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Der Traum eines kleinen Mädchens...(186) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uta Ludwig   
Mittwoch, 27. November 2013 um 16:12

Beauty im Mitteltrab - und keiner sah es...

 

Das neue Außenviereck war fast fertig. Es fehlten lediglich noch die Pflanzen, die eine Hecke drum herum bilden sollten. Außerdem gab es noch keine Buchstaben, keine Zirkelpunkte, nach denen man sich richten konnte. Das war Polly aber ganz egal. Sie wusste, an welchen Stellen sich die Punkte in der Reitbahn befanden. Ganz so wichtig waren sie zum Trainieren von Lektionen auch gar nicht, fand sie. Hauptsache, das große neue Viereck war bereitbar. Offiziell sollte es erst zu Ostern des nächsten Jahres eingeweiht werden. Aber man durfte es jetzt schon benutzen. Tat aber sonst keiner, weil das Wetter zu ungemütlich war. Mittlerweile traten die Temperaturen nur noch im einstelligen Bereich auf.

 

Das neue Viereck war riesengroß im Verhältnis zu der Reitbahn in der Halle. Dort betrugen die Maße exakt vierzig mal zwanzig Meter. Draußen sollte ein Viereck von sechzig mal zwanzig Meter entstehen, damit dort Prüfungen mit internationalem Standrad abgehalten werden konnten.  Weil aber die Hecke drum herum noch nicht existierte, standen mehr als achtzig mal vierzig Meter zur Verfügung. Diesen großen Platz nutzte Polly aus.

 

Aber das Wetter spielte nicht so richtig mit. Immer wieder gab es einen hässlichen Nieselregen. Die Feuchtigkeit stach wie tausend kleine Stecknadeln in Pollys Gesicht. Ihre Hände schützte sie mit geschlossenen Handschuhen. An den Nüster-Haaren ihrer Beauty glitzerten tausend kleinste Tröpfchen. Allerdings hatte das schlechte Wetter den Vorteil für Polly, dass sie den gesamten neuen Reitplatz für sich alleine hatte. Die anderen knubbelten sich in der Halle. Sollten die doch… Ein bisschen Feuchtigkeit hielt einen richtigen Sportler doch nicht ab zu trainieren. Polly wollte ein richtiger Sportler sein.

 

Für Polly war das ungestörte Reiten, alleine auf dem Platz, wichtig, weil sie Lektionen ausprobieren wollte, die eigentlich für sie und Beauty viel zu schwer waren.  Bei ihren Vorbildern aus dem Verein hatte sie diese Lektionen gesehen und wollte sie nun nachreiten. Das musste doch gehen.

 

Am Sonntag hatte sie beobachtet, wie Gudrun und Aggi mit ihren Turnierpferden Pirouetten im Galopp ritten. Polly wusste schon, dass diese Lektion sogar für Gudrun und Aggi eine Herausforderung war. Selbst für die Turnierreiterinnen war eine Galopp-Pirouette zu hoch gegriffen. Aber es schien denen auch Spaß zu machen, Lektionen zu üben, die in ihrer Klasse noch gar nicht gefragt waren. Polly konnte die Versuchung nur allzu gut verstehen. Machte sie es doch ebenso in ihrer Klasse.  Zuschauer konnte sie allerdings dabei überhaupt nicht gebrauchen. Sie wollte sich doch nicht lächerlich machen. Und schon gar nicht wollte sie, dass Brigitta sie dabei beobachtete. Deren Häme war voraussehbar.

 

Dabei hatte Polly sich genau überlegt, wie sie sich der Lektion nähern wollte. Sie fing an, Galopp-Volten zu reiten. Zuerst links herum, dann rechts. Es war wichtig, dass Beauty auf beiden Händen gleich durchlässig war.  Polly fing an, die Volten immer kleiner zu reiten. Allerdings war das ganz schön schwierig. Beauty musste dazu richtig versammelt galoppieren. Das fiel dem Tinker sehr schwer. Die Volten gerieten reichlich groß. Immer wieder versuchte Polly, den äußeren Zügel streng anstehen zu lassen, also festzuhalten. Damit verhinderte sie, dass ihr Pferd zu ausholend nach vorne galoppierte. Mit dem inneren Zügel gab sie Stellung, gleichzeitig setzte sie die Schenkel so ein, dass Beauty sich um den inneren Schenkel biegen musste. Aber Beautys Galoppsprung war so kraftvoll nach vorne, dass es Polly kaum möglich war, sie so zu versammeln, dass das Pferd sich auch nur annähernd um sich selbst drehte. Polly wusste schon, dass die Hinterhufe mit jedem Galoppsprung einen kleinen Halbkreis bilden sollten. So ganz gelang es ihr nicht. Die Galopp-Volte wurde zwar deutlich kleiner als sonst, aber von einer Pirouette war sie noch Lichtjahre entfernt.

 

Immer wieder wechselte Polly die Hand. Aber auch auf der anderen Hand gelang ihr allenfalls eine Mini-Volte im Galopp. Polly war schon zufrieden, dass ihre Beauty nicht ausfiel, dass sie sie im Galopp halten konnte.

 

Polly war nicht zufrieden. So schwer hatte sie sich das Reiten einer Galopp-Pirouette nicht vorgestellt. Sie war davon ausgegangen, dass, wenn sie an diesem Tag nur diese eine Lektion üben würde, sie ein einigermaßen ordentliches Ergebnis erreichen könnte. Sie hatte falsch gedacht. Über eine kleine Volte kam sie nicht hinaus. Es war enttäuschend.

 

Sie fing noch mal von vorne an. Im Schritt. Sie ritt ein „Kurzkehrt“. Dabei sollten die Hinterhufe auch Schritt für Schritt abfußen. Ein kleiner Halbkreis sollte sich im Boden abbilden. Die Hilfe am äußeren Zügel, Paraden verhinderten, dass das Pferd zu weit nach vorne trat. Die Schenkelhilfen der Reiterin trieben das Pferd seitwärts. Der innere Zügel verhalf dem Pferd zur richtigen Stellung. Polly kontrollierte das, indem sie sicherstellte, den Rand der inneren Nüster und das entsprechende Auge ihres Pferdes von oben sehen zu können. Im Schritt klappte es ganz gut, fand sie. Es konnte doch nicht so schwer sein, das gleiche Ergebnis im Galopp zu erzielen.

 

War es aber. Immer wieder galoppierte sie an. Links herum, rechts herum. Es kamen aber nicht mehr als kleine Volten heraus. Immer wieder machte Beauty einen zu großen Galoppsprung nach vorne. Damit war das „Seitwärts“ nicht erfolgt. Keine korrekte Pirouette mehr möglich.

 

Polly gab für diesen Tag das Training auf. Sie entschloss sich, nach so viel Versammlung nun Verstärkungen zu reiten. Wie ein Wunder zog Beauty an der nächsten langen Seit im Trab an, als sei sie froh, endlich mal wieder laufen zu dürfen.  Polly fühlte sich wie beim Start eines Flugzeuges nach vorne katapultiert. Ein herrliches Gefühl. Beauty schwebte die lange Seite im Mitteltrab davon. Und – oh Wunder! – vor der Ecke ließ sie sich mühelos wieder versammeln. Total gesetzt trabte sie durch die Ecke. Das musste Polly noch einmal versuchen. Nach der kurzen Seite gab sie eine kleine Parade und ließ Beauty gehen. Die Zügel ließ sie leicht anstehen und Beauty in die Zügel laufen. Fantastisch, wie die Stute anzog. Sie nahm ihre Reiterin geschmeidig mit. Und – wieder ließ sie sich vor der kurzen Seite ganz easy einfangen und versammeln. Ein herrliches Gefühl! So eine geschmeidige Durchlässigkeit hatte Polly noch selten bei ihrer Stute gefühlt. Es musste wie von ganz alleine durch konzentrierte Reiten in der Galoppversammlung erzielt worden sein.

 

Für einen Tinker erreichte Beauty einen ganz beachtlichen Mitteltrab, der so geschmeidig daher kam, wie es bisher kaum möglich gewesen war. Nur, dass es diesmal keiner gesehen hatte. Das war der Nachteil, wenn man einen Platz ganz für sich alleine hatte. Wenn dann einmal etwas besonders gut gelang, sieht es keiner. Es nutzte Pollys Ansehen nichts, wenn sie nur behauptete, ihre Beauty hätte einen richtigen Mitteltrab gezeigt – aber keiner hat es gesehen.

Immerhin – es hatte auch keiner gemerkt, dass ihre Galopp-Pirouetten allenfalls kleine Volten waren. Keiner hatte mitbekommen, dass sie erfolglos nach den Sternen gegriffen hatte.

 

Aber, eines Tages würde ihre Tinker-Stute Beauty richtige Pirouetten im Galopp können. Eines Tages … und hoffentlich würde das geschehen, bevor Solana von Brigitta das hinkriegen würde.

 

(Fortsetzung folgt…)

 

 

 

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