltung bei Marcus Ehning beispielhaft darstellt: www.youtube.com/watch?v=Ik6xIcqO1SY

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Der Bericht war nicht kritisch, ganz klar tendenziös gegen den Reitsport aufgebaut. Und wie meist in solchen Fällen kamen Personen zu Wort, die entweder keine Rolle mehr spielen oder zuvor nie groß aufgetreten sind. Und viele Aufnahmen waren bereits aus der Zeit gefallen, aber Negatives erregt eben mehr Aufmerksamkeit, vor allem gezielt vor Beginn des deutschen CHIO in Aachen. Mit dem Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) als CHIO-Organisator hat vom WDR im Vorfeld um den Beitrag niemand gesprochen...

DL

 

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