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Maria Günther – ein Leben mit dem Sport und Pferden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Montag, 27. Januar 2020 um 15:16

Hamburg. Am kommenden Donnerstag – 30.01.2020 - wird die Grande Dame der Dressur Maria Günther 95 Jahre alt. Mit einer Zehnerkarte hatte 1932 die Liebe zum Pferd begonnen…

 

Als der Springsport noch hauptsächlich vom männlichen Geschlecht und überwiegend von Uniformierten dominiert wurde, war sie schon eine, und was für eine – Maria Günther, die damals noch Bühling hieß. Geboren am 30. Januar 1925  in Zwickau/ Sachsen, wurde ihr zum siebten Geburtstag eine Zehnerkarte für Reitunterricht geschenkt. Von da an gehörte ihre große Leidenschaft, ihr Leben dem Pferd und dem Sport. Nach dem Abitur 1943 wurde sie als Kriegshelferin zur Wehrmacht eingezogen, sie bewarb sich um einen Posten als Bereiterin, so kam sie nach Pommern. Wie andere junge Reiterinnen, darunter zum Beispiel Inge Theodorescu, hatte sie junge Pferde in kurzer Zeit anzureiten und sie auch so auszubilden, dass sie auch als Fahrpferde angespannt wreden konnten.

Die Pferde für die Truppe mussten vor allem geländesicher sein, sie durften nicht scheuen, hatten keine Angst zu haben vor Wäldern, Gräben, Wällen oder sonstigen Hindernissen. Maria Bühling ließ es mit den Remonten richtig krachen, kein Hang war ihr zu steil, keine Nacht zu dunkel, um nicht mit den jungen Tieren zu trainieren. Und nachts wurde meist trainiert, weil die Dunkelheit gleichzeitig Schutz vor den feindlichen Tieffliegern gewährte. Es war ja Krieg. Meist nach drei Monaten schon wurden die Pferde an die Front transportiert, wo die Soldaten der berittenen Einheiten schon warteten. Sie und andere junge Frauen standen dann weinend am Güterbahnhof, wenn „ihre“ Pferde verladen und abgeholt wurden…

Nach Kriegsende 1945 zog es Maria Bühling nach Westen in das westfälische Menden. Dort verdingte sie sich bei den englischen Royal Horse Guards – Teil der britischen Besatzungsmacht - als Pferdepflegerin, Pferdetrainerin und Dolmetscherin, 1947 ritt sie schon in Aachen, wenn auch unter britischer Flagge. Dort war im September 1946 nach siebenjähriger Pause ein Jahr nach Kriegsende wieder zaghaft ein Turnier aufgezogen worden, zwölf Monate später wehten über der Soers bereits – neben der deutschen Fahne - wieder die Flaggen von Belgien, Großbritanniens, Polens, der Niederlande und den USA.

Bei den Royal Horse Guards lernte sie auch ihren späteren Mann kennen, Walter Günther, der bei den Briten als Reitlehrer arbeitete. Günther wurde selten mit dem Vornamen Walter gerufen, schon als Kind nannte und kannte man ihn nur als „Bubi“ Günther. Auch er ein ganz Großer der Reiterei, Schüler wie auch Willi Schultheis, Fritz Thiedemann oder Herbert Rehbein des für immer in der Reiterei unvergessenen Otto Lörke, der die für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin die später mehrmals nachempfundene Olympia-Quadrille erfand.

Gemeinsam mit ihrem Mann eröffnete Maria Günther bald darauf den Ausbildungsstall „Greif“ in Hamburg, wo das Paar überwiegend Pferde im Springen bis zur schweren Klasse förderte, aber auch mindestens ein Grand Prix-Pferd der Dressur im Jahr heraus brachte. 1963 ging das Ehepaar in die Reitsportgeschichte ein, als beide am gleichen Tag im alten Berliner Reit-Olympiastadion jeweils den deutschen Titel gewannen, er in der Dressur auf Adjutant, sie im Springen auf Sambesi. Und das auch alles noch in der gleichen Stunde. Bisher einmalig in der Welt des Sports.

Nach dem Tod ihres Mannes 1974 ritt sie mit seinem zuletzt ausgebildeten Dressurpferd MacBeth noch zu vielen Erfolgen in Grand Prix-Prüfungen. 1975 beendete sie ihre aktive Turnierkarriere, schlug die Richterlaufbahn in der Dressur ein und kam als Jurorin des höchsten Levels bei vielen Championaten und großen Prüfungen zum verdienten Einsatz. Auch als Ausbilderin vieler Reiter machte sie sich einen Namen, bis heute können alle nur von ihr lernen.

In einem Interview mit dem Magazin der „Persönlichen Mitglieder“ sagte sie mal über die Kommerzialisierung des Reitsports: „Die Preisgelder in den großen Prüfungen haben horrende Summen erreicht, besonders im Springsport. Die Reiter fliegen mit ihren Pferden in der ganzen Welt hin und her. Sie pendeln an einem Wochenende zwischen zwei Turnieren. Früher war es eine große Ehre, bei Championaten reiten zu dürfen. Es wäre undenkbar gewesen, erst gar nicht zu einer Deutschen Meisterschaft anzutreten, weil zeitgleich ein anderes, hoch dotiertes Turnier stattfand. Natürlich ging es zu meiner Zeit nicht um die Gewinnsummen, von denen wir heute sprechen. Ich weiß, dass die Reiter auch sehen müssen, dass sie Geld verdienen. Aber im Leben hätten wir nicht daran gedacht, eine Weltmeisterschaft früher zu verlassen, weil die Chancen auf einen Sieg nicht die besten waren.“

 

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