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Der Traum eines kleinen Mädchens...(183) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uta Ludwig   
Mittwoch, 23. Oktober 2013 um 15:01

Gegenüberstellung auf der Polizei...

 

 

Im Reitstall Hubertus wurden weiter alle Fremden argwöhnisch beäugt. Seitdem Petras Pferd entführt worden war, geriet jeder unbekannter Besucher des Reitstalles in den Blickpunkt. Da es sich um einen öffentlichen Reitstall handelte, der Pony- und Großpferd-Schulstunden anbot, war es nichts unübliches, dass regelmäßig fremde Leute auftauchten. Eigentlich fand Polly das spannend. Immer mal wieder neue Gesichter fand sie interessant. Nur wenige davon blieben längere Zeit, von den Reitschülern blieb nur ein Bruchteil beim Reitsport hängen. Und nur wenige fanden den Weg von den Schulstunden zu einem eigenen Reitpferd.

 

Polly konnte sich ganz genau an ihre erste Pony-Stunde vor cirka sieben Jahren erinnern. Für sie stand bereits damals fest, sie würde nie mehr etwas anderes tun wollen. Sie hatte sich voll dem Reitsport verschrieben. Es machte sie glücklich, mittlerweile mit ihrem eigenen Pferd umzugehen und vor allem auch immer besser reiten zu lernen.

 

Die Entführung eines Pferdes aus dem Reitstall, zu einer Tageszeit, an der sich viele Leute im Stall aufhielten, war ein erschütternder Einschnitt in den harmlosen Alltag des Reitstalles. Selbst die Mafia-Vorkommnisse auf der Anlage konnten das Entsetzen über die Pferde-Entführung nicht toppen. Wenn Polly ehrlich gegen sich selber sein sollte, musste sie sogar zugeben, dass auch ihr das hätte passieren können, was ihrer Kollegin Petra da widerfahren war.

 

Der Umgang mit ermittelnden Polizeibeamten wurde im Reitstall Hubertus schon Routine. Reitstall-Eigentümer Lichtenhügel hatte schon früher immer gesagt, das läge daran, dass Kriminalität immer weiter zunähme. Er selbst war allerdings in den letzten zwei Monaten von keinem mehr gesehen worden. Hinter vorgehaltener Hand tuschelten die Erwachsenen, er sei abgetaucht, weil er selber ganz früher mit der Rennpferde-Mafia zu tun gehabt hätte. Polly fand das krass. Aber mit der Entführung von Petras Pferd hatte er nun wirklich nichts zu schaffen, da waren sich alle einig.

 

In den Zeitungen wurde über den Fall berichtet. In der Zeitung mit den vier großen Buchstaben wurde sogar ein Foto von Petra mit ihrem Pferd auf der ersten Seite gezeigt. Zwei Tage später veröffentlichte das gleiche Blatt ein Phantom-Bild des Mannes mit seiner vermeintlichen Tochter Roswitha, die das Pferd angeblich geklaut hätten.

 

Nur in Pollys Reitstall wusste man natürlich, woher dieses Phantom-Bild stammte. Die Beamten hatten natürlich alle Personen befragt, die zu der angeblichen Zeit im Stall anwesend waren. Dazu gehörte auch Polly. Sie konnte die beiden Verbrecher am genauesten beschreiben.

 

Diese Genauigkeit  machten sich später zwei Reporter zu Nutze, die ihrerseits ebenfalls so eine Zeichnung anfertigten. Polly gab sich alle Mühe. Nur der Zeichner war nicht so gut wie der von der Polizei. Dennoch entsprach die Darstellung der beiden Personen in etwa der Wirklichkeit. Als Polly bei der Anfertigung des Zeitungs-Phantom-Bild half, war ihr allerdings nicht klar gewesen, dass dieses tatsächlich auf der ersten Seite veröffentlicht werden würde. Aber es war so. Die Reporter hatten Pollys genaue Beschreibung mit der von Brigitta kombiniert. Brigitta nämlich konnte die Kleidung der Entführer, wenigstens die des Mädchens, genau beschreiben. Sie hatte einen Blick für Mode. Das erwies sich endlich einmal für nützlich, fand Polly, die sich selber aus Mode nicht allzu viel machte.

 

Von ihren Freunden und vielen Erwachsenen im Stall vernahm Polly, dass sehr viele Menschen sich meldeten, weil sie angeblich das Pferd oder die Entführer gesehen hatten. Auch bei der Polizei waren sehr viele Anrufe und e-Mails eingegangen. Auf der Web-Site des Reitvereins ging eine Mail ein, in der behauptet wurde, jemand hatte Petras Flora mit den beiden Entführern an der Chinesischen Mauer gesehen. Es war nur ein großer Zufall, dass dieser jemand auch gleich ein Foto von denen gemacht hatte. Die Sekretärin des Reitvereins hatte diese Aufnahme mehrmals ausdrucken lassen. Ein Exemplar  hing am Schwarzen Brett. Jeder konnte sehen, dass das unter keinen Umständen Flora mit Roswitha und deren Vater sein konnten. Es handelte sich um eine völlig falsche Fährte. Wie doof konnte man denn sein? Polly sah direkt, dass dieses strubbelige Tier nicht Flora sei. Außerdem handelte sich es bei den beiden Menschen auf dem Foto eindeutig um Asiaten, um wahrlich bei keiner um Roswitha.

 

Die Polizei überprüfte auch sonst alle Eingänge, die zu dieser spektakulären Entführung ankamen. Dabei beklagten sie die vielen Falschmeldungen, die, nur sich wichtig zu tun, von irgend welchen Idioten abgeschickt waren. So auch die von China.

 

Umso erstaunter war Polly allerdings, als gestern die Polizei-Beamten in den Reitstall kamen und mitteilen konnten, es hätte eine Festnahme gegeben. Zwei Personen, die aufgrund von Pollys Beschreibung, erkannt worden sein. Es handelte sich um einen Mann und um ein junges Mädchen. Die Beamten suchten Polly und Brigitta, von denen sie wollten, dass sie auf dem Kommissariat  eine Gegenüberstellung machen sollten. Die Eltern von Polly und Brigitta wurden angerufen und um Zustimmung gebeten. Es sei wichtig, sagten die Beamten.  Im Dienstwagen, einem richtigen Streifenwagen, wurden die beiden Mädchen auf die Wache gefahren.

 

Polly klopfte ihr Herz bis in den Hals vor Aufregung. Ihr war bewusst, dass ihre Aussage von höchster Wichtigkeit war. Sie wusste, dass sie wohl möglich richtigen Verbrechern gegenüberstehen würde. Sie vergewisserte sich ängstlich, dass die gegenüber gestellten Personen sie nicht sehen konnten. Das war ihr natürlich ganz wichtig. Sie kannte das aus dem Fernsehen. Dabei ging es ihr natürlich darum, dass die Entführer nicht erfuhren, dass sie die entsprechende Aussage gemacht haben  würde.

 

Dann war es soweit. Polly war zuerst dran. Sie wurde in einen Raum geführt, der etwas verdunkelt war. Durch eine große Scheibe schaute man in einen beleuchteten Raum, in dem neun Personen standen. Sechs Männer und drei junge Mädchen. Jede hielt eine Tafel vor sich, auf der in der richtigen Reihenfolge die ersten neuen Zahlen standen. Polly wurde aufgefordert, sich alle Personen genau anzusehen und dann zu bestätigen, ob Roswitha und ihr Vater unter den Personen seien. Polly könne sich Zeit lassen.

 

Pollys Herz drohte zu zerspringen. Sie konzentrierte sich. Ganz links fing sie an. Ein Mann. Den hatte sie definitiv noch nie gesehen. Der war kein Entführer. Pollys blick huschte über die ganze Reihe Personen. Ihr fiel ein Stein vom Herzen. Keine der nummerierten Personen hatte sie je gesehen. Nicht im Reitstall Hubertus.

 

Jetzt ließ sie sich tatsächlich Zeit und schaute einen nach dem anderen an. Es war schon frappierend, wie sehr der dritte Mann von links und das zweite Mädchen den Leuten ähnlich sahen, die Polly auf dem Phantom-Bild der Zeitung angegeben hatte. Aber irgendwie waren sie den leibhaftigen Entführern gar nicht ähnlich. Auch nicht so sehr nach dem Phantom-Bild, das der Polizei-Zeichner aufgrund ihrer Beschreibung angefertigt hatte. Kurz: es handelte sich bei keinem der aufgestellten Leute um die Entführer von Flora.

 

Polly atmete auf. Sie sagte: „keiner“.

 

Die Beamten führten sie enttäuscht aus dem Raum und fuhren sie und Brigitta in den Reitstall zurück. Brigitta war beleidigt, dass sie überhaupt nicht mehr gebraucht worden war. Sie war unwichtig gewesen. Jedenfalls für diesen Teil der Ermittlungen.

 

Völlig erleichtert marschierte Polly schnurstracks zu ihrer Beauty. Sie war heilfroh, sich um ihr Pferd kümmern zu können. So eine Verpflichtung auf der Polizeistation brauchte sie nicht mehr. Aber ein Gedanke ließ sie nicht mehr los: Was wäre geschehen, wenn sie den einen Mann und eines der Mädchen als die gesuchten Verbrecher genannt hätte?

 

Je größer der Zeitraum wurde, der zwischen der Gegenüberstellung und dem Jetzt erwuchs, desto größer stieg der Zweifel bei Poly, ob es sich vielleicht doch um die gesuchten Personen gehandelt hatte. Aber nein, sie war sich dann wieder sicher, dass niemand darunter war. Diese Roswitha hätte sie ganz bestimmt erkannt, wenn sie es gewesen wäre. Hoffentlich würden die Entführer bald gefasst, hoffte sie.

 

(Fortsetzung folgt…)

 

 

 

 

 

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