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Der Traum eines kleinen Mädchens...(190) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uta Ludwig   
Mittwoch, 05. März 2014 um 15:22

Polly wird zum Weichei...

Polly hatte ein konkretes Ziel vor Augen. Sie wollte eine große Dressurreiterin werden. Dabei sah sie ihre Idole vor ihrem inneren Auge, die ihr allein durch ihren Erfolg dabei halfen, die manchmal sich ergebenden Schwierigkeiten zu überwinden.

 

Wann immer ein Reitturnier im Fernsehen  übertragen wurde, saß sie davor und bewunderte die Ritte von Isabell Werth, Helen Langenhanenberg und Dorothee Schneider. Von der Bundestrainerin Monica Theodorescu wusste sie, dass diese aus einer sehr erfahrenen Pferde-Familie stammt. Monicas Eltern, George und Inge Theodorescu, hatten selbst ihr ganzes Leben mit Pferden verbracht. Polly kannte sogar die Namen von Dressurreitern, die schon längst verstorben waren. Josef Neckermann, Dr. Reiner Klimke und bei den Springreitern hatte sie Fotos in einem Buch gesehen von Fritz Thiedemann und Gerd  Wiltfang.

 

Allerdings sah man viel zu wenig Reitsport im Fernsehen. Dabei liebten Polly und ihre Freunde aus dem Reitstall Hubertus auch den Springsport. Sie kannten alle die großen Namen wie Ludger Beerbaum, Christian Ahlmann, Daniel Deußer, Marcus Ehning und deren ausländische Kollegen. Aber die blöden Fernsehanstalten sendeten ja immer nur Fußball, ständig Fußball bis zum Erbrechen. So jedenfalls schien es Polly.

 

Als Polly noch klein war, spielte sie mit ihren Freunden im Reitstall Turnier-Reiten. Dazu bauten sie die Stangen auf dem Springplatz so niedrig auf, dass sie darüber springen konnte. Sie imitierten dabei die Galoppsprünge ihrer Ponys. Aber das war lange her.

 

Schwierigkeiten konnten in allen Bereichen ihres jungen Lebens auftauchen. Polly verlor ihr angestrebtes Ziel jedoch nie aus den Augen. Der Reitsport blieb das Wichtigste in ihrem Leben. Manchmal  war sie dennoch sehr verunsichert. Meistens dann, wenn sie in der Schule mit ihren Klassenkameradinnen zusammen war. Leider musste sie mehr Zeit in der Schule verbringen als für das Reiten.

 

In ihrer Klasse war sie die einzige, die ritt und auch noch echte sportliche Ziele hatte. Wenn sie mal bei den anderen nachbohrte, kam heraus, dass nicht einmal die einfachsten Hufschlagfiguren bekannt waren, Polly verzichtete darauf, weiter von ihrem Sport zu reden. Sie blieb unverstanden und fühlte sich isoliert.

 

Von einem Klassenkameraden wusste sie, dass er im Hockey- und Tennisclub war. Er gehörte zu den coolen Typen. Polly mochte ihn. Sein Name war Jochen. Polly mochte ihn sogar sehr. Aber auch der sprach nicht viel von seinem Tennisspielen. Jochen führte in seinem Club wahrscheinlich genauso ein Parallel-Leben wie sie selber in ihrem Reitverein. Ein anderer Junge spielte Golf. Das kam aber auch eher zufällig heraus und war in der Klasse kein großes Thema. Golfen wurde von den anderen Klassenkameraden sowieso als Alte-Leute-Sport veräppelt.

 

Seit einiger Zeit tauchte ein neues Phänomen in Pollys Klasse auf, das für sie irgendwie unangenehm war. Einen Style zu haben, wurde wichtig.  Es gab zwei Mädchen, die zwar nicht zu der schulischen Elite der Klasse gehörten, die aber die modischsten Klamotten trugen. Die beiden taten sich durch die angesagtesten Styles hervor. Sogar ihr Haar-Styling orientierte sich an den prominentesten It-Girls aus dem Fernsehen. Besonders an Paris Hilton und Kim Kadashian. Tussies, von denen Polly überhaupt nichts hielt. Die redeten nur vom Sporttreiben, dabei waren sie in keinem Wettkampf zu finden. Es ging immer nur um Attraktivität und Schönheit.

 

Polly konnte überhaupt nicht verstehen, was die anderen an diesen Mode-Tussies fanden. Die brachten doch keine Leistung. Die wussten doch nichts zu erzählen. Die erlebten doch nichts in ihrem Leben außerhalb der Schule. Shoppen konnte man doch nicht ernsthaft als ein Erlebnis bezeichnen. Für Polly völlig unverständlich.

 

Umso erstaunlicher war es, dass sogar die guten Typen aus der Klasse sich an diesen Tussies aufhielten. Was hatten die nur miteinander zu reden? Die lachten sogar interessiert und sehr albern mit diesen hohlen Girls, die es schafften, Jungs noch an Albernheit zu übertreffen. Affektiert, das Ganze, fand Polly.

 

Obwohl die Ladies nichts von Sport, also wirklich überhaupt nichts von Sport, verstanden, erhielten sie die Aufmerksamkeit der Jungs. Die wiederum schienen von Pollys tollen Erlebnissen im Reitstall völlig unbeeindruckt. Sogar dass Polly nun seit einiger Zeit ein eigenes richtiges Dressurpferd besaß und vielleicht eines Tages an den Olympischen Spielen teilnehmen würde, konnte kein Interesse bei den Jungs erwecken.

 

Neulich kam Polly dazu, wie ein paar Mitschüler zusammen auf der Treppe saßen. Die beiden Tussies in der Mitte, Sie hatten es sogar fertiggebracht, in dieser Mittagspause nach Hause zu laufen und ihre Haare zu waschen und sogar zu föhnen. Nicht nur das, sondern sie trugen andere Kleider als am Vormittag.

 

Gerade streckten sie ihre Hände aus und zeigten ihr Finger den Mitschülern, welche bewundernd darauf schauten. Die Jungs wussten allerdings nur alberne Witzchen dazu zu machen. Was war nur so toll an deren Händen? Polly kam näher. Sie musste zugeben, dass die Tussies sehr gepflegte Hände mit den neuesten Gel-Styling hatten. Aber war das so wichtig?

 

Polly schaute auf ihre eigenen Hände. Scheußlich! Sie musste zugeben, dass ihre Finger grauselig aussahen. Die Nägel eingerissen. Bei allen Fingern war die Nagelhaut blutig und wund. In den Ritzen waren dunkle Stellen. Polly wurde klar, dass der damit verbundene Schmerz, und der war nicht gering, für sie schon so sehr zum Alltag gehörte. Es fiel ihr gar nicht mehr auf. Sie wusste woher das kam. Sie kaute nicht an den Nägeln. Damit hatte es überhaupt nichts zu tun.

 

Die geschundenen Hände hatten ihre Ursache beim Reiten. Besonders in der letzten Zeit, seitdem Polly das temperamentvolle junge Pferd ritt, verletzte sie sich die Hände immer heftiger. Sie trug beim Reiten keine Handschuhe.

 

Weil man die Hände immer tief hielt, wurden sie durch die Bewegungen des Pferdes immer mal wieder gegen den Sattel geschlagen. Dazu kam, dass Polly beide Zügel, die ziemlich hart waren, fest halten musste. Das war ganz schön anstrengend. Dabei musste sie die Fäuste fest zudrücken. Die Knöchel der Finger und die Fingerspitzen schlugen gegen das harte Leder des Sattels. Dabei riss die feine Haut des Nagelbettes sofort ein und blutete oft. Während des Reitens verspürte Polly keinen Schmerz. Aber abends, in der Badewanne, brannte alles arg. Tagsüber, zum Beispiel in den besonders langweiligen Unterrichtsstunden, spielte sie dann an den kleinen Wunden herum und machte sie dadurch nur noch schlimmer. Die eingerissenen Stellen taten richtig weh.

 

Noch am gleichen Tag sprach sie die Tochter des alten Reitlehrers an. Aggi wusste immer einen Rat. Außerdem konnte Polly sicher sein, dass Aggi sie nicht auslachen würde. Als Polly der älteren Reitkollegin ihre Hände zeigt, konnte diese ihren Schrecken darüber nicht verbergen. „Das ist ja furchtbar. So kann eine junge Dame doch nicht herumlaufen. Wenn das jemand sieht, der ekelt sich ja“, sagte sie voll Entsetzen.

 

 

Polly steckte in der Zwickmühle. Bisher war sie davon ausgegangen, dass eine schicke Reithose und ein dazu passendes Oberteil ausreichten, um sie als schön gelten zu lassen. Aggi hatte ihr erklärt, dass schöne Kleidung bei einer attraktiven jungen Dame nicht ausreiche. Auch der Körper müsse entsprechend gepflegt sein, besonders die Hände. Ab sofort sollte Polly nur noch mit Handschuhen reiten. Und die Hände regelmäßig eincremen. Eigentlich sollte sie dazu übergehen, die gesamte Pferdepflege nur noch mit Handschuhen zu erledigen. Puh! Das bedeutete aber eine Umstellung für sie.

 

Der gute Rat von Aggi blieb im Kopf hängen. Sie wollte sich in jedem Fall danach richten. Das Leben spielte für sie auf verschiedenen Ebenen ab. Dazu gehörten eben auch der Umgang mit den  Nicht-Reitern. Jetzt erst bemerkte sie, dass auch die anderen Mädchen im Reitstall meistens ihre Hände schützten, Bisher hatte Polly sie alle für Weicheier gehalten. Nun wusste sie es besser. Sie gehörte ab sofort zu den „verweichlichten“ Handschuhträgern…

 

(Fortsetzung folgt…)

 

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