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Kevin Bacon - eines der letzten Originale im Springreiten gestorben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Donnerstag, 12. März 2020 um 20:12

Brighton/ Großbritannien. Im Alter von 88 Jahren starb in seiner Wahlheimat Großbritannien der australische Springreiter Kevin Ashley Bacon, ein Publikumsliebling vieler Jahre auf allen Turnierplätzen der Welt. Er war eines der letzten liebenswerten Originale des Turniersports.

 

Er benahm sich jahrelang wie eine alternde Filmdiva, die ihr Alter partout nicht nennen will. Er sagte auf derlei Fragen entweder, „50“, oder „ein Jahr älter als mein Pferd“. Sein langjähriger Freund Peter Weinberg kam dahinter, er stibitzte ihm den Führerschein, auf dem eingetragen stand: Geboren am 20. März 1932. Nun ist Kevin Ashley Bacon, genannt KAB, in seiner englischen Wahlheimat gestorben. Der Australier mit dem Wettergesicht und nie ohne Cowboyhut auf dem Kopf zigeunerte als Springreiter durch die Welt. Und das Publikum liebte ihn, weil er auch noch einen eigenen Springstil hatte, wenn er selbst einen Meter über dem Sattel über die Hindernisse flog.

400 km nördlich von Sydney war er daheim, der nächste Nachbar wohnte eine Stunde weg. Den Beruf eines Viehzüchters erlernte er, Reiten mehr aus Langeweile nebenbei. Peter Weinberg (Herzogenrath), inzwischen Belgiens  Erfolgstrainer,  durfte ihn als einziger der Springreiter-Zunft jemals zuhause besuchen. Er sagte damals über ihn: „Er kann keinem sagen, wie man reitet, aber er macht alles intuitiv richtig. Er besitzt Gefühl für das Reiten und Gefühl für das Pferd. Er betrachtet die Pferde nicht als Sportgerät, sondern als Freunde, und sie geben ihm das alles auch zurück, indem sie im Parcours für ihn kämpfen.“

1964 ritt er erstmals bei Olympia in Tokio, dann 1968 in Mexiko City, 1976 in Montreal und 1980 beim Ersatz-Olympia in Rotterdam. Olympia in München ließ er bewusst aus, er hätte nämlich mit dem Verband eine Vereinbarung unterschreiben sollen, sein Lieblingspferd Chichester nach den Spielen zu verkaufen. 180.000 DM hätte er erhalten, damit wären die Reisekosten der  australischen Reiter und Entourage finanziert gewesen. Bacon lehnte ab, wurde für Olympia gestrichen, sagte aber später: „es war die beste Entscheidung meines sportlichen Lebens“.

Mit Chichester trat Bacon auch auf Shows auf. Der Wallach legte sich beispielsweise wie in Aachen zu ihm auf der damaligen Cafewiese neben den  Tisch wie ein Hund, oder er hörte auch auf Pfiff und apportierte den „zufällig“ liegen gelassenen Hut seines  Reiters.

Nach den Olympischen Spielen 1976 in Montreal tingelte Kevin Bacon mit einem alten Pferdetransporter weiter gen Westen Kanadas und stieß dabei mehr durch Zufall vor den Toren Calgarys auf ein internationales Turnier und fragte, ob er auch starten dürfe. Er gewann den Großen Preis des damals international recht unbekannten Spruce Meadows vor Weltmeister Hartwig Steenken, der danach schwärmte: „So einen Springreiter habe ich noch nie gesehen.“ Ende des Jahres siedelte Kevin Bacon nach Europa um und bezog Quartier in der Nähe des englischen Seebades Brighton.

Das normale Leben hatte Kervin Ashley Bacon wahrlich nicht umgarnt. Zwei der vier Töchter wurden taubstumm geboren, doch er war dennoch nie unzufrieden. Vom Reitsport konnte man in jener Zeit noch nicht leben, die Prämien waren eher spärlich außerhalb von Spruce Meadows. Bacon verdiente damals sein Geld als Raspler von Pferdezähnen, bei Paul Schockemöhle, Exweltmeister Norbert Koof oder im Gestüt Zangersheide von Leon Melchior. Pro Pferd nahm er 30 Mark, um möglichst rasch arbeiten zu können, erfand er eine spezielle Zahnschleifmaschine.

Seinen Umgang mit Pferden erklärte er mal so: „Ich versuche zunächst zu verstehen, wie ein Pferd denkt – dann erst kann auch ich ihm etwas sagen…“

 

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