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Seit Olympia 1968 Maßnahmekatalog bei unterschiedlichen Klimaverhältnissen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter F.Cronau/ DL   
Freitag, 08. November 2019 um 17:11

Argenbühl/ Allgäu. Die Süddeutsche Zeitung brachte am 6. November im Sportteil einen Artikel über mögliche Gefahren für die Pferde aufgrund der zu erwartenden Hitze undhohen  Luftfeuchtigkeit bei den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Tokio. Der erfahrene Pferdedoktor Dr. Peter Cronau sah sich zu einem Leserbrief  veranlasst.

 

Betr.: Ausgabe 256 vom 06. November, Seite 25, „Risikoritt unter Japans Sonne“

Sehr geehrte Frau Pochhammer,

Ihr Artikel „Risikoritt unter Japans Sonne“ weist verschiedene Facetten auf. Ein – allerdings aus der Sicht des Pferdes – sehr wichtiger und möglicherweise entscheidender Gesichtspunkt ist die Gesundheit der Kreatur.

Wenn jedoch auf die Untersuchungen von meinem Kollegen David Marlin reflektiert wird, ist die Bewertung dessen wissenschaftlicher Arbeit unbestritten. Seine von der FEI initiierten Aufgabenstellung ist jedoch als Wiederholungsfall einzustufen.

Sicherlich ist bekannt, dass ich an 8 Olympischen Spielen in mehrfacher Funktion als Mannschatstierarzt, FVD (ForeignVeterinary Delegate) und Präsident der Veterinärkommission beschäftigt war. Es ist auch kein Geheimnis, dass mit 1984 Los Angeles, 1992 Barcelona und 1996 in Atlanta ähnliche klimatische Bedingungen erwartet wurden wie zukunftsvisionär für Tokio 2020. Es ist anzuerkennen, dass die FEI sich Sorgen um die Pferde macht. Bei allem Respekt der tierschutzrelevanten „Sorgen“ stellen diese Maßnahmen jedoch nur einen Teil der Verbandsphilosophie dar. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist das Argument der Verbände: „wir wollen keine schlechten Bilder sehen“. Auch Ihre Argumentation in der Überschrift „Nur die fittesten Pferde dürfen nach Tokio“ ist eine Begründung, die Tierschützer ruhig zu stellen.

In Wirklichkeit sind alle Untersuchungen hinsichtlich der klimarelevanten Durchführung von Pferdesportverantaltungen bereits vor Jahren durchgeführt worden. Die klimarelevante Bezugnahme wurde erstmals nach Mexico 1968 in einen Maßnahmenkatalog der FEI für Pferdesport (under ad verse climatic situations) angedacht, wie Pferdesport unter globalen Aspekt durchführbar gestalten sollte. Kein anderer als der Klimaspezialist von Edmund Hilary (Erstbesteigung des Mount Everest) als dessen Klimaberater wurde von der FEI seinerzeit zugezogen.

In Barcelona, wo im Hochsommer auch Temperaturen zwischen 35° und 40° Celsius herrschen, war ich als verantwortlicher Veterinär mit Erwartungen von klimabedingten Problemen konfrontiert. Umso mehr wurden Probleme in Atlanta erwartet.

Alle umfassenden Argumente wurden in einem Pamphlet mit dem Namen „On to Atlanta 1996“ zusammengefasst. Alles Wissenswerte ist in diesem Buch auf 195 Seiten gebündelt. Die wissenschaftlichen Untersuchungen und deren Ergebnisse, die jetzt als Bonbon vor Tokio platziert werden, sind alle bereits vorhanden – auch der WBGT-Index. Erwähnenswert ist der Umstand, dass das Budget für die wissenschaftliche Forschung seinerzeit für diese Untersuchungen  500.000 US$ betragen hat.

Die Crux und das Negativbeispiel aus dieser Vorgehensweise bestehen darin, dass Untersuchungen und Ergebnisse, die bereits vorhanden sind, kostenbelastend noch einmal und in einigen Jahren möglicherweise ähnlichen Bedingungen sich wiederholen. Motto: Die FEI hat es ja. Moderne digitale Kommunikation könnte zweckbringend weiterhelfen. Wir verfügen doch über Influencer und Follower.

Die grundsätzliche Kritik an der Sportorganisation liegt darin, dass für jedes kommende Event neue Mitarbeiter generiert werden müssen, anstatt olympia- und pferdesporterfahrene Mitarbeiter erneut zu beauftragen. Die neuen Mitarbeiter machen die gleichen Fehler wie die von den vergangenen Olympischen Spielen. Das kostet Geld und verursacht vermeidbaren Ärger.

Wenn ein Verband sich medienorientiert mit „neuen“ Erfahrungen brüsken will, könnte er es sich ganz einfach machen, indem er   bequem bekannte Erkenntnisse nachliest, verarbeitet und platziert. Die Problematik: Es liest keiner darin!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Peter F.Cronau

 

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