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Reiner Klimke bleibt eben unvergessen... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Dienstag, 03. März 2020 um 20:42

Reiner Klimke - nun posthum auch Mitglied der Zunft "Münsterländer Originale"

(Foto: privat)

Münster. Zeit seines Lebens war er mit Ehren und Orden überhäuft worden. Nun wurde Dr. Reiner Klimke posthum nochmals etwas ganz Besonderes zuteil. Er gehört jetzt auch zu den Münsterländer Originalen, dafür wurde eigens ein Ehrenzeichen geprägt – das alles mehr als 20 Jahre nach seinem Tod.

 

„Heute ein König – Morgen ein Bettler“, in seiner ganz besonderen kurzen Art sagte es mal der dreimalige Springreiter-Europameister Paul Schockemöhle. In Zeiten der Dichte von Nachrichten gilt nur noch die Meldung der Jetztzeit, Minuten später ist alles schon überholt. Und dennoch sollten alle jene nie vergessen werden, die Großes im Sport und parallel im Beruf erreichten. Zu ihnen gehört Dr. Reiner Klimke, Mitglied der "Ruhmeshalle des deutschen Sports" und Münsters Ehrenbürger, allein das schon heißt mehr als viel.

Neunmal deutscher Meister, elfmal in Europa Bester, sechsmal Weltmeister und sechsmal Olympiasieger in der Dressur, und in Goodwood gewann er 1980 beim Ersatz-Olympia für Moskau, wohin fast alle großen westlichen Reiternationen nicht fuhren, ebenfalls Team-Gold, dazu wurde er deutscher und Europameister in der Military mit viel höheren Anforderungen als heute in der Vielseitigkeit, mehr geht nicht - Dr. Reiner Klimke war nicht nur der erfolgreichste Reiter aller Zeiten des letzten Jahrhunderts, auch Deutschlands erfolgreichster Sportler insgesamt.

Der Sohn eines Professors hatte keine Vorbilder, er genügte sich selbst. Er war einer, er musste keiner werden. Und er strotzte auch von Selbstbewusstsein. Während des Berliner Turniers im November 1983 sagte er in der Deutschlandhalle: „In Los Angeles im nächsten Jahr hole ich auf Ahlerich die Goldmedaille in der Einzelwertung.“ Er behielt Recht. Er sagte auch ganz einfache Sätze, die heute in jede Reitstunde gehörten wie ein Bibelspruch: „Man muss von Dressur nicht viel verstehen, nur soviel: Was schön ist, ist auch gut.“

Entdeckt hat ihn wie die Weltgrößen des Pferdesports, zum Beipsiel Hans Günter Winkler, Alwin Schockemöhle oder Hermann Schridde, der große Hippologe Dr. Gustav Rau. Rau holte den damals 16-jährigen Gymnasiasten nach Warendorf zum Deutschen Olympiadekomitee für Reiterei, in den Mittelpunkt des Reitens. Klimke war eben begnadet, sonst hätte ihn Rau nicht erwählt. Nach Warendorf fuhr er täglich nach der Schule von Münster, nicht mit Eisenbahn oder Bus, ganz einfach mit dem Fahrrad. Für die Olympischen Spiele 1956 qualifizierte er sich in der Dressur, weil man ihn nicht nominierte, zog er den Frack aus und setzte den Militaryhelm auf, den er nach der geradezu mörderischen olympischen Konkurrenz 1960 in Rom mit acht toten Pferden im Cross wieder weglegte, er kehrte zurück zur Dressur.

Der Rechtsanwalt und Notar schrieb Bücher, drehte Lehrfilme, ritt und gewann als erster Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg im Ausland bei einem Turnier -  im Schweizerischen Thun 1955 - eine schwere Dressurkonkurrenz. Das Pferd hieß Aar, auf dem Wallach hatte zwei Jahre davor Fritz Thiedemann zum Abschluss des CHIO von Deutschland den Großen Preis von Aachen für sich entschieden.

Für die CDU zog er 1990 in den Landtag von Nordrhein-Westfalen ein, als erster Olympiasieger. Er sagte damals auf der Wahlkampftour in Ostwestfalen  zum Beispiel, sportliche Prunkbauten zu errichten, sei falsch, man solle lieber die vorhandenen Sportstätten auf dem neuesten Stand halten, er wetterte gegen Urteile von Verwaltungsgerichten,  Sport auf Sportplätzen zu untersagen,  weil Kinder zu laut seien, er verlangte damals schon, arbeitslose Sportlehrer sollten in die Vereine als Übungsleiter geschickt werden, das wäre besser als Arbeitslosengeld für Nichtstun zu zahlen. Und er behauptete, der Sinn des Sports bestehe nicht darin, Olympiasieger zu züchten, sondern die Freizeit überlegt zu gestalten. Oder er sagte: „Wer nach oben will, muss mehr leisten.“

Der große Reiner Klimke starb am 17. August 1999 an den Folgen eines Herzinfarkts. Seinen Traum, eines seiner Kinder bei Olympia am Start zu haben, hat er nicht mehr erlebt, nämlich Tochter Ingrid sogar als Goldmedaillen-Gewinnerin in der  Vielseitigkeit

 

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