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Der Traum eines kleinen Mädchens...(178) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uta Ludwig   
Dienstag, 27. August 2013 um 15:51

Polly gelingt ein korrekter Galoppwechsel...

 

 

Die Einzel-Trainerstunde bei Reitlehrer Joachim in der vergangenen Woche hatte Polly viel gebracht. Erstmals hatte sie dabei selbst die Erfahrung machen können, dass ein ständiger Handwechsel und relativ schneller Ablauf von Lektionen ihre Beauty viel eher zur Durchlässigkeit brachten als bei allen bisherigen Reitstunden. Theoretisch wusste Polly das alles schon gewusst, aber richtig umsetzen konnte sie die Theorie noch nicht. Bis zur vergangenen Woche.

 

Kaum waren ihre Großeltern aus dem Sommerurlaub zurückgekehrt, da sprudelten schon Pollys Berichte heraus wie bei einem Wasserfall. Ohne die anderen Familienmitglieder zu Wort kommen zu lassen, erzählte sie von der erfolgreichen Einzel-Trainerstunde und wie sie mühsam ihr letztes Geld dafür zusammengekratzt hatte.

 

Das Ende vom Lied war, dass, nur um den Redefluss seiner Enkelin zu stoppen, Opa ihr eine weitere Trainerstunde sponsern wollte. Polly hatte ihr Ziel erreicht. Alleine hätte sie keinen Pfennig mehr gehabt, um Joachim zu bezahlen.

 

Polly ging davon aus, dass, wenn sie die ganzen Tage es schaffen sollte, Beauty so durchlässig zu behalten, könne sie doch Lektionen eines höheren Schwierigkeitsgrad reiten. Ihr Traum war es, Außengalopp als nächste Stufe zu erlernen. Dabei musste sie sich allerdings eingestehen, dass ein einfacher Galoppwechsel noch nicht fehlerfrei gelang.

 

Gestern konnte sie in der Mittagszeit die zweite Einzelstunde nehmen. Überaus pünktlich erschien Joachim in der Banden-Türe. Polly hatte gehofft, er würde sich etwas verspäten. Obwohl sie selber schon seit fünfzehn Minuten auf dem Pferd saß und Beauty löste, war die noch nicht so durchlässig, wie Polly sich gewünscht hatte. Joachim nahm darauf keine Rücksicht. Polly sollte sofort aussitzen und im Trab Übergänge reiten. Die Trabschritte etwas verlängern und dann allein durch Körpereinwirkung (Kreuz-, Schenkel- und Zügelhilfen) den Trab wieder ganz verkürzen bis kurz vor dem Durchparieren zum Schritt. Im selben Moment verlangte Joachim, dass sie wieder nach vorne, also mit etwas mehr Tempo, ritt. Mitten im Vorwärtstreiben brüllte er: „Nimm sie zurück.“ Polly konnte kaum so schnell reagieren, wie der Reitlehrer kommandierte.

 

Vor lauter Konzentration merkte Polly schon gar nicht mehr, dass Beauty inzwischen völlig durchlässig war. Sie hatte sogar auf einmal das Gefühlt, als wüsste ihr Pferd, was von ihm verlangt wurde. Zufrieden kauend reagierte es unmittelbar auf die treibenden und versammelnden Hilfen. Beauty, die Tinkerstute, war durchlässig wie ein richtiges Dressurpferd. Polly genoss den Augenblick.

 

Dann sollte sie angaloppieren. Erst auf der rechten Hand, dann links herum. Nun verlangte Joachim, die Tempounterschiede im Galopp zu reiten. Oje, das würde sie nie hinbekommen, dachte Polly und galoppierte rechts an. Auf dem Zirkel. Zunächst reagierte Beauty überhaupt nicht. So sehr sie konnte, presste Polly ihre Schenkel ans Pferd. Gleichzeitig zog sie an den Zügeln. „Nein“, brüllte Joachim „so geht das nicht!“ Polly musste durchparieren zum Schritt.

 

Wieder einmal erklärte Joachim das Zusammenspiel von Körpereinsatz (Sitzhilfen) und kleinen Paraden an den Zügeln. Polly versuchte es immer wieder. Aber es dauerte einfach zu lange, bis Beauty reagierte. Daher traf Polly auch nie die Zirkelpunkte, an denen Joachim die Lektion sehen wollte. Es war einfach zu schwierig, in der Bescheunigung gleich wieder eine Versammlung zu reiten. Immer wieder musste Polly die Hand wechseln und es aufs neue versuchen.

 

Mittlerweile lag weißer Schaum auf Beautys Hals. So nass war sie bisher noch nie im Training. Unauffällig schielte Polly nach der Hallen-Uhr. Sie ritt jetzt schon vierzig Minuten, ohne Pause. Joachim verlangte, dass sie wieder auf die rechte Hand ging. „Auf dem Zirkel geritten und angaloppieren“, kommandierte er. „Durch den Zirkel wechseln mit einfachem Wechsel“, verlangte er. Polly wusste, dass sie vom Galopp in den Schritt durchparieren musste und nach fünf Schritten wieder links anzugaloppieren hatte. Nur dann war der einfache Wechsel korrekt geritten.

 

Polly ritt eine weitere Runde auf dem Zirkel, damit sie noch etwas mehr Zeit hatte. Dann bog sie ab. In der halben Volte nach rechts nahm sie im Galopp schon etwas das Tempo heraus. Sie straffte ihren Körper, ohne die Sitzeinwirkung aufzugeben. Unauffällig gab sie viele kleine Paraden, mehr als sonst. Sie gab mit den Zügeln nicht nach, drückte ihr Gesäß in den Sattel, legte die Schenkel an, ließ den Druck aber nicht mehr nach vorne heraus. Noch einmal drücken, dann war Beauty im Schritt. Polly zählte die Schritte gar nicht. Sie fasste die Zügel nach, setzte sich gerade hin, gab eine Parade und legte das rechte Bein zurück. Beauty galoppierte links an. Erst als Joachim schrie: „Gut, gemacht“, realisierte Polly, dass der einfache Wechsel voll gelungen war. Allerdings hatte sie keine Ahnung, wie sie das geschafft hatte. Es war unbewusst erfolgt. Aber – es hatte funktioniert. Sie strahlte. Polly ließ die Zügel einfach fallen und lobte Beauty über alles. Die Stunde war vorbei.

 

Was so eine Einzel-Stunde ausmachte! Polly hätte es vorher nicht gedacht. Aber es war so. Hoffentlich konnte sie den Standard nun auch halten. Wenn die Schule wieder anfangen würde, hätte sie sowieso keine Zeit mehr für zusätzliche Einzel-Trainerstunden. Vom Geld ganz zu schweigen. Sie würde nicht immer ihren Opa anhauen können. Das wusste sie.

 

Polly verwöhnte ihre Beauty nach diesem Ritt besonders. Zuerst ging sie zum Wasserschlauch, um dem Pferd die Beine und den schaumverkrusteten Hals zu kühlen. Dabei musste sie die ganze Zeit an den einfachen Galoppwechsel denken. An diesem Tag hatte sie das erste Mal verstanden, wie sich das anfühlen musste, beim Durchparieren treibende Hilfen zu geben. Es klang paradox. Aber es hatte ja funktioniert. Vor allem: Beauty stand die ganze Zeit an den Hilfen und am Zügel. Nicht einmal hatte sie sich in der Lektion herausgehoben. Für Polly war das fast wie ein Wunder.

 

Polly war stolz auf sich, auch wenn ihr Vater immer wieder gepredigt hatte, auf sich selbst dürfe man nicht stolz sein. Und schon gar nicht sollte ein solches Gefühl Kameraden gezeigt werden. Aber Zufriedenheit, die könne man durchaus nach außen zeigen, meinte Polly für sich. Aber Neid wollte sie auf keinen Fall bei den Freunden aufkommen lassen. Jedenfalls nicht so, dass jedermann das merkte. Aber sie könnte ja nach den Ferien in der ersten Jugend-Trainer-Stunde bei Herrn Weber ganz unauffällig einen korrekten einfachen Wechsel einbauen, so, dass jeder es sehen müsste. Wie würden die anderen gucken und staunen? Polly malte sich schon ihren Triumph in dieser kommenden Stunde aus. Sie schmunzelte vor sich hin, während der Strahl aus dem Wasserschlauch über Beautys Hals glitt. Bis zur Übungsstunde hatte Polly noch zwei Wochen Zeit, um die Lektion zu festigen. Hoffentlich war das heute kein Zufall gewesen, dachte sie noch. Sie hörte auf, still vor sich hinzulächeln.

 

Polly war von alleine auf den Teppich zurückgekommen. Zufrieden, ja, zufrieden war sie immer noch. Aber der Stolz auf sich selber war verschwunden. Ehrgeiz kam zum Vorschein. Polly nahm sich vor, ernsthaft zu trainieren. Dass sie ihr Zeil erreichen konnte, ohne auf Zufälle angewiesen zu sein, wusste sie ja jetzt. Alles war möglich….es brauchte nur etwas Zeit. Und die hatte sie ja.

 

Sie schlenderte an der Reitbahn vorbei zur Tränke, in der sie sich eine Cola kaufen wollte. Nur mit halben Blick registrierte sie Kordula, die in der Reitbahn trainierte. Deren Angelique galoppierte ziemlich versammelt, musste Polly zugeben. Kordula ritt ganz gut. Aber Polly würde das niemals laut aussprechen. Dann schaute sie doch genauer hin. Was nun? Kordula ritt auf dem Zirkel und bog zum Mittelpunkt ab. Wollte sie einen Wechsel reiten. Klar – natürlich – Kordula parierte durch. Polly atmete auf. Ein Trabschritt war dazwischen Angelique ging keinen klaren Schritt und galoppierte aus dem Trab auf der anderen Hand wieder an. Misslungen, dachte Polly erleichtert und auch ein bisschen schadenfroh. Das hatte sie heute viel besser gemacht. Aber gut zu wissen, dass Kordula auch schon am korrekten einfachen Galoppwechsel arbeitete. Polly würde sich sehr anstrengen müssen,

 

(Fortsetzung folgt….)

 

 

 

 

 

 

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