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Der Tod galoppiert mit... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Quelle: n-tv.de/ DL   
Freitag, 01. November 2019 um 13:29

Los Angeles. "Money talks", das "Geld hat das Sagen", so lautet ein bekanntes Stichwort. Das trifft auch auf die Pferderennbahn Santa Anita Park in Kalifornien zu. Dort mussten seit Dezember 36 verletzte Vierbeiner eingeschläfert werden. Trotzdem gehen die Rennen weiter. Denn es geht um viel Geld.

Sie werden wieder rennen. An diesem Freitag und Samstag. Und wieder auf dieser berühmten Bahn im kalifornischen Arcadia, dem Santa Anita Park. Im Pferderennsport gilt dieses 85 Jahre alte Oval als eine der namhaften Adressen. Wenn hier, am 285 Huntington Drive, die Jockeys auf ihre Vierbeiner steigen und anschließend die 2000 Meter absolvieren, kommt die Prominenz zuhauf aus dem 30 Autominuten entfernten Los Angeles. Doch dieser Santa Anita Park, wo 1984 die Olympischen Reiterwettkämpfe ausgetragen wurden, hat in diesem Jahr einen zweifelhaften Ruf erlangt. Es ist von einer "Todesbahn" die Rede. 36 Pferde sind seit Ende Dezember im Training oder Rennen so schwer gestürzt, dass sie sich unheilbare Brüche oder Verletzungen an den Beinen zugezogen haben und eingeschläfert werden mussten. Und vielleicht kommen schon heute oder morgen weitere hinzu.

Denn im Santa Anita Park macht der Breeders' Cup Station, die höchstdotierte Galopprennserie der USA. 13 Rennen an zwei Tagen. Gesamtpreisgeld: satte 28 Millionen Dollar. Doch das sind nur die Rahmendaten. Interessierten sich bislang vor allem Pferdefreunde für diese Veranstaltung, schauen nun nationale Presse, Tierschützer und selbst Politiker ganz genau hin. Die Tageszeitung "USA Today" titelte schon: "Sorgen wegen weiterer toter Pferde an diesem Wochenende hängen über dem Breeders' Cup."

"Sie können das Töten nicht stoppen"

Erst vergangene Woche hatte es zwei weitere Todesfälle gegeben. Zunächst zog sich eine sechsjährige Stute im Training Verletzungen an den Vorderläufen zu. Zwei Tage später widerfuhr einer zweijährigen Stute im Rennen das gleiche Schicksal. Beide mussten eingeschläfert werden. "Ich habe es schon seit langer Zeit gesagt", schimpft Tierrechtler Patrick Battuello, "sie können das Töten nicht stoppen. Es gehört einfach dazu." Nicht ganz so klar, aber auch unmissverständlich hatte sich Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom im September gegenüber der "New York Times" geäußert. "Wenn es einen Sport gibt, dessen Zeit abgelaufen ist, dann Pferderennen. Es sei denn, es gibt Reformen." Newsom bezeichnete die Rennen als "unglaublichen Missbrauch dieser kostbaren Tiere".

Craig Fravel hat die Worte vernommen. Er ist Geschäftsführer des Breeders' Cups. Er weiß um die Brisanz des Austragungsortes. Nachdem innerhalb von drei Monaten 22 Pferde im Santa Anita Park eingeschläfert werden mussten - im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 10 gewesen -, wurde die Bahn Mitte März für zwei Wochen geschlossen. Der Eigentümer, die Stronach Group, engagierte zwei Experten, ließ das Geläuf eindringlich untersuchen, eine neue Drainage verlegen, limitierte oder verbot die Einnahme von schmerz- oder entzündungshemmenden Mitteln für die Pferde und erhöhte die Anzahl der Tierärzte.

Mögliche Verlegung einstimmig abgelehnt

Doch nur zwei Tage nach der Wiedereröffnung gab es den 23. Todesfall. Als die Anzahl der verendeten Vierbeiner im Juni auf 30 gestiegen war, setzten sich die Veranstalter des Breeders' Cups zusammen und überlegten, die Veranstaltung nach Churchill Downs zu verlegen, den berühmten Austragungsort des ältesten und prestigeträchtigsten Pferderennens der USA, dem Kentucky Derby. Doch der Aufsichtsrat entschied sich einstimmig dafür, am ursprünglichen Plan und dem Santa Anita Park festzuhalten. Man wolle somit die dort getroffenen "sinnvollen Maßnahmen" anerkennen, sagt Fravel gegenüber "USA Today".

Es mag einen gewissen Beigeschmack haben, dass ausgerechnet Fravel nach diesem Wochenende seinen bisherigen Job aufgibt und einen neue Arbeit aufnimmt - als Geschäftsführer für die Rennabläufe der Stronach Group, die neben dem Santa Anita Park noch sechs weitere Rennbahnen ihr Eigen nennt. Andererseits hob selbst die Tierrechts-Organisation "People for the Ethical Treatment of Animals" (Peta) hervor, dass Santa Anita "außerordentliche Schritte" unternommen habe, "um die Tiere zu schützen".

Churchill Downs hatte 2018 einen Schnitt von 2,73 eingeschläferten Pferden pro 1000 Starts. Der Wert war deutlich höher als der des Santa Anita Parks (2,04). Die Durchschnittsrate auf den US-Rennbahnen betrug 1,68 tote Tiere pro 1000 Starts. Dionne Benson, Chef-Veterinärin der Stronach Group, weist darauf hin, dass die Todesfälle im Santa Anita Park nach der Schließung im März "um fast 80 Prozent auf dem Trainingsgelände und um mehr als 50 Prozent auf der Rennbahn" zurückgegangen seien. Was wie ein Teilerfolg klingt, stimmt sie noch lange nicht zufrieden. "Unser Ziel sind null Todesfälle. Aber es kann sein, dass wir das nie erreichen werden."

Dazu GaloppOnline.de

 

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