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So nimmt der Reiter-Verband die Turnierveranstalter aus... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Sonntag, 20. Oktober 2019 um 19:35

Dr. Kaspar Funke - Turnierveranstalter

(Foto: Kalle Frieler)

Wassenberg. Seit acht Jahren bereits wird darüber diskutiert und dagegen rebelliert, dass die nationale deutsche Föderation die einzelnen Turnier-Veranstalter überzogen mit Gebühren belaste, ohne eine Gegenleistung zu erbringen. Wie vertrauliche Unterlagen belegen, ist die Abzocke wahrlich abenteuerlich…

 

„Wenn sich jetzt nichts ändert“, drohte der langjährige Turnier-Organisator Dr. Kaspar Funke vom Unternehmen ESCON, „liegt in Warendorf am Montag ein Schreiben meines Rechtsanwalts vor.“ Es werde sich etwas ändern, so Peter Hofmann als Vorsitzender der deutschen Turnierveranstalter, „ab 1. Januar nächsten Jahres sind die Abgaben um 50 Prozent halbiert, ob national oder international.“ Die Neuregelung müsse noch von der Abteilung Sport der Reiterlichen Vereinigung (FN) abgesegnet werden.

In einem vertraulich kursierenden Papier wird aufgelistet am Beispiel Derbytage in Hamburg, wie die Verbandszentrale Warendorf hemmungslos zulangt. Jeweils sackt sich die Föderation um die zehn Prozent vom Gesamtpreisgeld als Gebühr für die Erteilung zur Durchführung pro Veranstaltung ein. Was jedoch Warendorf zu erbringen hat, ist nicht geregelt. Der gemeinnützige Verein hat  schließlich rund 150 Angestellte zu entlöhnen.  

Bereicherung an Lizenzgebühren…

Die internationale Veranstaltung in Hamburg Klein Flottbek mit den Derby-Konkurrenzen in Springen und Dressur sowie dem Großen Preis als Teil der Global Champions Tour schüttet ein Gewinngeld von insgesamt 954.500 Euro aus, dazu sind als Lizenzgebühr nach Warendorf 97.000 Euro zu überweisen, die gleiche Summe zusätzlich an den Weltverband (FEI). Der Ärger in Deutschland heizt sich zudem daran auf, wie vergleichsweise sanft die ausländischen Turniermacher von ihren Föderationen angefasst werden. Nach der vorliegenden Kladde – jeweils im Vergleich zum Preisgeld von Hamburg – wären zum Beispiel an den betreffenden nationalen Verband zu entrichten in Belgien 46.000 €, in Österreich 27.000, in den Niederlanden 24.000, in Frankreich 3.000, in Spanien 2.000, in Italien 1.800 – gar nichts in der Schweiz und in Großbritannien. Mit dem Taktgefühl hapert es auch in einigen Etagen der deutschen Reiterzunft. Als nämlich Bundestrainer Otto Becker für den CSIO von Großbritannien in Hickstead herumtelefonierte, um noch einen vierten Reiter nominieren zu können für den Preis der Nationen, sprang der erfolgreichste Vielseitigkeitsreiter mit vielen Platzierungen auch im Springen, Michael Jung, helfend ein. Doch mit der Zusendung des Roten Rocks und der Schabracke für das Pferd mit dem Bundesadler für den Mannschafts-Wettbewerb wurde ihm gleich zugestellt, er hätte die zur Verfügung gestellten Ausrüstungsstücke rasch und gereinigt nach dem Turnier zurückzuschicken… 

„FN muss sich mal als Unternehmer sehen…“

Ob sich etwas ändert am „Sterben“ oder „Hinsiechen“ von Turnieren in Deutschland in nächster Zeit, trotz möglicher Änderung an der Gebührenordnung, bleibt abzuwarten. Funke, der Turniere wie Donaueschingen, Nörten-Hardenberg, München-Riem, Münster und Dortmund leitet, sagt: „In zwei oder drei Jahren finden in Deutschland keine größeren Turniere mehr statt.“ Zur Zeit beträgt die Zahl der jährlichen Reitveranstaltungen in der Bundesrepublik noch 3.500.

Dass sich in Deutschland etwas zu ändern hat, meinte auch Auktionator, Turnierveranstalter und Nationen-Preis-Reiter Holger Hetzel (59) auf einer Podiumsdiskussion des Magazins „Reiterjournal“ in Stuttgart. Hetzel (Goch), auch gleichzeitig Trainer des rheinischen Verbandes, sagte, die Turniere müssten attraktiver, schöner werden. Und er nahm die FN in die Pflicht, die müsse sich als Unternehmer sehen, es sei doch so, dass Reiter und Veranstalter das zu befolgen hätten, was Warendorf vorgäbe. Reiter, Veranstalter und Pferdebesitzer wären aber schließlich Kunden, und danach hätte sich die FN zu richten. „Und was macht ein erfolgreicher Unternehmer“, fragte Holger Hetzel und gab auch gleich die Antwort, „der analysiert den Markt, hinterfragt permanent sein eigenes Unternehmen und richtet sich nach der Nachfrage der Kunden“. Was vor zehn Jahren gut gewesen wäre, sei vielleicht heute nicht mehr gefragt, aber man müsse sich dem Markt stellen. Doch in Deutschland wäre es immer noch so, dass die FN aus ihrer Monopolstellung heraus alles vorgäbe – „und die Reiter und Veranstalter haben zu gehorchen“. Man müsse sich dem Markt stellen, mit der Zeit gehen, auch die FN, alles sei kompliziert, koste viel Geld, „im Ausland geht alles leichter. Unsere Kosten – für Reiter und Veranstalter - steigen immens, Deutschland ist mit Abstand am teuersten beim Organisieren von Turnieren…“

 

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