Sie befinden sich hier: Home Porträts Nachruf auf den koreanischen Samsung-Herrscher Lee

Wer ist Online

Wir haben 866 Gäste online

Suche

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeigenschaltung

Google Translate

German Chinese (Simplified) Chinese (Traditional) Czech Danish Dutch English French Galician Greek Hungarian Italian Japanese Norwegian Polish Portuguese Romanian Russian Spanish Swedish Turkish Ukrainian

Zugriffe seit 16.09.2009

Anmeldung



Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Fotoanfragen über KHFrieler@aol.com

Anzeige

Banner

Anzeige

Banner
Anzeige



Nachruf auf den koreanischen Samsung-Herrscher Lee PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Max E.Ammann/ DL   
Donnerstag, 05. November 2020 um 18:05

 

Ittigen/ Schweiz. Vor einigen Tagen starb in Seoul der mächtige Samsung-Herrscher Lee Jae-yong. Er war auch ein großer Förderer des Pferdesports in allen drei olympischen Disziplinen und des Weltverbandes. Der Schweizer Journalist Max E. Ammann beschreibt in der PferdeWoche Auszüge aus dessen Leben.

 

Im März 2017 schrieb Max Amman, der frühere Direktor des Springreiter-Weltcups, aus Anlass der Absetzung der koreanischen Staatspräsidentin Park Geun-hye für die «PferdeWoche» über einen gewaltigen Korruptionsskandal, in der auch Führungskräfte von Samsung verwi­ckelt waren, nicht zuletzt der damalige De-facto-Herrscher des koreanischen Multis, Lee Jae-yong. Dieser ist der Sohn des legendären «Chairman Lee», der aus einem bescheidenen Lebensmittelgeschäft die größte Firma Koreas aufgebaut hatte – mit 300 000 Mitarbeitern.

Förderer des Pferdesports

Chairman Lee war auch einer der größten Förderer des Pferdesports in Korea. Auf internationaler Ebene als Sponsor des Weltverbandes (FEI) mit jährlichen zweistelligen Millionenbeträgen, national, in dem er ab Mitte der 80er-Jahre praktisch im Alleingang koreanische Equipen in den drei olympischen Disziplinen aufbaute. Chairman Lee, der mit einem Vermögen von über 20 Milliarden Dollar als reichster Koreaner galt, starb am 25. Oktober, 78-jährig. Lee Kun-hee, als Chairman Lee bekannt, war der drittälteste Sohn von Lee Byung-chull, der 1938 Samsung als Lebensmittelgeschäft gegründet hatte. Nach Jahrzehnten von Auf und Ab - auch in Zusammenhang mit dem Koreakrieg Anfang der 50er-Jahre – gehörte Samsung danach zu den sogenannten «Jaebeol» (Chaebol), die Südkorea zur Wirtschaftsmacht machten. Jaebeols (von Jae = Reich, beol = Klan/Sippe) sind Familienunternehmen, die in Korea als Mischkonzerne zu Riesenunternehmen wurden. Neben Samsung sind es vor allem Hyundai, Daewoo und Lucky Goldstar (LG). Mit einem Jahresumsatz von 180 Milliarden Euro ist Samsung der mächtigste Jaebeol. Die Basis von Samsung sind Unterhaltungselektronik, Telekommunikation, Haushaltsgeräte. Aber, wie ein Gast von Samsung bei einem Besuch in Korea erleben kann, ist Samsung allgegenwärtig. Der Helikopter, der den Gast fliegt, wurde von Samsung gebaut, er schläft im Samsung-eigenen Hotel und der größte Vergnügungspark Koreas, vergleichbar mit Disney World oder dem Europapark in Rust bei Freiburg (GER), wird von Samsung betrieben. Die Kunstsammlungen von Samsung und der verzweigten Lee-Familie werden natürlich in Samsung-Museen gezeigt.

Skandale und Strafen

Aber die «Samsung Weste» ist nicht ganz weiß. 2005 wurde die Firma beschuldigt, 300 Personen – Politiker, Journalisten, Steuerbeamte etc. – bestochen zu haben. 2009 verurteilte ein Gericht Lee wegen Korruption zu drei Jahren Gefängnis auf Bewährung und 62 Millionen US-Dollar Strafe, dazu hatte er 130 Millionen an Steuern nachzuzahlen. Sein Sohn und Nachfolger in der Führung des Jaebeols, Lee Jae-yong, wurde nach dem eingangs erwähnten politischen Skandal von 2017 in zweiter Instanz zu zweieinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Seit September 2020 ist eine neue Anklage gegen den Sohn hängig.


Der 1942 geborene nicht gerade hochgewachsene Chairman Lee sei – so wird von Samsung erzählt – nach einer Krankheit durch therapeutisches Reiten wieder genesen. Aus Dankbarkeit förderte er mit Werks-Geldern, neben andern Sportarten, speziell den Pferdesport. Seine Verbundenheit mit diesem Sport offenbarte er 1990, als er den deutschen CHIO in Aachen besuchte und zu einem erlesenen Galadiner einlud.

«Samsung Equestrian Team»

Als Seoul 1981 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) den Zuschlag für die Sommerspiele 1988 erhielt, beschloss Chairman Lee den Aufbau von koreanischen Reitequipen in allen drei olympischen Disziplinen Springen, Vielseitigkeit und Dressur. Außerhalb der Hauptstadt entstand eine großzügige Reitsportanlage, ausländische Trainer wurden verpflichtet und Pferde eingekauft. Dabei kam in der Dressur beispielsweise überraschend Jung-Kyun Suh auf dem vom erfolgreichen Olympioniken Dr. Reiner Klimke erworbenen Wallach Pascal in der Einzelwertung auf einen unerwarteten zehnten Rang.

Korea respektive das «Samsung Eques­trian Team» stellte in Seoul 1988 komplette Mannschaften in Springen und in der Vielseitigkeit, dazu zwei Einzelstarter in der Dressur. Im gleichen Jahr engagierte sich Samsung außerdem als Sponsor für den von der FEI organisierten «World Challenge»: Spring- und Dressurprüfungen für Länder außerhalb Westeuropas und Nordamerikas. Ab 1996 übernahm Samsung das Sponsoring der damaligen Nationen-Preis-Serie. Das Engagement des Unternehmens mit der FEI endete 2008. Chairman Lee, auch Mitglied des IOC, lebte nach einem Herzinfarkt 2014 ganz zurückgezogen.

 

 


Anzeige

Um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu verbessern, verwenden wir Cookies. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie hier weitere Informationen. Weitere Informationen >>> Cookie-Hinweis.

Hinweis >>>