Sie befinden sich hier: Home Polly Der Traum eines kleinen Mädchens...(156)

Wer ist Online

Wir haben 1418 Gäste und 2 Mitglieder online

Suche

Anzeige

Banner
Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeigenschaltung

Google Translate

German Chinese (Simplified) Chinese (Traditional) Czech Danish Dutch English French Galician Greek Hungarian Italian Japanese Norwegian Polish Portuguese Romanian Russian Spanish Swedish Turkish Ukrainian

Zugriffe seit 16.09.2009

Anmeldung



Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Fotoanfragen über KHFrieler@aol.com

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner



Der Traum eines kleinen Mädchens...(156) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uta Ludwig   
Mittwoch, 23. Januar 2013 um 13:51

Polly fühlt sich als Königin...

 

 

Polly bekam letzte Woche einen sehr großes Lob vom Tierarzt. Sie hatte nämlich alles richtig gemacht. Beauty war erkältet und Polly hatte sie warm eingepackt. Dabei benutzte sie nicht wahllos irgendwelche Decken, nein, sie legte Decken aus reiner Wolle über und die Bandagen waren auch aus reiner Wolle. Weil nämlich der Veterinär wegen einer Notoperation nicht mehr abends in den Stall kommen konnte, musste sich Poly selbst etwas einfallen lassen. Sie hatte genau das Richtige unternommen.

 

Während des Mittagessens am nächsten Tag erhielt sie den Anruf von Anjas Vater, dem Stall-Tierarzt. Er hatte ganz früh am Morgen Beauty untersucht, er brauchte keine schweren Geschütze aufzufahren, sondern hatte nur eine  Vitamin-Spritze gegeben. Beauty war an einer schweren Erkrankung vorbeigekommen.

 

Allerdings sollte Polly das Pferd noch einen Tag stehen lassen und die ersten beiden Tage danach nur leicht bewegen. Es hatte funktioniert. Als Polly am Wochenende das Training wieder aufnahm, war der Husten verschwunden.

 

Aber es war ihr eine Lehre gewesen. Bei diesen winterlichen Temperaturen schien es wirklich ratsam, ein Pferd nicht so zu trainieren, dass es anfing zu schwitzen, und nass in die Box zu stellen, wäre der größte Fehler gewesen. Vor allem der Pferderücken musste unbedingt trocken sein.

 

Polly hatte die Gelegenheit, nicht richtig reiten zu können, dazu genutzt, einmal alle ihre Klamotten auszumisten. Es befanden sich vergammelte Bandagen mit Mäuselöchern ganz unten in ihrer Kiste. Die schmiss sie weg. Alte löchrige Handschuhe, vollgeschmiert mit Huffett, landeten ebenfalls in der Mülltonne. Auf fast wundersame Weise fand Polly bei der Kramerei zwei Hufkratzer wieder, die einfach verschwunden waren. Ein Paar kleine Sporen kamen zum Vorschein, von denen einer durchgebrochen war. Polly zog die Lederriemchen heraus und fettete sie ein. Die wollte sie behalten. Die Sporen warf sie weg.

 

Den Stapel alter Lappen nahm sie komplett mit nach Hause zum Waschen.  Mama würde sich über den Berg Wäsche „freuen“. Aber das war Polly in dem Moment egal.

 

Während sie so vor sich hinsortierte, dachte sie an viele Dinge. So kamen ihr immer wieder die Gedanken, ob sie alles richtig machte. So ein Pferd ist schon  ein imposantes Lebewesen, das sehr gut versorgt werden musste. Der Reiter verlangt doch viel von dem Tier. Hatte der liebe Gott das so vorgesehen? War es richtig, dass der Mensch ein Tier zu seinem Zweck benutzte? Polly kamen Zweifel. Mit einem feuchten Lappen wischte sie das Aufgabenheft für Dressuraufgaben ab. Sie schlug es auf. Die Seite mit der „A 5“ fiel ihr ins Auge. Sie begann zu lesen. Es müsste doch machbar sein, die geforderten Lektionen auf die Reihe zu bekommen, dachte sie. Sie las die Aufgabe noch einmal durch. Sicherlich würde Beauty die Lektionen dieses Jahr lernen. Polly wurde das schon schaffen, schließlich wollte sie ja eine große Dressurreiterin werden. Die Zweifel von vorhin verflogen.

 

Aber Beauty musste sie noch einen Tag schonen. Das war zwar ärgerlich, aber Hauptsache: Beauty hatte sich keine ernsthafte Erkältung zugezogen.

 

Und wie sie da stand und überlegte, meinte sie für sich, sie hätte eigentlich eine große Cola verdient, nach der ganzen Aufräumerei. Zufrieden verließ sie die Sattelkammer und lief an der Bahn vorbei Richtung Tränke. Polly bemerkte Brigitta, die eifrig trainierte. Sie blieb stehen und beobachtet die Konkurrentin. Brigitta übte „Einreiten, Halten, Grüßen“. Polly kannte die Schwierigkeiten.

 

Solana, die sogenannte Wunder-Stute von Brigitta, war in keiner Weise anders als Pollys Tinker-Stute Beauty, vor allem nicht besser. Polly sah, dass Solana sich jedes Mal beim Durchparieren heraushob, d.h. sie nahm den Kopf hoch und blieb nicht am Zügel. Brigitta versuchte, durch „Riegeln“ Solana am Zügel zu halten. Das Pferd war aber stärker. Polly merkte, dass Brigitta wütend wurde. Polly konnte das auch verstehen, es passierte ihr auch oft. Eine weitere Schwierigkeit sah Polly voraus. Sie wusste das aus ihrem eigenen Training. Brigitta ritt die Parade zum Halten immer bei „X“, also genau in der Mitte der Bahn. Ein Mal, zwei Mal, zehn Mal. Beim elften Mal wurde Solana schon fünf Schritte vor „X“ langsamer und kam vor „X“ zum Halten. Sie stand nicht am Punkt. Und hatte sie hatte sich wieder herausgehoben.

 

Polly wusste, was Brigitta hätte nun tun sollen. Die aber wurde nur immer wütender. Sie riss ihrer Stute mit den Zügeln im Maul, gleichzeitig rammte sie die Sporen in Solanas Flanke, damit die bis „X“ durchtraben würde.

 

Solana war schon klatschnass geschwitzt. Polly machte sich so ihre Gedanken wegen deren Gesundheit. Hoffentlich galt Beautys Husten als warnendes Beispiel für Brigitta. Allerdings sah Polly nur Solanas dünne Abschwitzdecke auf der Bande liegen. Sie traute sich nicht, Brigitta etwas zu sagen. Die war immer gleich so frech und wusste sowieso alles besser. Geht mich ja sowieso nichts an, dachte sie. Sollen die doch ihre eigenen Erfahrungen machen. Weder das eine noch das andere klappte so, wie Brigitta es wollte. Sie nahm die Zügel in eine Hand und holte mit der Gerte aus.

 

„Du machst was falsch“, rief Polly in die Bahn. Das bewahrte Solana vor Schlägen. „Was geht Dich das an?“ fauchte Brigitta zurück. Sie warf die Zügel weg und ließ Solana Schritt gehen. Sie kochte innerlich vor Wut. Am meisten ärgerte sie sich wohl darüber, dass Polly sie gesehen hatte.

 

Keiner lässt sich bei Misserfolgen gerne beobachten. Jeder möchte natürlich immer wie Isabell Werth reiten. Das war hier im Reitstall Hubertus nicht anders wie sicher überall. Außerdem gab es unter den Gleichaltrigen immer so etwas wie Konkurrenzdenken. Das war auch natürlich.

 

Erstaunlicherweise beruhigte sich Brigitta relativ schnell wieder. Sie blieb sogar bei Polly stehen. „Was meinst Du damit, ich mache was falsch?“, fragte sie zuckersüß. Sie konnte ihre Gefühle nur schwer verbergen.

 

Erstaunt blickte Polly zu ihr hinauf. Wollte Brigitta ernsthaft eine Antwort. Vorsichtig sagte Polly zu der Konkurrentin: „Wenn Du immer genau an der gleichen Stelle die gleiche Lektion reitest, weiß das Pferd schon im voraus, was kommen wird. Dann reagiert es von alleine. Der Reiter kommt gar nicht mehr dazu, mit richtigen Hilfen eine korrekte Lektion auszuführen. Meistens passiert das dann auch noch vor dem Punkt. Das Halten zum Beispiel geschieht vor „X“ wie gerade bei Dir passiert. Du musst immer an verschiedenen Stellen auf der Mittellinie anhalten, damit Solana nie weiß, wann die Lektion kommt.“

 

Brigitta war klug genug, um Pollys Ausführungen anzuhören. Widerwillig musste sie sich eingestehen, dass Polly Recht haben könnte. Wie beiläufig ritt sie wieder im Schritt an. Polly ging in die Tränke.

 

Von dort schielte Polly in die Bahn. Sie hatte es sich schon gedacht: Brigitta nahm die Zügel noch ein Mal auf und trabte an. Polly konnte verstohlen beobachten, was Brigitta da machte. Tatsächlich ritt sie die Paraden zum Halten nun an verschiedenen Stellen auf der Mittellinie. Beim dritten Mal stand Solana korrekt auf allen vier Beinen nebeneinander. Nicht nur das, sondern weil sich das Pferd nun mehr auf die Hilfen des Reiters konzentrierte, nahm die Stute auch nicht den Kopf hoch. Brigitta ritt ein ordentliches Einreiten, Halten, Grüßen, ohne dass Solana sich heraushob.

 

Polly grinste. Gelernt ist gelernt. Die sonst so überhebliche Brigitta hatte von ihr den entscheidenden Tipp bekommen und - es funktionierte. Polly fühlte sich als Königin. Da sie nicht mit ihrem Pferd gleichzeitig in der Halle trainierte, war es ihr sogar egal, dass Brigitta mit Solana eine halbwegs korrekte Lektion hinbekam. Das würde sie selber schon mit ihrer Beauty in den nächsten Tagen nachmachen. Was die konnte, konnte Polly schon lange!

 

(Fortsetzung folgt…)

 

 

 

 

Um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu verbessern, verwenden wir Cookies. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie hier weitere Informationen. Weitere Informationen >>> Cookie-Hinweis.

Hinweis >>>