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Aus dem Leben des nun verstorbenen Pferdezüchters HoDiBe... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Aus FN-Buch EQUITANA/ DL   
Donnerstag, 03. Oktober 2019 um 15:27

Hans-Dieter Beyer - genannt "HoDiBe"

(Foto: Raimund Hesse)

 

Köln. In seiner Heimatstadt starb im Alter von 87 Jahren das Kölner Original Horst-Dieter Beyer („HoDiBe“), Deutschlands populärster Pferdebesitzer und Züchter von Galoppern. Er gehörte von Anfang an zu den Ausstellern der EQUITANA und er verehrte den Erfinder der Weltmesse des Pferdesports Wolf Kröber. Das schilderte er selbst in dem 2013 von Raimund Hesse konzipierten und vom FN-Verlag herausgegeben Buch „EQUITANA – Welt der Pferde“.

 

„Etwa drei Wochen vor Beginn der ersten Equitana klingelte das Telefon und Jemand sagte: Guten Tag, mein Name ist Wolf Kröber und ich sitze hier bei der Firma Höveler. Sie wollen mit fünf Vollblütern zur Equitana kommen, die sie selber ausstellen und vorführen. Eine tolle Idee, das müssen wir mal besprechen. Könnten sie heute Nachmittag in das Büro von Herrn Witte nach Langenfeld kommen?

Für mich kein Thema, denn nach allem was ich von dieser Messe hörte, war ich neugierig auf die Person, die hinter dem bis damals unbekannten Kunstwort Equitana stand. Also fuhr ich eben mal nach Langenfeld. Ich kam in das Büro von Herrn Witte, den ich von anderen Begegnungen über den Reitsport kannte, und wurde von einem hochgewachsenen Mann herzlich begrüßt, als würden wir uns seit Jahren kennen. Nun ja, als Kölner und aktiver Karnevalist war ich so einiges gewöhnt, aber Wolf Kröber fiel aus dem üblichen Schubladendenken.

Ich mochte ihn sofort und hatte auch das Gespür, der Typ ist durch und durch vital und durch sein Wesen auch ansteckend. Ich merkte nach einigen Minuten, er versteht etwas von Pferden, und das war für mich schon mal eine gute Basis. Vor allem ist mir ein Satz bis heute in Erinnerung geblieben, er sagte: Sie wissen, lieber Herr Beyer, wenn man etwas Neues machen will, darf man nicht kleckern, man muss klotzen!

Er fragte, was man noch machen könnte, ihm fehlten noch einige Aussteller. Ich wusste nicht, ob er hören wollte, was ich mit meinen Pferden plante oder ob ich eine andere Idee hatte. Als ich an seine Bemerkung klotzen und nicht kleckern dachte, hatte ich plötzlich eine Idee und sagte: Herr Kröber, machen sie mir einen guten Preis, und ich gründe schnell drei Firmen und komme dann zur Equitana. Ich bin zwar Textilkaufmann, aber neue Ideen gefallen mir immer. Ich habe zwar noch keine Pferdeartikel im Programm, aber das ist das

kleinere Problem, bis zur Messe habe ich genug Waren für drei Messestände.

Er nannte mir ohne lange zu überlegen den Preis von 250 Mark pro Stand zuzüglich Mehrwertsteuer und hielt mir nach alter Sitte unter Pferdeleuten die Hand hin. Ich überlegte überhaupt nicht und besiegelte den 250-Mark-Deal per Handschlag, der später vom Büro Kröber schriftlich bestätigt wurde. Wir tranken noch ein Bier zusammen, und ich fuhr nach Köln zurück. Während der Fahrt ging mir das Vereinbarte durch den Kopf. Einen griffigen Firmennamen hatte ich auch noch nicht, und das gleich dreifach. Es gab zwar den Rennstall Horst-Dieter Beyer aber nicht den späteren Firmennamen HoDiBe. Die Folge waren dann drei Firmen- oder auch Standnamen: Brrrr-Brrrr und Hottahü und HoDiBe. Und so kam die erste Equitana mit HoDiBe als Hauptstand, der schon damals etwas aus dem Rahmen gegenüber den anderen Ausstellungsständen fiel.

Ein mir gut bekannter Kölner Gerüstbauer baute mir für die erste Equitana einen doppelstöckigen Stand aus Stahlrohren. Diese Konstruktion hatte den Vorteil, ich konnte viel Ware verstauen. Mit dem Stand hätte ich keinen Schönheitspreis

gewonnen, aber für den Abverkauf an den fünf Messetagen musste der Rubel rollen, denn die Gesamtkosten waren schon enorm. Um Übernachtungs- und Fahrkosten zu sparen, haben auf der obersten Etage zehn Personen geschlafen, so ähnlich wie in den heutigen Strohhotels, es war total abenteuerlich aber schön. Damals war mein Stand schon etwas auffällig, Wolf Kröber sagte dazu nicht viel, er dachte sich wohl seinen Teil. Heute dürfte man so ein Teil gar nicht mehr bauen, das würde durch alle bautechnischen Vorgaben fallen.

Durch meine Zusage, mit drei Firmen auf der Equitana vertreten zu sein, hatte ich erst einmal ein kleines Problem: Ich musste jede Menge an Ware ordern. Internet  und dergleichen gab es nicht, ich hatte nur Telefon und

Telex zur Verfügung. Zum Glück war während dieser Zeit eine Fachmesse in

Frankfurt, wo ich viele Artikel mit Pferdemotiven fand, beispielsweise Teppiche, Gardinen oder Toilettenpapier mit Pferden bebildert. Das war für den Brrrr-Brrrr-Stand bestimmt, eben mit ausgefallenen Sachen und Geschenkartikeln, die heute nicht mehr gefragt sind.

Die Ware für den Hauptstand HoDiBe bekam ich über einen Kontakt der damaligen Einkäuferin der Firma Touring-Sport auf dem Hohenstaufenring, die Kollegin nannte mir einige Einkaufsquellen für Reitsportartikel.

Einiges habe ich in Holland eingekauft, und später bin ich nach Indien gereist. Ein Student erzählte mir von der Stadt Kanpur im Bundesstaat Uttar Pradesh, in der seit 1920 Lederartikel, wie Sättel und Halfter, hergestellt wurden, ein Überbleibsel aus der Zeit ehemaliger britische Garnisonen. Eine interessante Information, die ich nach der ersten Equitana nutzte. Als so genannter Pferdesportartikel-Neuling hatte ich hatte mich natürlich an den fünf Tagen bei anderen Ausstellern umgeschaut und mir Sättel und sonstige Lederartikel als Muster gekauft, weil ich für die folgende Equitana 1973 schon zwei Stände gebucht hatte.

Ein besonderes Erlebnis hatte ich mit Wolf Kröber 1978. In Teheran war eine Landwirtschaftliche Messe und er fragte mich, ob ich als Aussteller mitkäme, er hatte gute Kontakte dorthin. Zum Standsortiment sollten deutsche Markenartikel, Sättel und andere Ledersachen, aber auch verstärkt Rennsportartikel gehören. Ein interessanter Vorschlag, der mir gefiel und ich sagte zu. In Teheran trafen wir Paul Schockemöhle, der hauptsächlich

für seine Geflügelfarm drüben war, und Fräulein Gudula Vorwerk vom gleichnamigen Gestüt aus Cappeln. Die Messe war ein großartiger Erfolg, wir machten gute Geschäfte. Der persische Schah hatte über seinen

Landwirtschaftsminister reichlich bestellt, darunter viele Rennsportartikel. Als der Minister vom Bau einer neuen Rennbahn erzählte, sah ich mich schon als pferdesportlicher Hoflieferant der damaligen Pahlavi-Dynastie. Doch leider wurde nichts aus den Plänen des persischen Herrschers und meinen Träumen als Hoflieferant, ein paar Monate später wurde der Schah durch die Islamische Revolution entmachtet.

Wenn ich heute die Unternehmung Equitana-Aussteller bilanziere, kommt dabei auf jeden Fall ein positives Ergebnis heraus. In geschäftlicher und auch in persönlicher Beziehung, insbesondere zu Wolf Kröber. Auf den Mund

gefallen war ich als „Berufs-Kölner“ sowieso nicht, aber Kröber übertraf mich, er war immer zwei, drei Gedankensprünge weiter, einfach nur faszinierend. Er verstand nicht nur von Pferden etwas, er hatte auch ein großes Fachwissen über historische Pferdekutschen, die er sich in meiner Kutschensammlung immer bei Besuchen wieder gerne anschaute. Wolf Kröber war ein Mann, der Unmögliches möglich machen konnte. Ich habe ihm viel zu verdanken, und ich habe auch Vieles von ihm gelernt.“

Zur Person: Horst-Dieter Beyer

Facettenreich war sein Leben, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als „Kölsche Jung“ wollte er Elefantenwärter werden, weil die Familie in der Nähe des Kölner Zoos wohnte. Bauer war seine berufliche Vorstellung, doch der Vater fand an diesem Wunsch keinen Gefallen, der schrieb religiöse Bücher, spielte sieben Instrumente, beherrschte sechs Sprachen und setzte große Hoffnungen in den Junior. Der Abschnitt mit Pferden begann Anfang der 1960er Jahre, seine Leidenschaft gehörte den Vollblütern und dem Rennsport. Pferde bestimmten sein Leben. In den 70er und 80er Jahren standen über 100 Vollblüter auf der Boxen- und Fütterungsliste im Stall HoDiBe, die er in einigen Amateurrennen selber ritt. Im deutschen Galopprennsport, speziell auf der Bahn in Köln-Weidenpesch, und als Fachhändler für Reit- und Rennsportbedarf war er bekannt wie der sprichwörtliche „Bunte Hund". Und nicht umsonst wurde er in Köln der vergnügte „Pferdepapst“ genannt, denn mit Vaters Wünschen „mehr als sieben Instrumente spielen und mehr als sechs Sprachen beherrschen“ war nichts, dafür lernte er Wolf Kröber kennen, und das war für HoDiBe Belohnung genug.

 

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